 April, April!

Nein, das wird kein verspäteter Aprilscherz! Vielmehr ist unser Reisetagebuch Süddeutschland (endlich) fertig geworden. Die Reise in den Schwarzwald und nach Franken hatten wir Ende April 2011 vorgenommen und so viele Fotos mitgebracht, dass wir uns schlicht nicht entscheiden konnten, welche wir nehmen. Nun aber! Was man im Süden unserer Republik erleben kann, lest ihr hier. Viel Spaß! 


Winter 2010

Nahezu übergangslos - so schien es uns zumindest - war der Spätsommer geendet und hatte der Winter begonnen. Viel seltener als uns lieb war, hatte sich die Sonne in diesem letzten Abschnitt des Jahres den Weg durch die dichte Wolkendecke gebahnt. Stets wanderte unser Blick prüfend in den Himmel, bevor wir die Fotoausrüstung einpackten und uns auf den Weg machten. Oft mit magerem Ergebnis.
Aufgrund der örtlichen Nähe lenken wir unsere Schritte oft ins nahe gelegene Alstadener Biotop. Ende November 2010 gipfelte die anhaltende Schlechtwetterphase mit ausgedehnten Regenfällen in massiven Überflutungen in den Ruhrauen, wie wir sie bisher noch nicht miterlebt hatten. Die Ruhr hatte bald die Oberkante des Deichs erreicht und ergoss sich über die Deichkrone hinweg in das dahinter liegende Gelände, das normalerweise dem hier ansässigen Betrieb als Pferdeweide diente. Die beliebte Wanderstrecke war unvermittelt von den Wassermassen durchtrennt worden, und staunend standen nun Menschen mit der unausgesprochenen Frage davor, wie lange der Deich wohl noch halten mochte.
Der Deich hielt stand, die Regenzeit endete. Irgendwann sank auch der Wasserstand wieder. Die eindrucksvolle Seenlandschaft war im Handumdrehen von den hier überwinternden Wasservögeln erobert worden. Kaum dass man sich mit den Folgen des Unwetters abgefunden und der Idylle ihre Reize abgewonnen hatte, gab es das nächste Naturphänomen zu bestaunen: Winterliche Kälte überzog über Nacht alles, was sich nicht ins Warme retten konnte, mit Eiskristallen.
Auch auf der neu entstandenen Seenlandschaft hatte sich bald eine Eisschicht gebildet, die fortan immer wieder von Klein und Groß auf Trittfestigkeit geprüft wurde. Unwillkürlich tauchte das Bild vom Büblein auf dem Eise vor dem geistigen Auge auf, aber niemand wagte sich zu weit vor. Stattdessen wurden vom sicheren Ufer aus kleine Steine geworfen, die auf der Eisfläche ein erstaunliches Konzert aus sirrenden Tönen veranstalteten. Die Wasservögel hatten sich angesichts der witterungsbedingten Unzugänglichkeit ihres neu gewonnenen Territoriums bereits wieder auf die Ruhr zurückgezogen.
Mitte Dezember gesellte sich zu den niedrigen Temperaturen anhaltender Schneefall hinzu und stellte nicht nur die Autofahrer zunehmend vor Probleme. Die von vielen herbeigesehnte weiße Weihnacht entwickelte sich förmlich zum Schneechaos mit ungeräumten Buckelpisten auf allen Nebenstraßen. Mit Kopfschütteln wurde registriert, dass wie im Vorjahr plötzlich sämtliche Komunen über fehlende Salzreserven klagten. Wohl dem, der - wie wir - einen ausgedehnten Weihnachtsurlaub antreten durfte! Das Auto blieb in der heimischen Garage, was nicht zu Fuß bewältigt werden konnte, wurde eben nicht gemacht. So wurden die anvisierten Besuche bei Verwandten und Freunden in kommende schneefreie Zeiten vertagt.
Während es für die Menschen in ganz Deutschland bald keine Schneeschieber mehr zu kaufen gab, gestaltete sich für die wildlebenden Tiere die Futterbeschaffung zur immer größer werdenden Herausforderung. Auf unseren Runden war festzustelen, dass Naturfreunde mit artgerechtem Futter das Schlimmste zu verhindern trachteten. Entsprechend fordernd empfingen uns denn auch die Schwäne an der Ruhr, während die Wildenten und -gänse uns lieber weiterhin auswichen.
Wir erleben: Es ist gar nicht so einfach, Tiere "in freier Wildbahn" abzulichten! Entweder hat man das falsche Objektivmaterial montiert, oder die Tiere positionieren sich nicht "linsengerecht". Irgendwas ist immer. Landschaftsaufnahmen gelingen da schon besser. Da bewegt sich wenigstens nichts. Wir werden also weiter üben! | |


 USA-Rundreise Herbst 2010

Wir haben uns ein neues Reiseland erobert: die Vereinigten Staaten von Amerika! Die Freischaltung unseres Reisetagebuchs hat diesmal besonders viel Zeit verschlungen, weil schlappe 4000 digitale Fotos sondiert und aufbereitet werden mussten - Rekord! Wir finden, die Mühe hat sich gelohnt. Aber schaut euch das am besten mal selbst an. 

| Ruhr2010 - Still-Leben A40

Halbzeit im Kulturhauptstadtjahr. Zeit für das Mega-Event des Jahres, das bereits im Vorfeld für reichlich Furrore gesorgt hatte: 60 km Autobahn wurden mit Biertischgarnituren ausgestattet und für Fußgänger und nichtmotorisierte Fahrzeuge aller Art freigegeben. Wer kommt ausgerechnet zu Ferienbeginn in NRW auf die glorreiche Idee, die Hauptverkehrsader des Ruhrgebiets lahmlegen zu wollen?, fragte man sich den Verkehrskollaps befürchtend. Ein Fall von Größenwahn? Würden "die Ruhries" die einmalige Gelegenheit tatsächlich wahrnehmen?
Wir müssen zugeben, dass auch uns die Vorstellung davon fehlte, warum man sich an einem sommerlichen Sonntag mit Familie, Freunden und tausenden wildfremder Mitmenschen ausgerechnet auf dem Asphalt der A40 treffen sollte. Gab's dazu nicht weitaus attraktivere Orte? Wegen der extremen Wetterkapriolen der vorausgegangenen Tage stiegen abwechselnd Bilder von dank Hitze aufgeweichten Teerflächen und der Wiederholung der "Vom Winde verwehten" Schachtzeichen-Atkion vor unserem geistigen Auge auf. Sollten wir uns das wirklich antun?
Wir haben es getan! Und mit uns kamen am 18. Juli 2010 circa drei Millionen Menschen. Wir alle wurden Teil der "längsten Tafel der Welt" (in Anspielung auf die NRW-Hauptstadt Düsseldorf - eine traditionell beidseitig gepflegte Konkurrenzsituation). So skeptisch wir auch zuvor gewesen waren, so begeistert verließen wir zur Hauptansturmzeit gegen Mittag "unsere Bahn". Aber der Reihe nach:
Wir betraten kurz nach 11 Uhr die Auffahrt Oberhausen-Alstaden nahe dem Ruhrpark und schlenderten mit einer überschaubaren Anzahl von Ausflüglern auf die noch überwiegend leeren Tischreihen zu, die man nach Ende der Aktion würde käuflich erwerben können. Zum ersten Highlight geriet die zeitgleich stattfindende Ankunft einer Riesen-Tandem-Truppe auf der "Bewegungsspur" nebenan. Sie waren extra aus Oldenburg angereist, um ihr Gefährt einmal auf der Bahn bewegen zu dürfen, erfuhren wir später aus dem Regionalfernsehen.
Es gab Mini-Kickertourniere ("Schalke gegen Dortmund"), die unterschiedlichsten Tanz- und Musikgruppen, einen ganzen Spielmannszug, einen Schotten in voller Montur (natürlich MIT Dudelsack - ob mit oder ohne Unterhose haben wir nicht geprüft!), in mitgebrachten Planschbecken badende Kleinkinder (Füllung eigenhändig aus der Ruhr geschöpft), eine literarische Mitmachwerkstatt, eine Kinder-Trommelgruppe, ein Footballteam, von Kindergärten verzierte Tischtuchketten - und jede Menge gutgelaunte Menschen. Herrlich!
Dass wir zum Kreuz Duisburg-Kaiserberg gar nicht durchgekommen sind - geschenkt! Dass auch in Essen der Menschenandrang das gewohnte Bild des permanenten Dauerstaus auf der A40 wachrief - na und? Dazwischen war echt wat los, wie der Ruhrgebietler sagt. Schade, dass es vorbei ist! Und schön, dass so viele Auswärtige extra deshalb zu uns gekommen sind. Wie im Traum. Kaum zu glauben, aber wahr: Die Kulturhauptstadt Ruhr2010 ist bei den Menschen angekommen! |


