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Kochen

Fredi kocht - nicht bei Biolek, aber wenigstens genauso professionell und mit Inbrunst. Gelegentlich auch vor Wut, aber das hat dann nichts mit Nahrung zu tun.
Fredi kocht für die Familie und auch gern für Freunde. Dabei greift Fredi gern auf traditionelle Rezepte zurück, wie etwa für den Party-bewährten Kartoffelsalat, für die unvermeidliche Weihnachtsgans oder die zu Unrecht gering geschätzte Linsensuppe, erweitert aber auch ständig sein Repertoire, beispielsweise um trendige Wok-Gerichte (ja, Fredi besitzt einen Wok, den hat er kürzlich geschenkt bekommen - er steht im Keller. Man kann Wok-Gerichte auch prima in herkömmlichen Pfannen und Töpfen kochen!).
Neben viel Platz zum Vorbereiten der Kreationen, einem nahezu unerschöpflichen Vorrat an Zutaten für die diversen Kochaktionen und einem voluminösen Esstisch, an dem die Bekochten sich niederlassen können, benötigt Fredi natürlich einige nicht weg zu denkende Helfer. Um den Rang des wichtigsten Gegenstands bewerben sich die Kombination aus Mikrowelle, Backofen und Grill, in der beispielsweise die favorisierten Auflaufgerichte entstehen, und die unverzichtbare Spülmaschine, dicht gefolgt von der Armada der Schnellkochtöpfe, die das reibungslose Funktionieren eines Kurzzeitmessers voraussetzen (früher sagte man Eieruhr dazu). Aber auch der Römertopf fristet kein unrühmliches Dasein in der hintersten Schrankecke und wird regelmäßig verwendet.
Fredis gut bestücktes Gewürzregal bildet gelegentlich den Ausgangspunkt für ungläubige Fragestunden rund um das Thema geschmackliche Feinheiten im Küchenalltag. Dass man ohne Hemmungen Maggi zum Würzen seines Frühstückseis verwendet, wird dagegen selbst innerhalb der Familie Fredi kritisch gesehen. Ein Teil der Fredis weigert sich bislang erfolgreich, diese alte Familientradition fortzusetzen und besteht auf ganz gewöhnliches Tafelsalz (natürlich mit Jod und Fluor!). 
Arbeiten

Die Arbeit dient als Daseinsgrundlage und hat daher nur im weitesten Sinne etwas mit Selbstverwirklichung zu tun. Dabei umfasst der Begriff Arbeit einen externen (außerhäusigen) und einen internen (die Familie betreffenden) Teil. Was gerade mehr Kraft und Nerven beansprucht, ist von der Tagesform aller Beteiligten (Fredi selbst, den Chefs und dem Nachwuchs) abhängig. Auf jeden Fall braucht Fredi beide Teile zum Leben. In der Familie eines Teils der Fredis gibt es einen inzwischen pensionierten Ernährer, der freimütig bekannte, lieber "10 Stunden auf Babcock" (also: auf der Arbeit) sein zu wollen, als zwei Stunden zu Hause. So langsam kann Fredi verstehen, warum der Mann das gesagt hat. Das Grauen hat einen Namen. Ich sag nur: Pubertät! Der Rest ist Schweigen...
Fredis Arbeitgeber ist übrigens einer jener Mittelständler, die sich selbst das Etikett "Global Player" verpasst haben. Obwohl fest in der Region und seiner traditionellen Industrie, der Stahlindustrie, verankert, prägt Englisch als Geschäftssprache den betrieblichen Alltag. Der Chef heißt neuerdings Managing Director und ist kaum noch im 'Office', sondern entweder 'inhouse' oder extern im 'Meeting'. Für seine Mitarbeiter, Verzeihung: für sein 'Team' hat er anschließend eine umfangreiche 'task list' mit den 'bullets' und 'dead-lines', um deren Beachtung er per Rund-'Mail' bittet. Keine Frage: die Globalisierung folgt dem Strukturwandel auf dem Fuße - moderne Zeiten sind angebrochen. 
Autofahren

Fredi besitzt - welch' ein Luxus - zwei Autos und passend dazu auch zwei Garagen. Anders als seine Nachbarn hat er damit niemals Parkplatzsorgen in der Anliegerstraße, in der er wohnt. Jene Nachbarn nutzen zum Abstellen ihrer Fahrzeuge gern auch mal den dafür absolut nicht vorgesehenen Wendehammer oder aber die Fußwege. Manchmal gewinnt man den Eindruck, es gäbe mehr Autos als Kinder in unserer Siedlung.
Seitdem auch der Nachwuchs - leihweise! - ein eigenes Auto fährt, wird von diesem darüber nachgedacht, warum man zusätzlich zur Familienkutsche jenes betagte Kleinwagenmodell überhaupt noch besitzt, das die zweite Garage "zustellt". Es hat wirklich etwas für sich, einen festen Einstellplatz für sein Fahrzeug zu haben, scheint es! Hauptsächlich ist schlicht nicht einzusehen, wieso man ein funktionstüchtiges Fahrzeug für ein paar hundert Euro verschleudern soll (mehr ist es offiziell nicht mehr wert), wenn man es auch einfach als Reservefahrzeug in der Rückhand halten kann.
Beide vorhandenen Autos sind meist nur zwischen Arbeitsplatz, Lebensmittelhändler und Behausung unterwegs, was durchaus abenteuerlich genug sein kann. Der Schenkelklopfer, dass in Spielstraßen hauptsächlich mit dem Gaspedal gespielt werden sollte, hält sich ebenso hartnäckig wie das Gerücht, dass Zone-30-Schilder z. B. wegen Zeitmangels spontan außer Kraft gesetzt werden könnten. Bemerkenswert ist, dass sich auch an der naheliegenden Grundschule und Kindertagesstätte alltäglich die eindrucksvollsten Lehrstücke zu diesem Thema abspieln - ausgerechnet unter Teilnahme von stets besorgten Eltern hiesiger Schüler.  Busfahren?

