17.01.2019 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Burg von Penzlin
Burg von Penzlin
Die Schwarzküche der Burg
Blick in die Esse der Küche
Badeanstalt und Wasserturm in Neustrelitz
Gymnasium Neustrelitz
Gedächtnistafel in Mirow
Riesen-Linde
Eindrucksvolle Maße!
Schlossgebäude von Mirow
Die Holländer kommen!

Rund um die Müritz

Bevor wir uns auf die nächste Tour machten, übergaben wir vereinbarungsgemäß unsere Zimmerschlüssel an die Dame an der Rezeption. Man versprach uns, dass der Umzug völlig problemlos verlaufen würde. Schön wär's ja, dachten wir, und brachen mit gemischten Gefühlen auf.

 

Unser Weg sollte uns heute im Uhrzeigersinn um die Müritz herum über Penzlin und Neustrelitz nach Mirow und von dort zurück nach Waren führen. Schon der erste Halt offenbarte uns ein Kleinod: die Alte Burg von Penzlin. Das hier eingerichtete „Kulturgeschichtliche Museum für Magie und Hexenverfolgung in Mecklenburg“ befasst sich ausführlich mit diesem Teil der lokalen Geschichte, die ja nur einen Teil der eigentlichen Burggeschichte darstellt. Zu diesem Zweck wurde nicht nur eine sehenswerte Ausstellung zeitgemäßer Folterinstrumente und Dokumente zusammen getragen.

 

Eine nach damaliger Sitte gekleidete Frau nahm uns mit auf eine Reise zurück in eine Welt, die uns heute noch schaudern lässt und aus der erstaunlich lebendig gebliebene Zitate erhalten blieben, wie wir lernten. Wer weiß schon, dass der Ausspruch „einen Zahn zulegen“ auf die damaligen Gegebenheiten in der Burgküche zurück zu führen ist?! Der Kessel mit der Mahlzeit hing nämlich an einem wie eine Säge gezahnten Eisenstab, mit dem die Nähe oder Ferne zur Feuerstelle und damit die Kochtemperatur reguliert werden konnte. Kamen die Gäste in Blickweite des Personals, wurde dem Koch oder der Köchin nahegelegt, nun doch „einen Zahn zu zu legen“, also das Essen näher an die Feuerstelle zu bringen, damit es pünktlich fertig würde. Wer noch mehr solcher geschichtsträchtiger Sprüche erklärt bekommen möchte, ist in Penzlin in besten Händen. Kleiner Tipp für Heiratswillige: der Rittersaal der Burg wird auch als Standesamt genutzt! Anschließend empfiehlt sich ein Besuch des kleinen Burgrestaurants „Hexenkeller“. Für schlappe 2 Euro bekommt man beispielsweise ein gutes Kännchen Kaffee. Auch die Preise für die warme Küche sind entsprechend moderat.


Gegen Mittag setzten wir unsere Reise fort. Nächster Halt: Neustrelitz. Inzwischen hatte sich die Wettervorhersage bewahrheitet – es regnete. Wir parkten in der Nähe des Glambecker Sees und genossen den Ausblick auf die gegenüber liegende Badeanstalt und das altehrwürdige Gymnasium. Eine Regenpause nutzten wir für eine Umwanderung des Sees sowie eine Runde Kaffee, Kuchen und Eis im Bad-Restaurant.

 

Ohne nach weiteren Attraktionen vor Ort zu suchen, steuerten wir schließlich die nächste Station an: Mirow. Auf dem Weg vom Parkplatz in den kleinen Hafen der Stadt, mahnte uns ein Gedenkstein an die Rolle, die hiesige Straßen während der Naziherrschaft gespielt haben müssen. Davon hatten wir bisher keinerlei Ahnung gehabt. Beeindruckt setzten wir unseren Weg fort und bemerkten auf einem ehemaligen Schulhof einen wohl mehrere hundert Jahre alte Linde mit riesigen Abmessungen. Leider konnte uns niemand genaueres zu diesem bemerkenswertem Stück Natur sagen. Einer der Anwohner meinte, diese Linde habe schon zu seiner Schulzeit diese Größe gehabt, und die läge nun schon mehr als 50 Jahre zurück. Wow!

 

Eine zeitlang sahen wir den einlaufenden Yachten und kreuzenden Fahrgastschiffen zu, dann machten wir uns auf den Weg zu Johanniterkirche, von deren Aussichtsplattform wir einen tollen Blick über den See werfen konnten. Ein noch zu DDR-Zeiten gegründeter Verein hatte in jahrelanger Arbeit dafür gesorgt, dass die Kirche grundlegend renoviert und für die Besucherströme geöffnet wurde. Der ganze Stolz des Vereins ist der erst kürzlich beendete Wiederaufbau der Turmspitze und die Weihe der bis dahin fehlenden großen Glocke. Es muss allerdings noch einiges geleistet werden, bis die Kirche als instandgesetzt betrachtet werden kann. Im unteren Bereich befindet sich übrigens die alte und die neue Fürstengruft (leider nur sehr schlecht abzubilden).

 

Die alten Schlossgebäude auf der Schlossinsel werden derzeit ebenfalls renoviert, sehen aber schon sehr eindrucksvoll aus. Den Besuch der Liebesinsel haben wir uns genau wie den Besuch des Ritterkellers (ein Restaurant mit mittelalterlichem Ambiente) gespart. Stattdessen haben wir uns lediglich ein Alsterwasser auf der Seeterasse des dortigen Hotels gegönnt, bevor wir unseren Weg zurück nach Waren antraten.

 

Hier hatten inzwischen die fleißigen Hausgeister gewirkt und unsere Sachen in das neue Zimmer verfrachtet. Immerhin hatte das tatsächlich geklappt. Nach dem Abendessen planten wir unseren letzten Tag vor Ort. Unter anderem wollten wir mit einem der Fahrgastschiffe (Hinweis: der Link beinhaltet auch einen Film!) eine Tour über die diversen Seen machen.