 |  |  Blick vom Balkon auf SZ Alstaden 2/3
|  |  Fotoshooting am SZ Alstaden 2/3
|  |  Ballon von Alstaden 2/3 mit Protego-Haube (Schachtabschluss)
|  |  Helium-Gasflaschen an Bord mit Ballon-Steigleine
|  |  SchachtZeichen-Anhänger bei Concordia 1 (leicht zu übersehen: im Hintergrund der zugehörige Schachtdeckel)
|  |  Nacht-SchachtZeichen Concordia 2/3 mit Gasometer
|  |  Nacht-SchachtZeichen Concordia 6 (groß) und Neumühl X (links und rechts, ganz klein)
|  |  Förderturm und SZ Sterkrade 1/2
|  |  Gebäude Sterkrade 1/2
|  |  Der Zahn der Zeit nagt nicht nur außen ...
|  |  ... auch an der Steuerzentrale innen.
|  |  Sprüher drücken aus, ...
|  |  ... was sich auch der Kulturbewusste denken mag.
|  |  Tafel mit Erläuterungen zu Alstaden 1
|  |  Klare Ansage: Du kommst hier nicht rein!
|  |  Knoblauch-Nuss-Musiker mit Instrument
|  |  Noch ein musikalischer Kulturhauptstadt-Bote
|  |  Licht aus - Spot an! Gern wieder!
|  |  Nacht-SchachtZeichen Concordia 2/3 mit Gasometer
|  |  Ballon - voll ausgefahren
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| Ruhr2010 - Schachtzeichen

