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Hafenidyll im Regen

Das West-Highland Hotel in Malaig
Hafen in Malaig
Wir machen Pause...
...und trinken ein Ale. Prost!
Bar des West-Highland Hotels
Wintergarten
Atlantikküste bei bestem Wetter
Inselblick
Mehr Meer!
Hafenbucht

Schon in der Nacht hatte massiver Regen eingesetzt. Das versprach für den neuen Tag zumindest recht durchwachsenes Wetter. Nach dem Frühstück begaben wir uns dennoch in Richtung Hafen, denn wir hatten uns einen Abstecher auf die Insel Skye oder eine Ausflugsfahrt entlang der Küste und der Inselkette vorgenommen.

 

Die Abfahrtszeiten der heimischen Ausflugschiffe und Fähren lagen zumindest teilweise am frühen Nachmittag, also nutzten wir den Vormittag für eine kurze Wanderung auf dem Rundgang in Hafennähe, auf den wir zufällig stießen. Kaum hatten wir die Schritte auf den Wanderweg gelenkt, setzte erneut starker Regen ein, sodass Lisa nur unter anhaltendem Protest zum Weitergehen zu bewegen war. Damit hatte sich der Bootsausflug erledigt, denn wer würde sich schon gern auf dem Meer von einem Unwetter überraschen lassen?

 

Der heftig blasende Wind verdarb uns gänzlich die Freude am "flüssigen Sonnenschein". Wir waren schließlich froh, nach gut einer Stunde wieder im trockenen Hotel eingetroffen zu sein, wo wir uns notgedrungen einen Platz im Barbereich bzw. dem Eingangsbereich vorgelagerten Wintergarten sicherten.

 

Während ich weiter am Reisetagebuch strickte, begann Lisa ihre Gruselgeschichten fortzusetzen, zu der sie nach eigenen Angaben die Gegend inspirierte. Obwohl es kaum Mittag war, bestellten Horst und ich uns erstmal ein Ale und beschlossen, uns vom schlechten Wetter nicht die Urlaubslaune verderben zu lassen.

 

Der Wunsch nach fester Nahrung verschlug uns schließlich in ein Fischgeschäft am Hafen, wo wir je ein Brötchen ("rolls") mit fischigem Belag ("prawns" = Krabben bzw. Shrimps sowie "salmon" = Lachs) ergatterten. Bei Regen machte der Aufenthalt im Freien nach wie vor keinen besonderen Spaß, also besuchten wir als nächstes die örtliche "Marine World", in dem uns die Tier- und Pflanzenwelt der hiesigen Küstengewässer nähergebracht wurde.

 

In mehreren unterschiedlich großen Aquarien und Becken befanden sich z.B. Hummer, Krebse, Seeigel, Haie, Rochen, Seeaale, Annemonen und diverse Fische. Ein deutsch-englisches Faltblatt klärte uns über die Namen der Lebewesen auf, wodurch wir auch einige Übersetzungslücken unseres elektronischen Lexikons auffüllen konnten. Die Speisekarte wies fortan deutlich weniger Rätsel für uns auf. Die an diesem Abend angepriesenen "plaice" konnten einwandfrei als Schollen identifiziert werden.

 

Lisa fand diesen Fisch auch nach dem Nachwürzen mit Zitrone, Salz und Pfeffer nur bedingt genießbar. Nun ja, es war keine Glanzleistung, was die Gastronomie uns da auf den Teller zauberte, aber Horst und ich fanden es durchaus essbar. Das einzige für mich immer wieder Enttäuschende bildete die stets gleichbleibende Gemüsebeilage: zwei mit Schale servierte Pellkartoffeln, einige Möhrenscheiben und Zuckerschoten, die für mein Empfinden zu bissfest waren, seltener ein(!) Brokkoli- oder Blumenkohl-Röschen.

 

Einen gewissen Ausgleich bildete dazu stets die Vor- bzw. Nachspeise. Lisa entdeckte ihre Vorliebe für alles, was mit Ziegen- oder Schafskäse zu tun hatte - gegrillt oder als Salat. Das im Hafenladen zu bekommene Softeis bildete aber mit Abstand die begehrteste Zwischenmalzeit.

 

Erstaunlicherweise konnten wir trotz vorhandenem SPAR-Markt und gut sortiertem Coop-Shop keine Salzstangen oder Salzbrezeln zum Knabbern erwerben. Lisa verlegte sich daraufhin auf Pringels, und ich erstand eine Packung Kekse von Jacobs(!), die hierzulande als Beilage zu Käse gereicht wurden, z.B. zu der als Käseplatte ("cheese plattern") bezeichneten Nachspeise in den Hotels.

 

Für alle Reisewilligen sei der Hinweis gegeben, dass wir die Hauptgerichte als mengenmäßig nicht zum Sattwerden ausreichend bezeichnen würden und daher nur dazu raten können, stets mindestens eine Vor- oder Nachspeise als Ergänzung zum Hauptgang zu bestellen, bei guten Essern eher beides!

 

Etwas ungewöhnlich fanden wir im Übrigen, dass in Schottlan Getränke (außer Wasser aus Karaffen, das immer am Tisch stand, und Kaffee zum Abschluss, der immer kostenlos gereicht wird) stets vom Gast selbst an der Bar geordert und bezahlt und dann zum Tisch im Restaurant mitgebracht werden mussten. Wir wurden vom Hotelpersonal allerdings sehr höflich und nachsichtig auf diese Vorgehensweise hingewiesen.

 

Für den Folgetag hatten wir uns einen Ausflug mit dem Zug in Richtung Fort William vorgenommen. Uns Erwachsene hatte das gute Bier und die frische Luft bereits früh müde gemacht. Lisa verbrachte darum noch eine Stunde ohne uns im schon erwähnten Wintergarten des Hotels, während wir uns bereits vor 21 Uhr in die Federn begaben.