Kürzlich hat Fredi seine Tochter durch die Überlegung geschockt, vielleicht doch auf seinen Zweitwagen zu verzichten, und zwar zugunsten eines Monatstickets für den öffentlichen Nahverkehr. Denn neuerdings gibt es tatsächlich eine Bushaltestelle in fußläufiger Nähe seines Arbeitgebers, die von einer stündlich verkehrenden Linie bedient wird. Immerhin!
Dem stets am Rande der Pleite wandelnden Teenager, der sich aufgrund der Spritpreise (man tankt Super, nicht Diesel!) in der Kunst der 10-Euro-Tankfüllungen übt, blieb daraufhin der Mund sprachlos offenstehen. Man zweifelte an Fredis Verstand. Die Anschaffung eines Rollers, ja, der wäre wohl 'cool' gewesen, aber busfahrende Eltern?! Gibt es etwas Rückschrittlicheres als das? Wiedereinmal sind wir einfach nur 'peinlich'. Pubertierende haben ein ziemlich eigenes Weltbild.  Radfahren!

Weniger aus Sparsamkeitsgründen heraus, wohl aber in Gedanken an den grundsätzlich nicht gesundheitsförderlichen Mangel an körperlicher Bewegung hat Fredi sich vor gar nicht so langer Zeit den Luxus eines Fahrrades gegönnt: 21 Gänge, gefederte Sattelstütze, pneumatische Vorderradgabel. KTM - davon gab es zu meiner Jugend Mokiks! Mit diesem Gefährt lässt sich der Arbeitsweg natürlich auch bewältigen - wenn man den Unbillen des Wetters mit Trotz und Härte gegen sich selbst begegnet. Ein bisschen komisch geguckt haben die Kollegen schon, als Fredi erstmalig in Radlermontur im Büro erschien, aber das steckt so ein bewusst lebender Zeitgenosse locker lächelnd weg.
Vorzugsweise wird das Rad jedoch in der Freizeit benutzt. Dabei hat sich Fredi von einem radtechnisch versierten Freund einmal seine Grenzen aufzeigen lassen. Die Einladung zur sonntäglichen Radtour nach Wesel - immerhin gut 50 km Distanz - geriet zum Härtetest für Po und Kondition. Während Fredi kurz nach Erreichen des Ziels nur noch abgekämpft in den nächsten Zug nach Oberhausen steigen konnte, setzte sich nämlicher Freund unverzagt wieder auf das Rad und strampelte in Richtung Bochum los. Bis Fredi zu solchen Kilometerleistungen in der Lage sein wird, wird sicher noch die eine oder andere Tankfüllung durch seinen Aufpuff geblasen.  Lesen

Fredi liest gern und viel, und zwar ganz konventionell in Büchern, Zeitungen und Zeitschriften, aber auch "online". Das Angebot ist so vielfältig wie seine eigene Interessenlage und erstreckt sich über Lokales (wie die Journale der örtlichen Geschichtswerkstatt) und Fachspezifisches (aus dem IT-Bereich und rund ums Büro). Aus seiner Jugend hat sich Fredi seine Skepsis gegenüber bestimmten Verlagshäusern bewahrt, sodass er sich seine Meinung immernoch ohne Mithilfe der betreffenden Vertreter BILDet. Dafür nimmt er sich für anderes ZEIT.
Kurzfristig hat sich Fredi an einem Spiegel-Abonnement versucht. Allerdings ist er wie erwartet daran gescheitert, dass so ein wöchentliches Magazin viel zu viel Themen abhandelt, die man als bildungshungriger Mitmensch noch vertiefen müsste, statt die Artikel im schlimmsten Falle nur noch zu überfliegen, weil schon das nächste Heft auf die Lektüre lauert. Der Tag hat nunmal nur 24 Stunden! Und außer Lesen hat Fredi ja auch noch andere Dinge zu tun. Wenn er irgendwann einmal in Rente gehen sollte, wird er auch mehr Zeit für dieses Hobby haben, denkt er sich. Hoffentlich machen bis dahin seine Augen nicht schlapp! Kürzlich erst musste eine zusätzliche Lesebrille angeschafft werden, obwohl bis dahin nur die Fernsicht eingeschränkt war. Erste Abnutzungserscheinungen machen sich bemerkbar. Man wird halt nicht jünger...!  Fotografieren

Fredi macht sich gern ein Bild von den Dingen, die er so zu Gesicht bekommt. Seit einiger Zeit tut er das mittels Digitalkamera. Zu Anfang verwendete er ein bescheidenes Exemplar. Damit entstanden beispielsweise Urlaubsfotos, wie sie in Fredis Schottland-Reiseberichten verewigt sind. Inzwischen hat Fredi "aufgerüstet" und ist auf NIKON-Spiegelreflex-Kameras umgestiegen. Spätestens seit einem sehr lehrreichen USA-Urlaub hat das Thema ein völlig anderes Gewicht - und die Ergebnisse deutlich an Qualität gewonnen. 
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