Dass das Ruhrgebiet Europäische Kulturhauptstadt 2010 ist, hat sich wahrscheinlich schon herumgesprochen. Gallionsfigur bleibt unbestritten das Weltkulturerbe Zollverein in Essen. Aber auch die weniger prominenten Städte leisten ihren Kulturhauptstadt-Beitrag. So nahm am vermeintlich flächenmäßig größten Kunstprojekt SchachtZeichen unter anderem auch unsere Heimatstadt Oberhausen teil. Veranstaltungszeitraum war der 22. bis 30. Mai 2010. Hier ein subjektiver Erfahrungsbericht.
Laut Presse wurden insgesamt 311 (von ehemals an die tausend) sorgfältig ausgewählte ehemalige Bergbauschächte mit Heliumballonen von ca. 3,7 m Durchmesser markiert, die tagsüber an 80 m langen Halteleinen im Himmel schweben sollten. In Oberhausen gab es - laut Flyer - 14 so gekennzeichnete Standorte, davon zwei auf dem alten Concordia-Gelände am Bero-Center, und zwar Concordia 1, betreut von "Druckluft" und Geschichtswerkstatt, sowie Concordia 2/3 betreut vom Hans-Sachs-Berufskolleg. Hier begann einst die Bergbau-Geschichte der Stadt.
Stellvertretend für die Zeche Alstaden waren am Ruhrpark (Solbadstraße, Alstaden 1, private Betreuer) und an der Behrensstraße (Alstaden 2/3, betreut vom Alstadener Sportverein SG Hibernia) je ein Ballon positioniert worden. Als Alstadener hatten wir uns besonders über diese Standortwahl gefreut. Ein weiterer befand sich - ebenfalls in Sichtweite - an der Niebuhrstraße auf dem jetzigen Niebu(h)rg-Theater-Gelände. Er erhielt die Bezeichnung "Corcordia 6".
Vergeblich gesucht haben wir den Standort im Gewerbegiet "Zum Eisenhammer" Concordia 4/5, der von der WBO hätte gesponsort oder/und betreut sein sollen. Darüber hinaus haben wir uns noch das Schachtzeichen Sterkrade 1/2 angesehen, bei dem immerhin noch ein Förderturm vorhanden ist. Fraglich ist allerdings, wie lange noch, denn leider befindet sich das Bauwerk in einem ziemlich desolaten Zustand. Schon seit Jahren bemühen sich ambitionierte Bürger (flankiert durch die Argumentationslieferanten der hiesigen Geschichtswerkstatt) um dessen Erhalt als historisches Erbe unserer Stadt - bisher ohne Erfolg. Den Gerüchten zufolge wird das Bauwerk mangels finanzierbarem Alternativkonzept zur weiteren Nutzung über kurz oder lang abgerissen.
Bei den anderen Standorten gibt es zum Teil schon jetzt nur noch einen Deckel auf dem verfüllten Schacht, was das ganze wenig eindrucksvoll macht, wenn man davor steht (beispielsweise am Schacht Concordia 1). Daran ändert auch das zeitweise Markieren mit gelben Ballonen nichts. Ob die aufgekeimte Begeisterung beispielsweise der Sponsoren und Paten der Ballon-Aktion sich also gewinnbringend in dauerhaftes historisches Engagement ummünzen lässt, bleibt abzuwarten. Damit kommen wir zu einer Manöverkritik, die zwar von "Ureinwohnern" des Ruhrgebiets stammt, jedoch die Wirkung auf Ortsunkundige und extra angereiste Pott-Interessierte ins Visier nimmt. Zugegeben: Es kann kein Mensch etwas dafür, dass ausgerechnet passend zum ersten Nacht-Schachtzeichen-Aktionstag NRW von einer Schlechtwetterfront mit starken Winden heimgesucht wurde. Bis zum späten Abend wurde allenthalben gerätselt, ob das Ereignis nun förmlich abgeblasen werden muss oder doch - wenn auch reduziert - stattfinden wird. Das lange Zuwarten auf eine Entscheidung war letztlich auch manchem Betreuer zuviel, der kurzentschlossen den Ballon am Boden beließ und alle Hoffnungen auf den folgenden Veranstaltungstag legte. Schade für alle herbeigeströmten Besucher, die sich ihren Blick auf die Miniatur-Lichtpunkte am Nachthimmel über Wochen romantisch ausgemalt hatten.
Auch dass Vandalen zuschlagen, kann zwar einkalkuliert aber nie ganz ausgeschlossen werden. Dass man die vorerwähnten lokalen SchachtZeichen allerdings im gesamten Aktionszeitraum (immerhin acht Tage und zwei Nächte) kaum einmal zu den propagierten Zeiten (tagsüber 10 - 20 Uhr), in Maximalhöhe (80 m) sowie im beleuchteten Zustand (am 24. und 29. Mai von 22 - 1 Uhr) erblicken - geschweige denn erreichen! - konnte, und noch dazu so mancher ehrenamtliche Betreuer aufgrund technischer Schwächen wie Löcher im Ballon (resultierend aus ausgerissenen Seilbefestigungen oder scharfen Kanten am Wagen) und ausgefallener (Innen)Beleuchtung improvisieren musste, lässt uns wenig gnädig von einer "verhunzten" Aktion sprechen. Das hätte besser klappen können und sollen gemessen an der Vorlaufzeit und den großen Sprüchen im Vorfeld der Aktion!
Zweifellos einen tadellosen Job haben die ehrenamtlichen Betreuer geleistet, die wir kennenlernen durften. Manche waren förmlich "wie die Jungfrau zum Kinde" an die Ballonwache geraten, erfuhren wir im Gespräch mit zwei ehemaligen Bergleuten am Stand von Schacht Concordia 1. Immerhin wussten beide aus eigenem Erleben vom Alltag "auf Schicht" zu erzählen und ergaben sich ansonsten in ihr betreuerisches Schicksal. Vielleicht bekommen wir noch anderweitig heraus, warum der "Concordia-Cup" am 24. Mai nun doch nicht ausgespielt wurde. An der örtlichen Fußballbegeisterung kann es jedenfalls nicht gemangelt haben, nehmen wir an.
An der Behrensstraße haben sich die Betreuer notdürftig mit zwei großen Taschenlampen beholfen, als - pünktlich zur Freigabe durch die Projektleitung - das dortige Nacht-Schachtzeichen am 24. Mai dem plötzlichen Lampentod anheim zu fallen drohte. Besser als gar nix, aber nichtsdestotrotz eine Schlappe für das "Gesamtkunstwerk", denn selbst direkt unterhalb des Ballons war vom Licht der Taschenlampen kaum etwas zu sehen. Es war den Projektverantwortlichen nicht möglich, innerhalb der geplanten Leuchtzeit (von 22 bis 1 Uhr) eine Ersatzlampe für den Ballon zur Verfügung zu stellen.
Dass wir ausgerechnet den Ballon der städtischen Wirtschaftsbetriebe (WBO) nicht finden konnten, hat uns besonders ratlos gemacht. Hat sich der Sponsor vielleicht doch aus dem Projekt verabschiedet? Oder fanden sich keine ehrenamtlichen Betreuer? Waren wir vielleicht zu blind gewesen? Allerdings teilten wir unseren Misserfolg mit weiteren SchachtZeichen-Besuchern, sodass wir auf einen Totalausfall tippen.
Dass wir mittels angebrachtem Schild um Verständnis für eine "geschlossene Gesellschaft" gebeten wurden, als wir uns am Pfingstwochenende das Schachtzeichen auf dem ehemaligen Zechengelände Schacht Alstaden 1 an der Solbadstraße einmal genauer ansehen wollten, verschlägt uns auch im Nachhinein noch die Sprache. Die hohe Mauer am Gelände versperrte jeden Blick auf den Ballon und näher ran zu gehen blieb uns verwehrt. Da bleiben also noch ein paar Fragen übrig nach diesen Tagen der ruhrgebietsweiten gesamtkünstlerischen Betätigung: 1. War es Blauäugigkeit zu glauben, dass die Besucher auch zu den Standorten finden würden, wenn zusätzlich zu fehlenden Wegweisern auch noch die Ballone selbst durch Unsichtbarkeit glänzten?
2. Was machen aufgeklebte Befestigungen für die Halteseile auf den Ballons?
3. Waren es "Ressourcen-Zwänge", die zu einer "vom Winde verwehten" Gesamtdarstellung geführt haben?
4. Wie kann man ein (öffentlichkeitswirksam als Teil eines Gesamtkunstwerks beworbenes) SchachtZeichen auf einem Privatgelände platzieren und es dem Eigentümer überlassen, wen er wann auf sein Gelände lässt? Ist das Kulturbanausentum oder Resignation vor der Faktenlage - oder beides?
5. Wieso schließt der Gasometer Oberhausen um 24 Uhr, wenn die Nacht-SchachtZeichen bis 1 Uhr sichtbar bleiben sollen?
Wir haben natürlich auch positive Erlebnisse gehabt rund um die SchachtZeichen-Veranstaltung. So lernten wir die - wirklich ausgesprochen netten! - Musiker der Band "Knoblauch-Nuss" am Schachtzeichen Sterkrade 1/2 kennen, die an der Aktion offenbar soviel Spaß hatten, dass sie gratis abendliche Konzerte gaben. Sehr glaubhaft schwärmten sie uns von der Lagerfeueratmosphäre vor, die so ein beleuchteter Ballon auch am Boden ausstrahlt, wenn man sich unter ihm zusammenfindet. Merke: Manche Betreuer sorgen mit solcher Begeisterung dafür, dass individuelle "Kulturzeichen" gesetzt werden und irgendwo zentral festgelegte Beleuchtungszeiten in Vergessenheit geraten (und zwar völlig zu recht!). So gewinnt die Kulturhauptstadt Freunde! Aus unserem Dachfenster heraus konnten wir von Zeit zu Zeit fünf Schachtzeichen erkennen, nämlich zu den Oberhausener "Concordias" noch zwei Schachtzeichen in Richtung Duisburg-Neumühl am Horizont. Jeden Tag standen wir (mitunter mehrmals) einige Minuten dort oben und ließen unsere Blicke schweifen. Jeder sichtbare Ballon wurde freudig registriert - und jedes Ausbleiben mit Enttäuschung und der Frage zur Kenntnis genommen, was denn nun wieder der Grund dafür sein konnte, dass man nichts zu sehen bekommt. Nicht immer konnten wir erhebliches Aufkommen an Wind ausmachen, das als Begründung hätte herhalten können.
Das Gedränge an den Aussichtspunkten wie Landschaftspark Duisburg Nord und Gasometer haben wir uns geschenkt, zumal die Ballone ja nun überwiegend "auf halbmast hingen" (nicht höher als 30 Meter) oder ganz eingeholt blieben. Besucher des Gasometers hatten bekundet, es sei von so weit oben sowieso nicht wirklich viel zu erkennen gewesen - wenn auch der Blick in die Weiten des Ruhrgebiets beeindruckend gewesen sei. Es blieb uns bis zum Schluss unklar, nach welchen Kriterien die Betreuer nun die Ballone auf welche Höhe hinauf ließen oder am Boden hielten. Am mutigsten schienen uns die Betreuer am Schacht Concordia 2/3 zu sein. Der war fast immer gut zu sehen.
Übrigens war auch am Tag 1 nach dem Projektende am "In-Hostel-Veritas" der Ballon für den Standort Oberhausen 1/2 noch zu besichtigen - wenn auch nur am Boden -, wie wir durch das abgesperrte Gitter sehen konnten (montags ist dort Ruhetag). Vielleicht behalten die "Herbergsmütter" den Ballon ja auch weiterhin - sozusagen als permanentes Kulturobjekt. Jedenfalls konnten die Betreuer die Anhänger für einen Schnäppchenpreis erwerben, wie man hört. Es wäre wirklich schön, wenn etwas bliebe von der Aktion, die sehr dazu angetan war, soetwas wie ein Heimatgefühl, ein historisches Bewusstsein zu wecken oder zu verstärken. Jetzt sind wir sehr gespannt, wie professionell vorbereitet diese ebenso vollmundig angekündigte Autobahn-Bierzelttisch-Aktion sein wird, mit der sich das Ruhrgebiet kulturhauptstadtwürdig präsentieren will. |


