09.09.2010 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Das Internet

Als die Welt des Internets für uns noch neu und unbekannt war, fanden wir den Einstieg - und zum Nick Fredi - über die Teilnahme an Chats und Newsgroups. Inzwischen chatten wir kaum noch und befassen uns bei aller Affinität zur digitalen Welt kritisch mit den Möglichkeiten und Gefährdungen des sogenannten sozialen Netzwerkens.

 

Bisher feststehende Erkenntnisse: Man muss nicht alles mitmachen und vor allem nicht alle seine persönlichen Daten offenlegen, auch wenn das manche Netzwerk- oder Forenbetreiber gern hätten! Auch professionell administrierte Foren gleichen zumindest phasenweise einem Irrenhaus, manche sind allen Bedenken zum Trotz klasse gemacht und lohnen immer mal wieder einen Besuch. Wenn da nur nicht diese leidigen Trolle wären ...!


Geocaching

Während sich mancher Besitzer eines Luxusautomobils von einem (schweineteuren) fest installierten Navigationssystem von A nach B lotsen lässt, haben wir uns vor Jahren relativ kostengünstig ein PDA mit GPS-Vorrichtung angeschafft. Eher zufällig stießen wir bei der Recherche nach solchen mobilen Navigationssystemen im Internet auf Mitmenschen, die das Navigieren mittels Sateliten zu einer Art Schnitzeljagd, einer Kombination von Ratespielen und Pfadfindertum benutzten. Das Hobby heißt Geocaching und wird weltweit von tausenden experimentierfreudigen Mitmenschen betrieben.

 

Beim Geocachen geht es letztlich darum, mittels mehr oder minder verschlüsselter Koordinaten ein konkretes Versteck zu finden. Meistens findet man vor Ort in wetterfest verpackten, gut getarnten Behältnissen irgendwelchen Tinneff und darf sich als Finder in einem Logbuch verewigen. Zu jedem Cache (so heißen die Verstecke) gibt es im Internet eine Seite, auf der man folgendes nachlesen kann:

  1. die Beschreibung des Caches: Ausgangskoordinaten und ggf. Aufgabenstellungen zur Ermittlung der Fundkoordinaten
  2. möglicher besonderer Inhalt des Verstecks: beliebt sind sogenannte Geo-Coins und Travel-Bugs, das sind speziell markierte Fundstücke mit jeweils eigenen Beschreibungsseiten inklusive Aufgabenstellung
    und
  3. eine Art Gästebuch, in dem man seine erfolgreich beendete Suche (oder auch sein Scheitern) deklarieren kann.


Kürzlich schafften wir uns zum Betreiben dieses Hobbies ein GARMIN GPSmap 60Csx an, ein zu diesem Zweck noch geeigneteres Gerät als die üblichen GPS-Systeme mit TOMTOM-Software o.ä.

 

Durch das Geocachen sind wir schon ordentlich rumgekommen. Nicht nur in unserem direkten Umfeld sind wir dabei in Gegenden vorgestoßen, von denen wir zuvor gar nicht wussten, dass es sie gibt (allein dafür hat sich der betriebene technische Aufwand schon gelohnt - praktische Heimatkunde!). Auch an unseren Urlaubsorten - auf Fehmarn und sogar in Schottland - sind etliche Caches zu finden, die zwangsweise eine intensive Erkundung der jeweiligen Gegend mit sich bringen. Geschichtsinteressierte, Naturliebhaber und Rätselfreunde aller Länder: geht Geocachen! Etwas Frustresistenz ist allerdings empfehlenswert.


Urlaub

Was ist überhaupt Urlaub? Darauf hat jeder so seine eigene Antwort. Was für den einen die Ruhe am Rande der Zivilisation, ist für den anderen das Mittendrin im Getümmel. Freut sich der eine hauptsächlich auf Urlaubsbräune, legt der nächste seine Priorität auf Gegend und Bewohner ohne Rücksicht auf Witterungsverhältnisse.


