23.03.2019 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Freie Fahrt für die Boote...
...Warten vor der Schranke
Los geht's!
Alte Weberei von Malchow
Neue Klinik mit umbautem historischem Turm
Malchow im Rückblick
Ganz schön eng hier!
Klosterkirche in Malchow
Schloss Klink
Ferienwohnung am Schloss Klink

Große Enttäuschung machte sich breit, als wir den einmal gefassten Vorsatz in die Tat umsetzen wollten, die Müritz per Fahrgastschiff zu erkunden: zwar kann man fast zu jeder Zeit die Müritz befahren, aber Montage bilden eine Ausnahme – da läuft respektive fährt so gut wie nichts, mussten wir feststellen. Jedenfalls nicht morgens in Waren. Unser Favorit, eine 5-Seenfahrt nach Malchow von 7 Stunden Gesamtdauer, fand gemäß Fahrplan ausschließlich dienstags, mittwochs und freitags statt. Und auf die einzig in Frage kommende Alternative, eine 4-Seenfahrt, hätten wir bis zum Nachmittag warten müssen.

 

Die Hilfsbereitschaft der hiesigen Schifffahrtsbediensteten erschöpfte sich in dem Tipp, es mal einen Anleger weiter bei der nächsten Gesellschaft zu versuchen. Koordination? Keine Spur! Als auch von der dortigen Dame am Fahrkartenschalter nur abgewunken wurde, bestiegen wir kurzentschlossen unser Auto und fuhren auf direktem Wege nach Malchow, um im dortigen Hafen noch einmal unser Glück zu versuchen.

 

Malchow ist eine wirklich wunderschöne kleine Stadt mit einer verkehrstechnisch interessanten Brücke mitten durch den Ort. Diese wird stündlich aufgeschwenkt, um den Schiffsverkehr passieren zu lassen. Ortskundige Autofahrer erkennen die betreffende Schlange, bevor sie an allen Wartenden vorbei gefahren sind und – mitleidig belächelt - vor geschlossener Schranke stehen. Wir gehörten zu denen, die das noch lernen mussten, und setzten verschämt zurück.

 

Ohne Umschweife stapften wir nach erfolgreicher Parkplatzsuche in die nächste Kartenverkaufsstelle und erwarben dort einen Fahrschein der Reederei Pickran. Diesmal passierten wir die Schwenkbrücke auf dem Wasserweg - mit uns noch einige weitere Schiffe, Yachten und Motorboote.

 

Wir schipperten als erstes vorbei an dem im Verfall begriffenen Gebäude der alten Tuchmacherei von Malchow, das früher einmal das Manchester des Ostens genannt wurde. Ähnlich wie in Großbritannien hatte auch hier die Tuchherstellung und -verarbeitung wohl keine Zukunft. An dem eher unspektakulären Klinikbau wären wir sicher achtlos vorbeigefahren, wenn uns nicht der Schiffsführer auf eine Besonderheit hingewiesen hätte: in einen Gebäudeteil musste nämlich der Turm eines historischen Bauwerks mit integriert werden, auf dessen Grund die Klinik gebaut wurde (wir haben leider vergessen, was das für ein Bauwerk war), der nun aus dem Klinikgebäude oben herausragt.

 

Wir genossen den reichlichen Sonnenschein auf der Fahrt, die uns durch zwei Kanäle und über 3 Seen führte. Der letzte Kanal konnte jeweils immer nur von einem großen Boot oder Schiff passiert werden, weshalb unser Schiff auch ein deutliches Hornsignal gab, um die anderen Schiffsführer zu warnen. Trotzdem kam es auf dem Rückweg zu einer unliebsamen Begegnung mit einer großen Motoryacht, dessen Kapitän sich einen heftigen Wortwechsel mit dem hiesigen Personal lieferte, das sich mittels Fendern gegen einen möglichen folgenreichen Zusammenprall mit der Yacht schützen musste, während diese sich mit der angrenzenden Bepflanzung abkämpfte. Einer von beiden hätte wohl bei der Einfahrt ein deutliches Signal geben müssen. Beide Parteien gaben sich jedoch unschuldig und haderten mit der brenzligen Situation, die sich letztlich ohne sichtbare Schäden an den Fahrzeugen auflöste. Spannende Sache für alle Mitfahrenden.


Als wir zurück an den Anleger kamen, war es bereits früher Nachmittag. Für den kleinen Hunger schwebte uns ein herzhafter Imbiss vor. Fündig wurden wir in einem kleinen Café, das auch Kartoffelsalat und Würstchen anbot. Für weniger als 10 Euro waren wir anschließend frisch gestärkt, und es dürstete uns nach weiteren Besichtigungsobjekten. Zumindest von außen sehr eindrucksvoll erschien uns die Klosterkirche, in der gerade ein Orgelkonzert gegeben wurde. Das erschien uns nicht sonderlich verlockend, also beschränkten wir uns auf die Außenansicht und traten die Weiterreise an.

 

Auf dieser tauchte in der Ortschaft Klink das inzwischen zum Hotel umgebaute Schloss auf. Wir entschlossen uns zu einem Stopp, um einige Aufnahmen zu machen. Das 4-Sterne-Haus verfügt übrigens über 4 unterschiedliche Restaurants sowie über einen neu gebauten Komplex mit Ferienunterkünften neben dem Schloss.