| Gewitter über Alstaden

In der Nacht von Mittwoch (22. Juli) auf Donnerstag (23. Juli 2009) spielte sich am Himmel über Alstaden ein beeindruckendes Naturereignis ab: Bereits in der zweiten Nacht innerhalb der letzten Tage tobte ein mächtiges Unwetter mit beeindruckenden Wolkenformationen, enormen Blitzen und heftigen Hagelschauern über unser Haus hinweg, sodass man Angst um seine Dachschrägenfenster bekommen konnte.
Nebenstehende Aufnahmen können die Urgewalten leider nur ansatzweise darstellen, fehlt doch die dazugehörige Akustik (und natürlich der professionelle Umgang mit der Digitalkamera, deren Möglichkeiten wir noch besser nutzen lernen müssen).
Unser Nachbar, der ebenfalls an sein Fenster getreten war, um sich das Schauspiel anzusehen, bestätigte, dass er Gewitter solchen Ausmaßes allenfalls von seinen Reisen in Florida zu Tornadozeiten kenne, nicht aber in Deutschland. Sind das nun die Auswirkungen des Klimawandels, von denen landauf landab die Rede ist?
In den Vorwochen hatte es in diversen Teilen Deutschlands und im europäischen Ausland Berichte über Brände nach Blitzeinschlägen, von Hagel demolierte Autos, durch orkanartige Winde entwurzelte Bäume und überflutete Anliegerstraßen samt Keller- und Erdgeschossen gegeben.
Bei einer Massenkarambolage auf der A2 waren infolge schlechter Sicht während eines Gewitters mehrere hundert Autos kollidiert, deren Besitzer sich nun mit dem Vorwurf zu befassen haben, durch unangepasste Fahrweise zum entstandenen Sachschaden schuldhaft beigetragen zu haben.
Unsere Bleibe blieb von sämtlichen Einschlägen und Regengüssen verschont. Lediglich die Balkonpflanzen lugen nun etwas mitgenommen aus ihren Pflanzkästen. Wenn es bei solchen Schäden bleibt, kann man wohl beruhigt sein. Das nächste Unwetter kommt bestimmt ...! |


| Kurzurlaub in Leer (Ostfriesland)

Einfach mal ein paar Tage raus aus dem Alltagstrott, so hatten wir uns das vorgestellt und buchten kurzerhand eine der vielen recht preiswerten Ferienwohnungen in Deutschlands zweitgrößtem See-Reedereistandort (nach Hamburg) Leer. Um der alljährlichen Reisewelle zu Ostern zu entgehen, reisten wir am ersten Samstag der Schulferien in NRW an und am Donnerstag vor Karfreitag wieder ab. Eine gute Wahl, wie sich herausstellte, denn sowohl der Reiseverkehr als auch das Wetter erfüllten alle diesbezüglichen Erwartungen.
Wie immer waren wir bewaffnet mit einer Geocacher-Grundausstattung, denn auch im Norden der Republik haben eifrige Fans der Schatzsuche mit Sateliten-Unterstützung eine Reihe von Caches gelegt, die uns wieder einmal an Orte führen sollten, an die wir ohne unser Hobby wohl nicht gekommen wären. Die unscheinbaren Ortschaften Esklum und Weekeborg beispielsweise beherbergen jeweils aus dem 19. Jahrhundert stammende Siele, das sind mit Ebbe- und Flut-Toren versehene Öffnungen im Deich, die zum Schutz des Hinterlandes vor dem Meer beitrugen. Bemerkenswert auch das Denkmal für "Oll Wilm" (Wilhelm Brechtezende) in Westoverledingen, einem friesischen Original, von dem wir bis zu der Lektüre des entsprechenden Eintrags auf Geocaching.com noch nie gehört hatten.
Reich bestückt ist die Gegend um Leer auch mit historischen Bauten, darunter eine Reihe von Kirchen, von denen einige aus dem 13. bis 15. Jahrhundert stammen, so zum Beispiel in Backemoor, in Driever oder in Suurhusen. Dort findet man auch den laut Guiness-Buch der Rekorde "schiefsten Kirchtum der Welt", den nicht nur wir eigentlich in Pisa vermutet hatten. Die ehrenamtlich tätige Dame vor Ort wurde nicht müde, uns von der wechselhaften Geschichte dieses Bauwerks zu erzählen, das noch bis Ende des 19. Jahrhunderts völlig unschief auf seiner Warf stand und den Einheimischen ursprünglich als Zufluchtsort vor den mehrfach im Jahr stattfindenden Überflutungen diente. Schutzdeiche waren zu damaliger Zeit in Friesland noch unbekannt, und es galt als normal, dass das Meer bis weit hinein ins Binnenland flutete. Erst 1885 meldet die Kirchenchronik erstmals eine leichte Neigung des Turms, der auf Eichenbalken gründet, die wohl dank fortschreitender Senkung des Grundwasserpegels mit Deichbau und Bewirtschaftung des Landes verrottet waren. Der wachsende Neigungsgrad des über 2.000 Tonnen(!) schweren Turms zog eine Reihe von baulichen Veränderungen und Erhaltungsmaßnahmen nach sich. In den Jahren 1970 - 1975 war die Kirche aufgrund der zu hoch eingeschätzten Reperaturmaßnahmen zunächst verrammelt und verriegelt und die Kirchenorgel verkauft worden. Ein Professor der RWTH Aachen erstellte Anfang der 80er Jahre jedoch ein umfangreiches Gutachten, woraufhin mit der Sanierung der Turmfundamente begonnen und das weitere Absacken mit Verstärkung der Schieflage letztlich im heutigen Status aufgehalten werden konnte.
Im nahen Hinte ist die Burg Hinta zu finden, die genau wie der separate Glockenturm der benachbarten Kirche auf das 13. Jahrhundert zurückgeht. Wer sich für Schlösser und Burgen interessiert, wird allerdings auch in Leer selbst fündig. So kann man den weitläufigen Park und auch das Gebäude selbst des Schlosses Evenburg besuchen. Außenaufnahmen macht man vorzugsweise am Nachmittag, wegen des dann günstigeren Sonnenstandes, das hatten wir bei unserem Besuch nicht bedacht. Auch das Schloss-Café hat für Frühaufsteher eher ungünstige Öffnungszeiten, sodass wir unser Frühstück beim Bäckerladen in Loga einnehmen mussten. Gar nicht weit entfernt findet man die Haneburg, ein vergleichsweise unauffälliger Bau aus dem 15. Jahrhundert, in dem heute die Volkshochschule angesiedelt ist.
Für manche Unternehmungen war die gewählte Reisezeit ein wenig ungünstig. So finden die beworbenen Schiffsausflüge aus dem Leeraner Hafen nur zwischen Mai und September in schöner Regelmäßigkeit statt. Vor Ostern sind weder Hafenrundfahrten mit dem Grachtenboot "Koralle" noch Fahrten zum Emssperrwerk (gelegen zwischen Gandersum oder Ditzum) machbar. Unser Besuch dieses recht umstrittenen Bauwerks fand notgedrungen mit dem Auto statt und fiel ausgerechnet in eine Schlechtwetterphase, sodass uns der mächtige Wind fast von der Parkplattform blies. Rettung fanden wir im Café "Kuhstall" in der Ortschaft Petkum. Hier kann man hervorragenden Tee zu hausgemachtem Kuchen zu sich nehmen, wovon wir angesichts des widrigen Wetters auch gern Gebrauch gemacht haben. Dummerweise hatten wir uns ansonsten die falsche Uferseite ausgesucht, da die einzige schiffbare Öffnung zwar auf der Gandersumer Seite liegt, die attraktivere Ortschaft aber wohl Ditzum ist. Die zwischen den Ortschaften verkehrende Fähre nimmt laut Fahrplan ihren Fahrbetrieb erst im Mai auf.
Gleiches gilt übrigens auch für die Pünte von Wiltshausen, eine handbetriebene Fähre aus dem 16. Jahrhundert. Hier hatten wir das zusätzliche Pech, dass die einzige Gaststätte weit und breit sowohl montags als auch dienstags Ruhetage hat. Wer einmal seine Fahrkünste testen will, findet eventuell in der Brücke von Amdorf (Deutschlands schmalste Autobrücke!) eine Herausforderung, sofern er nicht gerade einen Smart sein Eigen nennt. Dass man auch mit einem Traktor die einspurige Strecke befahren kann, durften wir erleben (aber leider nicht auf Foto bannen, weil wir zu langsam reagiert haben). Aus den Einträgen der Geocacher mit Wohnmobilen entnehmen wir allerdings, dass es hier mitunter um Millimeter geht. Unser kleiner Fiesta passte ohne große Probleme zwischen die Brückengeländer, und so kamen wir schließlich auf diesem Wege doch noch zu einer Tasse Capuccino und einem Stück Kuchen, und zwar im Café-Restaurant Jümmesee, das in der Hauptsaison sicher ein viel besuchter Ort sein wird. Der Campingplatz nebenan war jedenfalls schon jetzt gut bestückt, aber auf dem nahen Parkplatz zählten wir lediglich zu einem von drei Fahrzeugen mit Besuchern.
Dagegen stießen wir in der Innenstadt von Leer an jedem unserer Aufenthaltstage auf reichlich Fußvolk, insbesondere aber am verkaufsoffenen Sonntag, der mit dem Betrieb in der Oberhausener Innenstadt zu solchen Anlässen durchaus mithalten konnte. Unsere Fotos der historischen Gebäude und Gassen des Städtchens entstanden daher auch an anderen Tagen und zu Zeiten, zu denen sich die Besucher entweder noch am Frühstückstisch oder aber wieder am Abendbrottisch befanden. Leider hat es diesmal nicht zum Besuch des Teemuseums gereicht, wo wir ursprünglich Interessantes über den Anbau, die Verarbeitung und den zeremoniellen Genuss des typisch friesischen Getränkes erfahren wollten. Dafür genossen wir jedoch in der Außengastronomie der "alten Waage" am historischen Hafen den Ausblick auf die Museumsschiffe und warfen im Vorbeilaufen den ein oder anderen Blick auf die Bildtafeln am "Leerpfad", der quer durch den Ort führt und anhand von vergleichenden Aufnahmen einen Eindruck davon vermittelt, wie es hier vor 100 Jahren ausgesehen hat. Merke: Es gibt viel zu Bestaunen und zu Erfahren - bei gutem Wetter auch per Rad und zu Fuß. Für wenig Geld kann man in Leer und Umgebung ein paar erholsame und lehrreiche Tage abseits des Großstadtrummels verbringen - ideal für einen Kurzurlaub genervter Städter, die ihre Ferientage anders als in Touristenhochburgen auf Teutonengrills verbringen möchten. Sehr empfehlenswert! |