Als wir noch Kinder waren, nahmen unsere Eltern uns - unabhängig voneinander - oft mit in die Berge. Noch heute beeindrucken uns Gebirge. Beim weiblichen Teil allerdings existiert ein Kindheitstrauma aufgrund der "Marterstrecken", die der Vater in seiner Begeisterung für Kärnten der Familie antat. Beide Fredis gehören zu der Generation, in der Urlaub sich auf wenige Tage im Jahr oder den Besuch bei Verwandten beschränkte, weil man eben nicht gerade im Geld schwamm. Urlaub war für die Familie Luxus. Daher ist es für uns auch kein Problem, unseren Urlaub auf dem heimischen Balkon zu verbringen, was angesichts unseres Eigentumserwerbs in manchem Jahr notwendig wurde.

 

Als wir Nachwuchs bekamen, beschränkte sich der Radius der Urlaubsziele auf das Sauerland und die deutsche Nord- und Ostsee. Kinderspielplätze und Freizeitparks gerieten unweigerlich in den Focus des Interesses - jedenfalls bis zum Ende der Grundschulalters. Kosten für Urlaubsreisen in der Hauptferienzeit sind ein besonderes Thema, das Familien mit schulpflichtigen Kindern wohlbekannt sein dürfte. Mit Erreichen des Teenageralters unseres Nachwuchses eroberten wir uns wieder einen größeren Reisezeitraum und weiter entfernte Urlaubsziele, denn der Nachwuchs verreist ganz gern auch mal ohne elterliche Begleitung. Das mag all jenen zur Tröstung gereichen, die noch mit ihren Kindern an ungeliebten Sandkisten ausharren und von Saharasand oder ausgedehnten Städte- und Museumstouren träumen: alles hat ein Ende, auch die Urlaubszeiten mit Kind!


Unser Lieblingsreiseziel ist ganz eindeutig Schottland, wie man anhand der Reiseberichte nachlesen kann. Dabei wird auch sofort klar: Fredi ist im Urlaub an Land und Leuten interessiert, weniger an Bräunung oder All-Inclusive-Ambiente. Dass diese Vorliebe nicht jeder teilen muss, ist klar! Auch nicht der eigene Nachwuchs!


American Football

Wer tolle Stimmung erleben will und von üblichen Fußballspielen bzw. Fußballfans die Nase voll hat, der sollte zu einem Footballspiel gehen - auch wenn man die Regeln (noch) nicht so genau kennt - es lohnt sich! Aufgrund des Wohnsitzes traf man uns schon mal beim Football in Düsseldorf, wo wir Rhein-Fire zujubelten. Der Club und sein Stadion sind mittlerweile Geschichte, und so hat sich unser Interesse zugunsten heimischer TV-Übertragungen verlagert. Auf NASN - einem amerikanischen Kabelkanal - lässt sich das muntere Treiben der NFL Football-Cracks auch live erleben.


Leuchttürme

Während seiner Schottlandreise 2006 hat Fredi ein neues interessantes Thema für sich entdeckt: Leuchttürme! Allein in Schottland gibt es davon (nach http://www.nlb.org.uk) 215 an der Zahl. Die meisten davon sind von der Ingenieursfamilie Stevenson errichtet worden, zu der auch der bekannte Schriftsteller Robert Louis Stevenson gehört (Die Schatzinsel, Dr. Jekyll und Mr. Hyde etc.). Wir haben demzufolge auf einer speziellen Leuchtturmseite Fotos und Daten von dutzenden dieser Leuchttürme gesammelt und werden sie nach und nach komplettieren. Wenn uns jemand selbst geschossene Fotos von noch nicht dargestellten Objekten zukommen lassen möchte, freuen wir uns über eine Nachricht und die Genehmigung zur Veröffentlichung auf unserer Seite.


