26.06.2019 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Bodden-Brücke
Raddampfer auf dem Bodden
Kirche von Prerow
Altarbereich
Ungewöhnlicher Deckenschmuck
Speise-Abteil
Gewissensfrage: Einhalten oder...?
Barackensiedlung
Abbruchreif!
Saft ist schon abgedreht

Besuch der Halbinsel Darß-Zingst

An diesem Morgen überquerten wir die Brücke über den Bodden (so nennt man die Wasserlandschaft rund um die Halbinsel) nahe Barth, um uns einmal die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst anzusehen. Auch hier gab es einige Caches, die wir heben wollten. Für den sagenhaften Preis von 5 Euro parkten wir unseren Wagen auf der ausgewiesenen Fläche nahe einer Herberge namens Hertesburg. Wie wir später nachlesen konnten, handelt es sich beim Namensgeber um ein historisches Gebäude aus der Slawenzeit (vor etwa 1000 Jahren), in der die heutige Halbinsel noch aus einzelnen, teils sehr kleinen Inseln bestand. Seeräuber sollen hier Unterschlupf gesucht und gefunden haben, u. a. auch der berüchtigte Klaus Störtebeker.

 

Von der einstigen Burganlage ist der Burgwall und der Graben geblieben, während die Burg einer Rohr gedeckten Hütte gewichen ist. Enttäuscht durften wir feststellen, dass die Herbergsgastronomie den dort gebuchten Gruppen vorbehalten ist, und so machten wir uns auf Richtung Prerow, wo uns der Aussichtspunkt „Hohe Düne“ erwarten sollte. Bei unserem Eintreffen passierte das dort verkehrende Schaufelraddampfer-Imitat gerade den Prerow-Strom.

 

Ein Ausflug mit den Fahrgastschiffen stand heute allerdings nicht auf unserem Programm. Stattdessen besuchten wir die besonders hübsche Seemannskirche in Prerow, die – insbesondere für eine evangelische Kirche – ein ungewöhnlich reich verziertes Inventar aufweist. Der Spendenaufruf des Fördervereins, der dieses Kleinod gern restaurieren und erhalten möchte, findet hoffentlich reichliches Gehör.


Inzwischen war es früher Nachmittag geworden und das Bedürfnis nach mindestens einer Tasse Kaffee entstand. Darum legten wir an der Gaststätte „Alter Bahnhof“ eine Pause ein, in der ein Teil der Sitzplätze Zugabteilen nachempfunden ist. Wir schmunzelten über den Hinweis, die „Aborte“ während des Aufenthaltes in Bahnhöfen nicht zu benutzen, und könnten uns vorstellen, dass die angebotenen Ferienwohnungen und Zimmer schon eine Menge begeisterte Abnehmer gefunden haben werden.

 

Wir jedenfalls empfehlen den Besuch insbesondere Fans rustikaler Küche (Tipp: Heizerteller!) und natürlich allen Eisenbahnfreunden. Die vor dem Haus aufgestellte Lok ist übrigens gebaut von Krupp in Essen.

 

Nach dem Essen, sollst Du ruh'n... - wir entschlossen uns zu einem weiteren Spaziergang, diesmal auf der Promenade, die sich Radfahrer und Fußgänger teilen müssen, was hin und wieder für beide Parteien durchaus problematisch verlaufen kann, je nachdem, wer gerade in der Mehrzahl ist. Rücksicht ist auch hier oberstes Gebot.

 

Unsere Aufmerksamkeit wurde allerdings schnell von einer im Verfall befindlichen Siedlung in Anspruch genommen, die wohl zu DDR-Zeiten ein Sommercamp gewesen sein wird. Einige wenige „Laubenbesitzer“ hatten sich ihre Hütte zwar liebevoll instand gesetzt, aber der Anteil der abbruchreifen Exemplare überwog doch deutlich. Hoffentlich nimmt sich irgendjemand einmal dieses Schandflecks an – aus ökonomischer Sicht wahrscheinlich am besten per Abriss.


Mit einem Abendessen bei nahezu extrem sonnigem Wetter, einem letzten Gang durch den Hafen von Barth und einem allerletzten Eis von unserer Lieblingseisdiele beendeten wir unseren letzten Tag vor Ort. Leider waren wir nicht dazu gekommen, uns die Barther Marienkirche anzusehen, und auch auf Darß-Zingst gab es noch einige unentdeckte gebliebene Stellen, sodass wir für eine Wiederholung unserer Urlaubstour hierher sicher noch genug neue Ziele hätten.

 

Erst beim Studium unserer Reiseunterlagen nach unserer Rückkehr am Ende der Tour stellten wir fest, dass im Buchungsumfang eigentlich Leih-Fahrräder für einen Tag enthalten gewesen wären. Darauf sind wir vor Ort leider nicht angesprochen worden, sodass sich der Negativeindruck, den dieses Hotel hinterlassen hatte, insgesamt gefestigt hat. Unser Aufenthalt im alten Speicher wird sicher keine Wiederholung finden.