 |  |  Hafentempel
|  |  Eindruckvolle Größe
|  |  Reich verziehrter Säulenkopf
|  |  Angedeutete Bemalung
|  |  Abwasserkanal
|  |  Die Wege Roms
|  |  Burginatium-Tor
|  |  Frontansicht
|  |  Tempel: weithin sichtbar!
|  |  Amphiteater
|  |  Beeindruckende Kulisse
|  |  Ausstellungsvitrine
|  |  Mini-Amphoren aus Glas
|  |  Xantener Stadttor - heute Ferienwohnungen
|  |  Xantener Dom
|
| Xanten: Roms "Colonia Ulpia Traiana"

Frühlingsbeginn, die Sonne lockt zum Ausflug. Wir packen Fotoapparat und Cacher-Grundausstattung für einen Besuch im Archäologischen Park Xanten (APX) und dem erst im August 2008 eröffeneten Römermuseum nebenan. Freitagmorgens herrscht hier offenbar wenig Betrieb: Der Parkplatz ist so gut wie leer. Das Kombi-Ticket für beide Einrichtungen kostet uns 18 Euro. Wir orientieren uns anhand des mitgelieferten Faltplans und entscheiden uns spontan für einen Schwenk nach rechts in Richtung Hafentempel. Hafentempel? Ja, gab's denn hier mal einen Hafen? Wir sind zum ersten Mal heute verblüfft!
Schon von Weitem beeindruckt die hoch in den blauen Himmel ragende Teil-Nachbildung des Bauwerks mit seinen reich verzierten Säulenköpfen, die - so erfahren wir beim Lesen der Infotafel - auffällig bunt bemalt waren und absichtlich die Stadtmauern überragten, um den heimkehrenden Schiffsbesatzungen zur Orientierung zu dienen. Auch aus der Nähe lässt sich erahnen, wie ehrfurchtsvoll die Einwohner der Stadt den rituellen Handlungen der Priesterschaft an diesem ihnen heiligen Ort folgten. Bis in den ebenfalls teilrekonstruierten Tempelraum durften allerdings keine "Normalsterblichen" vordringen, belehrt die Infotafel. Fast schon desillusioniert stehen wir anschließend vor den unscheinbaren Relikten des Fundaments an seiner Ausgrabungsstelle und wundern uns, wie fachkundige Archäologen aus ein wenig verdichtetem Erdreich und Gestein auf konkrete Grundrisse und Aufbauten schließen können. All dies wird anhand von Wandtafeln erläutert, deren Lektüre recht viel Zeit verschlingt. Hier merkt man auch, dass der Winter rein themperaturmäßig noch nicht vorbei ist. Draußen an der Frühlingssonne lässt es sich besser aushalten.
Wir setzen unseren Weg durch frisch geharkte Alleen fort und erfahren wie nebenbei Wissenswertes über das Reisen im 1. und 2. Jahrhundert nach Christus. In einem Pavillion sind beispielsweise Nachbauten von Lastkutschen und Reisewagen aufgestellt und eine eigentümlich formatige Karte mit den damals bekannten Reiserouten angebracht, die aufgrund der lateinischen Beschriftung und der Verzerrung der Topographie einige Rätsel aufgibt. Als Nutzer moderner Verkehrsmittel mit der Möglichkeit, innerhalb weniger Stunden fast in jede Ecke der Erde gelangen zu können, fällt es schon schwer, sich vorzustellen, wie einst Abgesandte des römischen Reichs auf geschnürten Sandalensohlen und in primitiven Wagen ihren Siegeszug durch alle bekannten Gegenden der "alten Welt" antraten und so ganz nebenei noch fußbodenbeheizte, kanalisierte Städte aus dem bis dahin wahrscheinlich relativ zivilisationsfreien Boden stampften.
Überraschend schnell vergeht die Zeit zwischen nüchtern-schmucklosen Grabungsstellen, informativen Beschilderungen und realistisch anmutenden Rekonstruktionen der "CUT". Wir legen eine Pause im Nachbau der örtlichen Herberge ein und genießen einen neuzeitlichen Capuccino, serviert von einer historisch gekleideten Kellnerin. Noch sind wir allerdings nicht "durch". Der nächste Höhepunkt befindet sich genau hier: die Thermen! Wunderschön bemalte Wände empfangen uns und lassen uns eintauchen in den Baderitus der Antike. Fast hört man sie schon lärmen, die, die sich hier zum Bade einfinden nach langer, unbequemer Reise.
Das nächste Highlight bildet der Nachbau des Amphitheaters, das - so lesen wir vor Ort - seinerzeit bis zu 10.000 Menschen Platz bot, die recht blutigen Hetzjagden und Gladiatorenkämpfen beiwohnen konnten. Heute bietet der wiederhergestellte Teil der Ränge den Zuschauern diverser kultureller Veranstaltungen gute Sicht und Sitzplatz. Große Plakate hatten uns schon zur Anreise auf den nächsten Großevent hingewiesen: das alljährlich stattfindende Sommerfestival. Wir bestaunen noch einmal von der hier rekontruierten Stadtmauer das Bauwerk und beschließen, zum Abschluss außerhalb des Geländes einen ersten Cache in Angriff zu nehmen. Leider blieb uns der notwendige Hinweis auf die zweite Fundstelle trotz sorgfältiger Suche verborgen, sodass wir unverrichteter Dinge zum Museumsbau aufbrachen, der leider nicht direkt mit dem Park verbunden ist.
Auch hier fanden wir einen nur mäßig besuchten Parkplatz vor und konnten nahezu unbehelligt vor jedem Schaustück stehen bleiben. Das Museum beherbergt einige sehr interessante Fundstücke aus unterschiedlichen Grabungsstätten, unter anderem ein Lastkahn im oberen Bereich des Gebäudes, mit dem zu damaliger Zeit unterschiedliche Güter in den Hafen der Stadt gebracht worden sein mögen. Die umfangreiche Ausstellung überrascht mit einer Vielfalt von visuellen, akustischen und haptischen Erfahrunen, die nicht nur bei Schulklassen zu Aha-Erlebnissen und gesteigerter Neugier führen wird. Wer des Lateinischen nicht mächtig ist, wird wie wir bedauern, den beiden Fußsoldaten nicht folgen zu können, die gleich zu Anfang auf Bildschirmen rechts und links des Ganges, also quasi über die Köpfe der Passenten hinweg, in einen Dialog verfallen. Die Idee an sich ist witzig, und so hatten wir auch ohne grundlegende Lateinkenntnisse das deutliche Gefühl, mitten hinein in die römische Gallion gezogen zu werden. Das war wohl auch Sinn der Aktion.
Die anhaltende Sonnenbestrahlung am Vormittag und die vielen neuen Eindrücke im Museum führten allerdings dazu, dass so langsam die Grenze der Auffassungsgabe erreicht wurde. Wir warfen also letztlich nur noch einen recht flüchtigen Blick durch die Glasscheibe in das Nachbargebäude, das die Grabungsstelle der große Therme überdacht. Den Weg durch dieses sehenswerte Gebiet haben wir nicht mehr auf uns genommen und machten uns stattdessen auf in Richtung Innenstadt, wo wir in einem der Marktlokale ein spätes Mittagessen zu uns nahmen. Auch in der Innenstadt von Xanten gibt es noch einiges zu entdecken, so zum Beispiel eines der Stadttore, in dem aktuell drei Ferienwohnungen Gästen für mehrtägige Besuche zur Verfügung stehen.
Nur kurz statteten wir dem Xantener Dom einen Besuch ab. Hier Fotos zu machen, gestaltet sich wegen der unvorteilhaften Lichtverhältnisse sehr schwierig. Bei unserem Eintreffen zeugten abgesperrte Bereiche und Gerüste von anhaltenden Restaurierungsarbeiten. Die Dombauhütte war allerdings nicht einsehbar. Einige der offenbar aus mittelalterlicher Zeit stammenden Fenster benötigen dringend erhaltende fachmännische Bearbeitung, wofür auch im Dom gesammelt wird.
Wer mehr über die weit zurückreichende Geschichte Xantens erfahren will, wird um eine geführte Tour wohl nicht herumkommen. Die Preise für geführte Touren durch den Archäologischen Park belaufen sich auf 30 Euro. In der Saison, so steht es auf der Webseite des Parks, kann man sich sonntags den offenen Führungen anschließen, die dann lediglich mit 2 Euro pro Person das Familienbudget belasten. Ob mit oder ohne Führung: Ein Besuch in Xanten lohnt sich auf alle Fälle! |