Musik

Über Musikgeschmack lässt sich bekanntlich streiten; aber dass Musik zum Leben gehört, ist jedenfalls für uns unstrittig. Ziu den herausragenden Musik-Ereignissen zählten aus unserer Sicht Live-Konzerte von Jean-Michele Jarre und ganz besonders Sting, den wir in der heimischen CentrO-Arena erleben durften. Sehr positiv überrascht waren wir auch von der Australian Pink Floyd Show, die in Lautstärke und Interpretation des Liedguts verteufelt nah an das Original heranreicht. So haben die Künstler denn auch die offizielle Autorisierung der Gründerväter erhalten, sich als Revival-Band den Fans der legendären Gruppe zu präsentieren. Wir haben sie schon zweimal live erlebt und können die Show uneingeschränkt empfehlen. Vorsicht: Ohne Ohrschutz klingeln einem danach noch einige Stunden die Ohren!

 

Das schon angesprochene Töchterlein schockte die lieben Eltern in dieser Hinsicht erstmals mit dem Bekenntnis, Britney Spears gut zu finden. Diese Phase ist inzwischen überstanden. Dafür begeistert sie sich - je nach Angebot - für Hiphop oder deutschen Schlager, was uns langsam daran zweifeln lässt, unserem in jungen Jahren getroffenen Vorsatz treu bleiben zu können, für alles Neue aufgeschlossen und tolerant zu sein (also ganz anders als die eigenen Eltern zu sein). Bei Bushido hört die Toleranz auf! Und dieses ultimative Party-Gefühl, das Alte und Junge zu Klängen von Wolfgang Petry vereint, wird uns ewig ein Rätsel bleiben. Mit fortschreitendem Alter scheint sich die Abneigung gegen Mitklatsch-Rhythmen und Texte deutschen Ursprungs eher noch zu verstärken. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel: Peter Fox lassen wir mal außen vor.

 

Als sprachübergreifende Variante empfiehlt sich da der Griff in das Regal  mit instrumentaler Musik. Wir bevorzugen "Gesamtkunstwerke" von Philip Glass (von denen sich beachtlich oft einzelne Passagen als Untermalung in TV-Dokumentationen wiederfinden), hängen aber auch an unseren CDs des Elektro-Harfinisten Andreas Vollenweider, dem wir einige intensiv-romantische Stunden seiner Beziehung verdanken, was wir dem Musiker sogar schriflich mitgeteilt haben. Das blieb ohne eine Reaktion. Künstler dieses Ranges haben wohl ziemlich viel zu tun ...

 

Wir mögen es allerdings nicht immer romantisch oder toternst. Vielleicht liegt es an der Abstammung des männlichen Teils der Fredis, vielleicht aber auch schlicht an unserem rheinisch-westfälischen Humor, der immer auch ein wenig spöttelnd bis bissig ist: Fredi mag bayuwarische Klänge a lá Biermösl Blosn (die Truppe ist mit Kult-Kaberettist Gerhard Polt verbunden) und Haindling! Die Mundart seiner Vorfahren beherrscht Fredi trotz gelungener Integration in den hiesigen Kulturkreis zumindest so gut, dass er damit die "Einheimischen" verblüffen kann (zu denen auch ein Teil seiner Familie gehört). Mehr verbindet ihn jedoch kaum mit dem "wilden Bergvolk am Rande Preußens", wie man hier über die Bayern zu lästern pflegt.


Freunde

Wirkliche Freunde sind rar. Fredi versucht, in der wenigen Freizeit, die ein arbeitender Mensch so hat, die Freundschaft mit einigen wenigen Menschen zu erhalten. Dabei verfährt Fredi nach der Maxime, die auch die Erziehung seines Kindes prägt: Wichtig ist in erster Linie nicht die Anzahl der miteinander verbrachten Stunden, sondern deren Intensität!

