24.03.2019 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Wappen von Barth
Hotel Speicher Barth
Hafenansicht
Am Hafen
Blick auf den zweiten Speicher
Hotel
Fernsicht
Hafenblick
Regen kündigt sich an
Bitte vor dem Ausruhen...
...kurz lesen!
Ortsgeschichte
Blick aus dem Fenster
Abendstimmung

Von Usedom nach Barth

Vom nächsten Zielort unserer Reise wussten wir, dass er der bekannten Ferienregion Fischland-Darß-Zingst (Hinweis: der Link führt zu einer interaktiven Karte) vorgelagert ist. Auf dem Weg dorthin würden wir auch Stralsund passieren, von wo aus man die Insel Rügen erreicht. Schnell verabschiedeten wir uns von der Vorstellung, Deutschlands größte Insel per Abstecher von unserer Reiseroute erobern zu können. Hätte das Wetter mitgespielt, wäre die Verlockung schon sehr groß gewesen. Aber bereits bei unserer Abfahrt setzte Regen ein, und es stand uns nicht der Sinn nach Freiluftduschen.

 

Bereits am frühen Nachmittag erreichten wir daher den alten Speicher von Barth, in dem wir wiederum zwei Nächte bleiben sollten. An der Rezeption empfing man uns mit den üblichen Formalitäten und der ungewöhnlichen Bitte, sich wegen einer konkreten Essenszeit am Abend mit dem Restaurant abzustimmen. Aha. Wir haben bis zuletzt gerätselt, wieso man hier nicht die gleiche Flexibilität erwarten durfte, wie an den anderen Unterkünften.


Unser Zimmer erstreckte sich über zwei Etagen, wobei der Eingangsbereich in der unteren Etage lediglich eine Garderobe und eine gepolsterte Sitzbank enthielt sowie die schmale Treppe in den oberen Bereich. Körperlich nicht ganz fitte Mitmenschen werden hier ihre Probleme haben. In der oberen Etage verfügte das Zimmer über einen Wohn-Ess-Bereich, ein äußerst knapp bemessenes Duschbad mit WC und einen Schlafbereich mit Doppelbett.

 

Ein Highlight dieses außergewöhnlichen Hotels bildete der Ausblick auf den Hafen vom Minibalkon aus (auf dem eine Person stehen, aber keinesfalls sitzen kann), der sich an den Wohnbereich anschloss. Ansonsten werden Raucher hier schmerzlich die Möglichkeit vermissen, ihrer Sucht nachzukommen, denn nicht nur im Hotel selbst ist Rauchen sicherheitsbedingt verboten (schließlich bestehen die Wände fast sämtlich aus den hölzernen Trennwänden des historischen Gebäudes). Auch im attraktiven Wintergarten des Restaurants, in dem wir später das Abendessen und in der Folge auch das Frühstück einnahmen, war Rauchen untersagt. Im (vergleichsweise stockdusteren) inneren Restaurantbereich dagegen, war das Rauchen erlaubt. Auch hier erschloss sich uns der Sinn dieser Maßnahme nicht wirklich. Der Blick über den Hafen allerdings entschädigt für dieses Manko, finden wir. Übrigens befindet sich unmittelbar neben dem Hotel ein weiteres Speichergebäude, das noch auf einen Käufer wartet, der es einem neuen Zweck zuführt.


Weil auch in diesem Hotel kein Internetzugang vorhanden war – eigentlich unverständlich für Häuser dieser Kategorie -, wollten wir uns bei nächster Gelegenheit einmal in die Innenstadt begeben, um nach einem Internet-Café Ausschau zu halten. Ein solches hatten wir nämlich weder an der Müritz noch auf Usedom finden können, und das Loggen unserer Geocaching-Funde wollten wir nicht bis nach unserem Urlaub aufschieben.

 

Beim Schlendern durch den Hafen fanden wir eine gut Eisdiele und verschafften uns an der Tourist-Information einen großen Übersichtsplan „Darß-Zingst“ mit Stadtplänen von Barth, Zingst und Prerow (Kostenpunkt 1,50 Euro). Im Info-Zentrum der Innenstadt erhielten wir außerdem den Tipp, dass in der hiesigen Stadtbibliothek auch ein Internetzugang für Besucher vorhanden sei. Die halbe Stunde kostet 1 Euro. Als Alternative wurde uns das Geschäft „PC-Doc“ empfohlen. Dort konnte man uns allerdings auf Nachfrage keine Gebührenauskunft geben – Zitat: „Die Leute kommen hier hin und bezahlen, was angezeigt wird.“ Erstaunlich! Soviel Gottvertrauen hatten wir dann aber doch nicht.

 

Da bis zum Abendessen noch etwas Zeit verblieb, besuchten wir das bereits in der Schmetterlingsfarm beworbene „Technik & Erlebnis Museum, Zuckerfabrik“ in der Nähe des Hotels. Für einen Eintrittspreis von 10 Euro bekamen wir einige Autos und Motorräder älterer Baujahre zu sehen, teils in fahrtüchtigem und teils in restaurierungsbedürftigem Zustand, sowie wenige Schaustücke zum Thema Fliegerei. Besonders beeindruckend fanden wir diese in unserem Augen eher etwas größere Garage nicht. Anschließend besuchten wir die ebenfalls vorhandene „Sonderausstellung Titanic“, die ganz nett gemacht war und jedenfalls mit dem weniger imposanten „Museumsbereich“ versöhnte. In Summe rechtfertigt das hier ausgestellte Gut aber keinesfalls den Begriff „Technik & Erlebnis Museum“. Wer das – wie wir – ernst nimmt, wird enttäuscht sein.


Am Abend verstärkte sich bei uns der Eindruck, dass wir diesmal mit dem Restaurant nicht unbedingt Glück gehabt hatten. Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, ein Menü mit Weile einzunehmen, aber Wartezeiten von deutlich mehr als einer Viertelstunde zwischen den Gängen strapazieren denn doch zumindest unsere Geduld. Auch auf unsere Getränke mussten wir ziemlich lange warten, wie wir fanden. Die Live-Darbietung des Pianospielers im Hintergrund wurde leider von der konkurrierenden Musik aus dem Lautsprechern beeinträchtigt. Beim Personal erregte mein Hinweis, es sei wohl besser, entweder Live-Musik ODER aber CD-Musik zu spielen, aber keinesfalls beides, derartiges Erstaunen, dass wir uns kritische Anmerkungen zum selben Fehler am nächsten Abend verkniffen.

 

Obwohl wir eigentlich keine Veranlassung für ein größeres Trinkgeld gesehen hatten, brachen wir schließlich auf, ohne die Rückgabe des Wechselgeldes abzuwarten, denn auch unsere Rechnung lag mindestens eine Viertelstunde herum, ohne dass das Personal zum Kassieren an unseren Tisch zurückkehrte (wir unterstellen jetzt einfach mal keine Absicht). Auf dem Abendspaziergang entdeckten wir die Restaurant-Pension „Sur la Mer“, in der die nette Bedienung uns bereitwillig das eine oder andere Bier zapfte.

 

Es stellte sich heraus, dass es sich bei der Dame um eine ehemalige Beschäftigte des „Alten Speichers“ gehandelt hatte, die zusammen mit der damaligen Restaurant-Chefin wechselte, als letztere sich mit diesem Lokal selbständig gemacht hatte. Es entwickelte sich ein interessanter Gedankenaustausch über Service im Allgemeinen und guten Service im Speziellen. So kam es, dass wir erstmalig nicht vor Mitternacht zu Bett gingen.