| Kommt ein Schneesturm geschwommen

Keine Angst, uns hat es nicht den Verstand vernebelt. Nein, es hat keinen plötzlichen Wintereinbruch gegeben mitten im April. Und im Normalfall würden Schneestürme auch nicht schwimmen. Soweit, so klar. Tatsächlich handelt unsere heutige Geschichte von der einzigen noch existierenden russischen Raumfähre, der wohl ein Fan sibirischer Witterungsverhältnisse ihren Namen gab: Buran - auf gut Deutsch: Schneesturm. Das Technik Museum Speyer hat dieses historische Vehikel für den satten Preis von 10 Millionen Euro aus der Wüste Arabiens gerettet, wo es schon Jahre vor sich hin gerottet hatte, und wird es in absehbarer Zeit frisch renoviert zum Schmuckstück seiner Ausstellung machen. Vor der Platzierung an seinem neuen Bestimmungsort hatte der Raumgleiter jedoch eine der ungewöhnlichsten Touren seiner Existenz hinter sich zu bringen: Auf einem Schubverband den Rhein hinauf.
All dies erfuhren wir eher beiläufig am 7. April 2008 im Frühstücksfernsehen und fürchteten schon, von dieser bemerkenswerten Aktion mal wieder nicht viel mitbekommen zu können. Dann aber entdeckten wir, dass der Weg der Buran über Satellitennavigation auf den Kilometer genau auf der Homepage des Museums mitverfolgt werden konnte. Klasse!
Im Laufe des Tages wurde klar: erst am frühen Abend sollte die russische Version des Space Shuttle Duisburg-Ruhrort passieren. So machten wir uns also kurz nach Feierabend auf nach Ruhrort respektive Homberg, wo eine nicht zu verachtende Menschenmenge sich auf Brücken, Uferwegen und Plattformen tummelte, um diesem historischen Ereignis beizuwohnen. Wie die meisten der Schaulustigen, hatten auch wir unsere Kamera mitgebracht, um einige Schnappschüsse zu ergattern. Sogar der WDR war mit einem Kamerateam vor Ort und hielt auch uns das Mikro unter die Nase, um uns einige Angaben zu Sinn und Zweck unserer Motivjagd zu entlocken. Wie wir am Abend nach Ablauf der "Aktuellen Stunde" feststellen durften, drohte uns jedoch keine ungewollte Fernsehkarriere, denn das Material blieb ungesendet. Glück gehabt! |


