12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Kinnaird Head

Fertigstellung1787
IngenieurThomas Smith
Position57° 41,9' N - 2° 00,1' W
Leuchtmerkmalweißer Lichtstrahl alle 5 Sekunden
Höhe25 Meter
Leuchtkraft (Candela)690.000
Reichweite22 Meilen
Aussehenweißer Turm, 10 Meter hoch

 

 

Der ursprüngliche Turm ist als historisches Gebäude mit architektonischem Wert gelistet. Den Aufzeichnungen nach wurde der Leuchtturm am 1. Dezember 1787 fertiggestellt. Sein Erbauer ist Thomas Smith aus Edinburgh, der Schwiegervater von Robert Stevenson (dem Großvater des Schriftstellers Robert Louis Stevenson), der ihm als Ingenieur beim Northern Lighthouse Board nachfolgte.

 

Ein Licht wurde in 120 Fuß Höhe auf eine Ecke der alten Burg von Fraserburgh gesetzt, deren Eigentümer Lord Saltoun war. Damals war festes Licht in Gebrauch. Die Leuchten wurden mit Walfett betrieben und hatten jeweils einen parabolischen Reflektor aus facettenreichem versilbertem Spiegelglas. Sie wurden auf einer Gipsform aufgebracht.

 

Kinnaird Head hatte das kraftvollste Licht seiner Zeit: 17 Reflektoren, angeordnet in 3 horizontalen Reihen. Zeitgenossen zufolge strahlte das Licht bei klarem Wetter 12 bis 14 Meilen weit hinaus auf das Meer. Bis zu seiner Umgestaltung 1824 wurde die Anlage so betrieben. Dann wurde der Turm so verändert, dass er den Erfordernissen einer neuen Leuchte gerecht wurde. Außerdem wurden weitere Gebäude für die Leuchtturmwärter errichtet.

 

1906 wurde die Leuchte noch einmal verändert, und zwar auf Glühlampenbetrieb. Das heutige Licht befindet sich unweit des Standorts des ursprünglichen Turms. Kinnaird Head kann zwei Premieren für sich verbuchen: 1. war es der erste Leuchtturm, der von der Kommission der Northern Lights (gegründet 1786) gebaut wurde; 2. wurde hier zum ersten Mal ein Funkfeuer installiert (1929).

 

Interessant am ursprünglichen Leuchtturm ist, dass 1787 ein gewisser Kapitän James Park als "Keeper of the light" (also Hüter des Lichts) verpflichtet wurde. Als Bedingung wurde gestellt, dass er in jeder Nacht eine weitere Person mitzunehmen und darin zu schulen hatte, wie man die Leuchte reinigte und zum Leuchten brachte. Im Gegenzug erhielt er Landnutzungsrechte.

 

Im Krieg erhielt der Leuchtturm lediglich einen Beinahetreffer, was sehr erstaunlich ist, denn Fraserburgh war als "Little London" bekannt, weil so viele schwere Bombenangriffe und Maschinengewehrattacken auf die Stadt geführt wurden. Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass ein Munitionswerk hier angesiedelt war, zum anderen darauf, dass am Bau der Rolls Royce Flugzeugmotoren und Teilen der Bofors Waffen gearbeitet wurde.

 

Der Beinahetreffer erfolgte am 19. Februar 1941 als zwei Flugzeugbomben nur 50 Yards entfernt von den Nebengebäuden des Leuchtturm einschlugen. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die Schäden durch die Explosion wurden wie folgt festgehalten:

 

"3 Laternengläser zerstört, die Funkantenne abgebrochen und einige Isolatoren zerbrochen, 41 Fensterscheiben und Rahmen in den Wohnhäusern zu Bruch gegangen, ebenso ein Schubriegel der Balkontür. Die Decke im Haus des Zusatzleuchtturmwärters war gerissen und auch an der Küchendecke im Haus des ersten Assistenten zeigten sich Risse."

 

Was den Leuchtturm aller Wahrscheinlichkeit nach vor weiteren Angriffen geschützt hat, waren die hohen Schlote der Fischfabrik, die sich hinter dem Kap befand, von wo die feindlichen Angreifer ihre Funkpeilung in der Verdunklungsphase aufnahmen.

 

Eine Legende, die Kinnaird Head mit dem benachbarten Wine Tower verbindet, der auf dem Rand der Klippe steht, berichtet von einer Liebesgeschichte vergleichbar der von Romeo und Julia. Die Tochter des Eigentümers hatte einen Dudelsackspieler in der unter dem Turm befindlichen Höhle eingesperrt. Noch heute können Besucher des Leuchtturms und des Towers die mit roter Farbe markierte Stelle sehen, an der sie stürzte. An manchen Tagen, so sagt man, kann man den Dudelsackspieler noch immer für seine verlorene Geliebte spielen hören.

 

Zu einer Zeit, als die Seefahrer noch keinen Kompass oder andere nautische Instrumente besaßen, die Ihnen auf ihrer Seereise den Weg weisen konnten, muss Kinnaird Head eine wichtige Landmarke gewesen sein. Es ist anzunehmen, dass seine Bedeutung für den Handel mit Europa, Afrika und Asien bereits vor 1750 Jahren gegeben war. Manche sagen, damals sei dessen Bedeutung noch größer als heute gewesen. Ptolomäus soll einst vom Burggelände herab seinen Blick bewundernd über die Moray Firth schweifen gelassen haben, jedenfalls bekommt man beim Studium seiner Berichte gelegentlich den Eindruck.

 

Das Nebelhorn wurde 1987 außer Betrieb gesetzt.

 

Im Original-Leuchtturm von Kinnaird Head befindet sich heutzutage das "Museum of Scottish Lighthouses", das Museum der schottischen Leuchttürme (siehe Fotos von unserer Reise im Sommer 2006). Direkt neben dem ursprünglichen Leuchtturm nahm 1991 eine automatische Leuchte ihren Dienst auf.