 

Zu manchem unserer Freunde halten wir oft über Monate den Kontakt ausschließlich über das Internet. Manche Freunde hätten wir gar nicht (oder nicht mehr), wenn wir nicht einen Internetanschluss nutzen würden. Nicht jeder unserer Freunde teilt allerdings unseren Faible für die virtuelle Welt. Und manche gesellen sich unerwarteterweise wieder in unsere Nähe, Jahre nachdem man sich aus den Augen verloren hat, sich glücklicherweise wieder über Weg gelaufen ist und in der Folge wegen der doch sehr weit auseinander liegenden Wohnorte gezwungen war, persönliche Treffen auf den gemeinsamen Besuch von Weihnachtsmärkten an zentraler Stelle zu beschränken. Inzwischen wird traditionell der Weinachtswald in Oberhausens Ortsmitte angelaufen, weil "die verlorene Tochter" zurück in die Heimat gefunden hat. Merke: Hilfsmittel wie Mails können eine Freundschaft über alle Distanzen hinweg schaffen und/oder erhalten, ersetzen aber niemals den persönlichen Kontakt. Wir sind froh über unsere Freundschaften, und zwar sowohl über die, die aus virtuellen Kontakten entstanden sind, wie über die, welche sich "im wirklichen Leben" ergeben haben.


Eigentümerversammlungen

Dass manchmal ein Mann eben tun muss, was ein Mann tun muss, erweist sich nirgends besser als in solchen Zusammenkünften von besitzlosen Besitzern: Eigentümerversammlungen. Es gibt kaum eine lohnenswertere Freizeitbeschäftigung als mit liebenswerten Schicksalsgenossen in solchen Veranstaltungen zu hocken (durchschnittliche Dauer: etwa 3 Stunden). Heulend und Zähne knirschend wird dort jeder von Bankdarlehen belastete Quadratzentimeter ihres Traums von Freiheit und Abenteuer verteidigt, als lebte man John Wayne gleich unter lauter gesetzlosen Banditen, denen man nur das Fürchten zu lehren bräuchte, um endlich als Held aus der Schlacht um Recht und Ordnung hervorzugehen.


Grundregeln des menschlichen Miteinanders gilt hierbei stets volle Aufmerksamkeit. Gegenseitige Rücksichtnahme wird z. B. durch Beantragung eines generellen Waschverbots an Sonntagen unterstrichen ("Wer unbedingt sonntags waschen muss, soll das doch im Waschsalon tun!"), verbunden mit der Androhung, der Waschmaschine notfalls die Stromzufuhr zu entziehen ("... dann reiß ich euch eben den Stecker raus!"). Man kann sich auch nicht alles gefallen lassen, lautet die Devise.

 

Grenzzäune werden errichtet, um fremdem Vieh den Zutritt zur eigenen Koppel zu verwehren (" ... ich hab eine Katzenallergie ..."), wobei deren Abmessungen mitunter eher den Palisaden eines Forts ähneln als den guten alten Weidezäunen. Manchmal fürchten wir, es wird doch noch Strom durchgeleitet - es würde uns nicht wundern. Jedem Großgrundbesitzer steht selbstredend das Recht zu, Zuwiderhandlungen zu unterbinden. Katzen können allerdings nicht verstehen, dass ein bestimmter Teil des Gemeinschaftsgrundstücks nicht betreten werden darf und der (Achtung: Juristen-Deutsch!) "Eigentümer mit Sondernutzungsrecht" recht rabiat mit tierischen Mitbewohnern umzugehen pflegt. Bleibt nur die Hoffnung, dass das Tier schneller läuft als der Mensch "zuschlägt".

 

Es ist immer wieder herrlich, wie vielfältig gegenseitige Wertschätzung und menschliche Logik sich äußern können. Wir sehen solche Treffen als Beweis dafür an, dass es an den Grundsätzen des Zusammenlebens nichts zu verbessern gibt - alles, was recht ist!