| Eene Besoch im ... Dom

Weihnachtsurlaub - das weckt Gelüste! Lust auf Reisen oder Besinnlichkeit beispielsweise. Und was liegt da für einen Bewohner NRWs näher, als sich einmal grundlegend mit einem weltberühmten Kulturgut dieser Gegend zu befassen: dem Kölner Dom. Der letzte Besuch vor Ort fand wohl in der Schulzeit statt - fast alle Schulklassen in NRW fahren im Laufe eines Schülerlebens in die Atta-Höhle, auf den Drachenfels und natürlich zum Dom. Zeit, die Erinnerungen ein wenig aufzufrischen.
Mit dem "SchönerTag"-Ticket der Bahn gelangten wir ohne Umsteigen mit dem RE5 von Bahnhof zu Bahnhof und damit quasi direkt auf den Domplatz. Da stand er in voller Lebensgröße, und wir mit offenem Mund davor. Sechs Jahrhunderte Bauzeit (im 13. Jahrhundert angefangen, nach langanhaltendem Stillstand vollendet Ende des 19. Jahrhunderts), gut 150 Meter hoch, Unterhaltskosten von jährlich 10 Millionen Euro, um nur wenige Kennzahlen in den Raum zu werfen. So eindrucksvoll hatten wir ihn gar nicht in Erinnerung gehabt!
Erstmal eine Runde drumrum, vorbei an den Restbeständen des Weihnachtsmarktes, die gerade demontiert wurden. Wir entdeckten hier eine fehlende Figur und dort einige Beschädigungen oder frisch renoviert aussehende Bereiche an der Fassade.
Wie wir schon wussten, wurde zum Bau des Doms sehr unterschiedliches Gesteinsmaterials verwendet. In den Prospekten und auf der Homepage des Domes konnten wir später nachlesen, dass die diversen Baumeister hier einige bauliche Fehlentscheidungen getroffen und witzigerweise etliche Zeitgrößen verewigt hatten (beispielsweise J.F. Kennedy). Beim nächsten Besuch werden wir einmal Ausschau nach solchen Kuriositäten am Bau halten. Später an diesem Tag würden wir den Innenraum und den Domschatz besichtigen und durch das Römisch-Germanische Museum gleich nebenan streifen.
Beim Versuch, dieses riesige Gebäude einmal vollständig ins Bild zu bekommen, stießen wir unversehens auf einen Bus, mit dem man zu einer 1,5-stündigen Standtrundfahrt aufbrechen konnte. Der war unserer! In Deutsch und Englisch erklärte uns eine offenbar ebenfalls noch an einer abklingenden Erklältung laborierende Fremdenführerin einige bemerkenswerten Plätze und Ereignisse der Stadtgeschichte.
Wir hätten sicher noch weit mehr Vergnügen daran gehabt, ihr zu lauschen, hätte nicht ausgerechnet hinter unserer Sitzreihe eine begeisterte Erzähltante ihrem Drang zu Privatkommentaren in unüberhörbarer Lautstärke gefrönt. Offenbar hatte die Einheimische Gäste zu Besuch, die dringend erfahren mussten, was die Gastgeberin schon alles in ihrer Heimatstadt besucht, besichtigt und erlebt hatte. Nicht einmal böse Blicke brachten sie zum Verstummen.
Wieder zurück am Dom waren wir jedenfalls besonders neugierig, das offenbar recht umstrittene neue Giebelfenster von innen zu sehen. Von außen war der Grund für die Kritik nämlich nicht recht nachzuvollziehen. Im Dom mussten wir dann feststellen, dass der Stilbruch doch ziemlich massiv ist. Klar, das Farbspiel ist einfach schön, besonders bei so intensivem Sonnenlicht, wie wir es vorfanden. Schwer beeindruckt sind wir nach wie vor von der Tatsache, dass hier insgesamt 200.000 einzelne farbige Glasteile verarbeitet wurden. Donnerwetter! Den über 1000 Spendern, denen der Dom diese Stiftung verdankt, widmet das Domkapitel eine besondere Danksagung im Internet, die auch eine namentliche Nennung umfasst (so man denn genannt werden wollte).
Der Künstler selbst wird sich bei der Zusammenstellung des Mosaiks etwas gedacht haben. Im Zusammenspiel mit dem ehrwürdigen Ambiete ist die Gestaltung allerdings gewöhnungsbedürftig. Immerhin stammen die mit figürlichen Abbildungen versehenen Dom-Fenster teilweise aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. Zutreffend ist in jedem Fall, dass dieser prominente Bereich dringend ausgebessert werden musste, denn das völlig verzierungslose Ersatzfenster, das dort bisher eingefügt war, konnte auf die Dauer keine brauchbare Alternative darstellen.
Leider war es ausgeschlossen, das ursprüngliche Fenster aus dem 18. Jahrhundert nachzuemfpinden, weil sowohl das Fenster selbst als auch dessen Pläne im 2. Weltkrieg vernichtet wurden. Pläne zum Einsatz eines Fensters mit figürlichen Abbildungen wurden verworfen, und so hat ein Werk modernerer Ausprägung seinen Platz im historischen Dom gefunden. Mit der Zeit wird der Streit um die Schönheit dieses Stücks Baukunst sicher an Intensität verlieren - und vielleicht sogar ganz verstummen.
Den Aufstieg in den Glockenturm haben wir uns an diesem Tag erspart. Immerhin wurde eine Wartezeit von über einer Stunde ausgewiesen - die konnten wir sinnvoller verbringen. Abschreckend ist für Untrainierte sicher auch die Vorstellung, sich die mehr als 500 Treppenstufen hinauf bemühen zu müssen, um einmal den "dicken Pitter", die mehr als 24 t schwere größte Glocke des Doms, und seine Kollegen von nahem zu sehen. Der Blick von dort oben muss allerdings eine Wucht sein.
Bemerkenswert im Innenraum des Doms sind nicht nur die Unzahl von Grabmalen aus diversen Jahrhunderten, die auch Nicht-Christen ehrfürchtig werden lassen. Erstaunlich ist für uns auch, dass hier tagtäglich tausende von Menschen bedenkenlos über kunstvolle Bodenmosaike laufen, während man im Römisch-Germanischen Museum unter den wachsamen Augen des Museumspersonals dringend aufgefordert wird, nur ja nicht auf die wertvollen Fundstücke zu treten - Sperrzone inbegiffen. Beschädigungen nimmt man im Dom offenbar in Kauf (wie sollte man die Besucherströme auch um die wertvollen Bodenverzierungen herum lotsen?).
Bei unserem Rundgang fotografierten wir mit dem Gero-Kreuz (aus dem 10. Jahrhundert) eines der offenbar historisch bedeutendsten Stücke im Innenbereich des Doms. Mit dem Gero-Kreuz beherbergt der Dom "die erste erhaltene Monumentalfigur des gekreuzigten Christus", heißt es auf der Internetseite des Doms.
Abgesperrt war bei unserem Besuch jedoch der Bereich um den Drei-Königs-Schrein, der ja den eigentlichen Anlass für den Baubeginn des Doms darstellt. Die hier aufbewahrte Reliquie, die Gebeine der heiligen Drei Könige, hatte den Pilgerstrom im Mittelalter derartig anwachsen lassen, dass man dem Phänomen nur durch einen größeren "Neubau" auf dem Platz des ursprünglichen Kirchengebäudes gerecht werden konnte. Weitere Details zu den hier aufbewahrten und ausgestellten Schätzen und deren Geschichte sind auf der Homepage des Doms nachzulesen http://www.koelner-dom.de/ - sehr informativ!
Wir können allen, deren Besuch vielleicht ebenfalls schon länger zurückliegt, einen Besuch in Köln nur ans Herz legen - inklusive Museum, Stadtrundfahrt und Dom samt Schatzkammer! Wir haben gut 7 Stunden vor Ort verbracht und es nicht einmal in die Altstadt geschafft, so viel gibt es zu bestaunen.
Auch für die vorab zusammengestellten Caches (siehe auch unser Hobby Geocaching), die uns ein wenig auf die Spuren der Stadtgeschichte führen sollten, blieb uns keine Zeit. Am Ende des Tages wussten wir, was man gemeinhin unter Reizüberflutung versteht: wir waren einfach nur platt! - und begeistert vom Dom, der hoffentlich noch viele Menschen zum Sehen und Staunen verleitet und von handwerklich geschickten Restaurateuren vor dem Verfall bewahrt wird. |


...auf'm Gasometer im Sturmesbrausen...!

Am Maifeiertag steigt man in Oberhausen der "Tonne" auf's Dach. Bei herrlichem Wetter war der Ausblick grandios.
Gut zu erkennen die diversen Kirchen, Industrie- und sonstigen Bauten nicht nur von Oberhausen, sondern auch der Nachbarstädte, beispielsweise im Landschaftspark Duisburg-Nord, oder auch das Tetraeder in Bottrop. Direkt daneben, ebenfalls gut zu erkennen, die Skihalle, in der man auch sommers "wedeln" kann.
Während man die Emscher, die Marina und das Centro selbst auch ohne Erläuterungen erkennt, sind die angebrachten Tafeln auf den Plattformen des Gasometers für die weiter entfernten Objekte denn doch sehr hilfreich.
Sportliche Naturen wagen übrigens den Aufstieg über die Außentreppe. Wir bevorzugten die Benutzung des Panoramaaufzugs im Ausstellungsbereich und legten lediglich den Rückweg über die Außentreppe zurück.
Apropos Ausstellung: Die derzeitige Ausstellung "Auge des Himmels" ist ebenfalls sehr empfehlenswert. Sie zeigt noch bis Dezember wunderschöne Satelitenaufnahmen unserer Erde: Wüsten, Großstädte, Amazonaswald - die sogenannte "Perspektive Gottes" bietet für jeden etwas und bringt oft unerwartet Erkenntnisse.
Ausgelegte Bücher, Exponate wie der Millionen Jahre alte Gesteinsbrocken, der einmal aus dem Weltall auf die Erde niederging runden das Angebot ab. Bringt Zeit mit - es lohnt sich!
Nett anzusehen ist bei strahlendem Sonnenschein auch immer das Oberhausener Schloss. Im Wonnemonat Mai werden hier wahrscheinlich wieder etliche Männer und Frauen den "Bund für's Leben" schließen. Zu "unserer Zeit" tat man das noch im Rathhaus...!
Die - im Kombiticket mit dem Gasometerbesuch preiswerter zu besichtigende - Ausstellung "Living Stones" in der Ludwig-Gallerie war allerdings eine Enttäuschung. Wer einen Besuch bis zum 20. Mai nicht geschafft hat, der muss sich nicht grämen. Selbst das Personal vor Ort fragte sich mit uns, warum die durchnumerierten Ausstellungsstücke relativ ungeordnet in den Räumen verteilt sind. Für Mineralien-Fans lohnt der Besuch nicht wirklich. |  |  | 
 Gasometer in Sicht!
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 Am Fuße der Tonne
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 GMVA
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 Gewerbepark am Kaisergarten
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 Niederrheinstadion (vorn) und A42
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 Gartendom Osterfeld, Kraftwerk Scholven
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 Blickrichtung Bottrop (Tetraeder und Skihalle links)
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 Rhein-Herne-Kanal, Marina
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 Centro-Park
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 Gesamtansicht Centro
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 TZU (links), Wasserturm
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 ThyssenKrupp Bruckhausen
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 Kaftwerk Voerde
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 Halde Essener Straße
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 Blick über das Lipperfeld
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 Grünes Ruhrgebiet!
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 Meteorit
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 Ruhe genießen!
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 Antriebssektion Ariane
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 Ariane
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 Modell Ariane
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 ISS-Station (Modell)
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 Schloss Oberhausen
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 Zum Trauzimmer bitte rechts!
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Fundstücke

