17.01.2019 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Neuer Yachthafen Kühlungsborn
Promenade des Yachthafens
Einladend!
Fast wie im Süden!
Nur kein Neid!
Bestes Sommerwetter
Strandwächter
Ohne Worte!
Man gönnt sich ja sonst nix...!

Fahrradtour nach Heiligendamm

Auch an diesem Tag geizte der Himmel nicht mit Sonnenschein, obwohl der Wetterbericht eigentlich gelegentliche Regenschauer vorhergesagt hatte. An der Rezeption erhielten wir unser Lunchpaket und die Schlüssel für unsere Räder, denen wir zuerst einmal etwas mehr Luft in den Reifen gönnten. Dank ansonsten tadellosem Zustand unserer Zweiräder und beständigem Wetter fassten wir bald den Vorsatz, uns bis ins benachbarte Heiligendamm vorzuwagen.

 

Auf dem wunderschönen Rad- und Wanderweg entlang der Küste hielten wir einige Male an, um einen Blick auf die diversen Strandabschnitte zu werfen – beispielsweise an der Steilküste, von deren Existenz wir anlässlich unserer Bahnfahrt mit „Molli“ erfahren hatten. Ein offenbar kundiger Herr erzählte uns von den sichtbaren Veränderungen der hiesigen Küstenlandschaft durch die rege Bautätigkeit vor Ort. Durch den Bau des Yachthafens hätten sich völlig andere Strömungsverhältnisse ergeben, und so würden am einstigen reinen Sandstrand zunehmend Steine unterschiedlicher Größe angespült. Seiner Meinung nach werde es in einigen Jahren womöglich gar keinen Sandstrand mehr geben. Eine traurige Vorstellung. Ob die Verantwortlichen dies bei ihren Bauplänen einkalkuliert hatten?


Auf unserer Weiterfahrt entdeckten wir aber nicht nur (noch) malerische Strände. Ein Hinweisschild führte uns zur Waldkapelle in Heiligendamm, wo wir die bemerkenswerte Gründung der hiesigen Kirchengemeinde nachlesen konnten. Offenbar bedurfte es auch zur einstigen Blütezeit des Ortes einigen Engagements, hier ein deutliches Zeichen religiöser Besinnlichkeit zu setzen.

 

Die Nachfahren der Christen, die sich um den Erhalt der kleinen Kirche und seiner evangelischen Schwester bemühen, werden mit einiger Skepsis die Entwicklung von Heiligendamm zu einem High-Society-Treffpunkt mit Luxushotel und Rennbahn betrachten. Ob die Presse um den gehabten G8-Gipfel und die millionenschwere Errichtung eines Zauns aus Beton und Metall (zu dem sich vielen der Vergleich mit dem Mauerbau aufdrängt) für Heiligendamm eher schädlich oder förderlich war, wird sich zeigen. Etliche Kilometer des Millionen Euro teuren Zauns stehen immer noch in der Landschaft und warten auf eine alternative Verwendung. Das Kopfschütteln um die mit dem Ereignis verbundenen Maßnahmen ist allgegenwärtig und wird sich auch so schnell nicht legen, vermuten wir.


Ein weiterer Abstecher führte uns zur „Brunshöver Möhl“, einer Holländer-Windmühle, in der sich heute noch Ferienappartments befinden. Das mit großen Schildern beworbene Restaurant ist allerdings inzwischen Geschichte. Der Betreiber weist auf seinen Umzug nach Warnemünde hin. Auf das eingeplante kühle Getränk mussten wir also notgedrungen verzichten.

 

Mit insgesamt mehr als 30 Kilometern in den untrainierten Beinen fiel uns die Rückfahrt in unser Hotel einigermaßen schwer. Insbesondere die sanft ansteigenden Straßen stellten uns vor ungeahnte Herausforderungen. Auf dem Garmin, unserem mobilen GPS-Gerät für die Schatzsuche, konnten wir später nachvollziehen, dass wir satte 156 Höhenmeter hinter uns gebracht hatten. Wer hätte das gedacht?!

 

Am späten Nachmittag beendeten wir den Fahrradausflug und schmiedeten Pläne für die morgendliche Autofahrt, die uns ins benachbarte Warnemünde führen sollte. Ein weiterer Urlaubstag neigte sich dem Ende zu.