Weil dieser Winter eher herbstliche Temperaturen brachte und sich nun nahtlos der Sommer anzuschließen scheint, haben wir in den letzten Monaten viel Zeit auf Touren in die nähere Umgebung verwendet - zum Geocachen hauptsächlich. Das verhalf uns zu oft seltsamen oder bemerkenswerten Entdeckungen. Hier seien einige erwähnt:
In einem Waldstück in Duisburg-Rheinhausen nahe des Töppersees wachsen Sumpfzypressen. In Europa eher selten werden sie in der eigentlichen Heimat (USA, Südamerika) bis zu 50 Meter hoch, bis zu 1000 Jahre alt und erreichen mitunter 8 Meter Stammumfang. An gleicher Stelle stießen wir auf einen weiteren seltsamen Baum: eine Osage Orange. Traditionell wird das Holz dieser Bäume von Indianern (dem Volk der Osage) zum Bogenbau verwendet ("bowwood"). Typisch für die zur Familie der Maulbeergewächse gehörenden Bäume sind die faustgroßen Früchte.
Unter der Überschrift "Luftkurort Duisburg" führte uns der Weg nach Hamborn direkt zum Gradierwerk (fälschlicherweise oft als Saline bezeichnet) im Revierpark Mattlerbusch. Hier wird salzhaltiges Wasser (Sole) über Reisig geleitet. Insbesondere Menschen mit chronischen Atembeschwerden wissen die wohltuende Wirkung der salzhaltigen Luft zu schätzen. Die Vorstellung, dass Duisburg aufgrund dieser Einrichtung zu den Luftkurorten zählen könnte, amüsiert nur auf den ersten Blick. Warum eigentlich nicht!?
Im Kaiserbergwald führte und der Cache "Klöckners Häuschen" zur angeblichen Antwort des Industriellen Peter Klöckner auf die Villa Hügel der Krupps: Haus Hartenfels. Schlappe 3800 qm Wohnfläche, die neuerdings von einem Düsseldorfer Unternehmen zu noblen Eigentumswohnungen umgebaut und unter das zahlungskräftige Interessentenvolk gebracht werden sollen. Man gönnt sich ja sonst nix!
Im Vorüberfahren bemerkten wir einen Porsche(!) in Nato-Oliv - für uns ein deutlicher Beweis für Geschmacksverirrung. Lustig dagegen ist das demonstrative Bekenntnis eines Zeitgenossen zur Vorliebe für Bananen (gefunden in Ruhrort) und der Laubengang für "Gebrauchte" an einem Autohaus in Walsum (ein Schelm, wer Böses dabei denkt!).
Beeindruckt waren wir von einem Zeiches des - bisher nie bewusst wahrgenommenen - Widerstandes gegen das Nazi-Regime in unserer Heimatstadt Oberhausen: Auf der Cacher-Tour "Rund um's Rathaus" entdeckten wir eine Gedenktafel an einem alten Krankenhaus im Marienviertel. Donnerwetter!
Zur Osterzeit nutzten nicht nur wir das hervorragende Wetter und begaben uns auf Hafenrundfahrt im größten Binnenhafen Europas ab Anleger Schifferbörse. Wir erinnerten uns nur noch schemenhaft daran, zuletzt vielleicht zu Schulzeiten eine solche Schiffstour gemacht zu haben, und durften feststellen, dass sich seither einiges getan hat. Die zwei Stunden Fahrzeit (Kostenpunkt 9,50 Euro pro Person) vergingen wie im Fluge und seien jedem ans Herz gelegt, der sich für den Wandel der Hafenlandschaft und der Rheinschifffahrt interessiert. Es empfiehlt sich ein paralleler Besuch des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt und natürlich des Museumsschiffs "Oskar Huber" (beide in Ruhrort). Einige Impressionen sollen auf den Geschmack bringen.
Besser per Rad erobert Ruhrort und seinen Stadtteil-Nachbarn Homberg, wer weitere Sehenswürdigkeiten entdecken möchte. Einige davon sind bereits weithin sichtbar, wie die Türme der Friedrich-Ebert-Brücke oder auch die Überbleibsel der einstigen Trajektanstalt. Deren Aufgabe war es noch bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, mangels einer Brücke die Schienenfahrzeuge auf eine Rheinfähre zu hieven, die zwischen Homberg und Ruhrort verkehrte. Nur einer der Türme (in Homberg) ist noch erhalten, der andere abgerissen worden. Der Abrisswahn ist Duisburgern wie Oberhausenern auch aktuell nur allzu gut bekannt.
Eher zufällig stießen wir auf einen alten Pumpenturm, der inzwischen zum Ausschank eines Biergartens umgebaut worden ist. Grandiose Idee! |  |  | 
 Sumpfzypresse (gefunden in Duisburg)
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 Eingewandert aus Mittel- und Südamerika
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 Fruchtstand der Sumpfzypresse
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 Osage Orange ('bowwood')
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 Frucht der Osage Orange
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 Innenansicht
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 Gradierwerk Mattlerbusch
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 Gut für die Bronchien: solehaltige Luft!
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 Hier rieselt die Sole
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 Mitten im Wald: Haus Hartenfels
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 Wie im Märchen!
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 Wohnraum zu vergeben!
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 Au weia, Porsche in Tarnfarbe!
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 Ausgerechnet Bananen...!
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 ..., aber noch gut erhalten!
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 Gedenktafel am Josefs-Hospital im Marienviertel
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 So wird Geschichte greifbar!
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 Kunstwerk 'Rheinorange' (stilisierte Bramme)
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 Friedrich-Ebert-Brücke und Thyssenkraftwerk
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 Schwanentor (Blick auf den Innenhafen)
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 Polizeitechnische Dienste (Logistikzentrum der Polizei NRW)
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 Ölinsel im Duisburger Hafen
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 Kran der Schrottinsel...
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 ...in Aktion
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 Noch mehr Kräne
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 Mühlenweide (am Pegel und Hafenmeister Ruhrort)
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 Schuber 'Franz Haniel'
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 Liegeplatz der 'Oskar Huber': Schifferbörse
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 Liegeplatz Feuerwache mit einem der beiden Feuerwehrboote
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 'Gerhard Mercator': Schiff der Weißen Flotte Duisburg
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 Feuerwehrboot 1 in Fahrt
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 Museumsschiff 'Oskar-Huber'
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 Liegestelle Schifferbörse
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 Sehenswert!
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 Alte Brückentürme in Duisburg-Ruhrort
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 Alter Pumpenturm in Homberg
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