23.08.2019 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Leuchtturm von Warnemünde
Leuchfeuer Westmole
Riesenpott: Skandinavienfähre
Schwarz/Rot/Gold - in Lebensgröße
Luxus-Komplex Marke Orient
Fast-Olympiadorf - jetzt Feriensiedlung
In der Altstadt
Am Strom
Pendelfähre "Hohe Düne"
Abendstimmung am Strand
Romantisch!
...
...ach, ja...!

Ein Hauch von Fernweh

Die sehr erholsame Nacht und das ausgiebig eingenommene Frühstück hatte uns die richtige Grundlage für die heute geplante Entdeckungstour in und um Rostock-Warnemünde gegeben. In einem Parkhaus in der Nähe eines wohl im Umbau befindlichen Freibades nahe des Luxus-Hotels „Neptun“ stellten wir unser Auto ab (Tageskarte: 9 Euro!).

 

Das „Neptun“ ist der weit und breit einzige Hochhausbau und sticht insbesondere aus der Nähe unangenehm ins Auge. Schon zu DDR-Zeiten sind hier allerdings die Gutbetuchten abgestiegen, wie man hört, woran sich auch heute kaum etwas geändert zu haben scheint.

 

Schon bei Betreten der Promenade zog dann jedoch eines der Wahrzeichen der Stadt unsere Aufmerksamkeit auf sich: der Warnemünder Leuchtturm. Majestetisch steht der Turm auf seinem Platz am Ende der Promenade und scheint regelrecht danach zu rufen, dass man ihn besteigt. Wir konnten an diesem Vormittag allerdings widerstehen, denn wir wollten noch einige andere Sehenswürdigkeiten besuchen und scheuten die lange Schlange an der Kasse, die sich schon gebildet hatte. Aus mehr als 20 Metern Höhe muss der Blick über den weißen Sandstrand und das im Sonnenlicht funkelnde Meer atemberaubend sein.

 

Jedenfalls schossen wir einige wunderschöne Bilder von der West-Mole, von wo aus wir auch die ein- und auslaufenden Linien- und Ausflugsschiffe beobachten konnten. Insbesondere die skandinavischen Fährschiffe erreichen eine eindrucksvolle Größe. Als wir uns an diesem Anblick satt gesehen hatten, setzten wir unseren Spaziergang entlang der Uferpromenade mit den Anlegern der Rundfahrtschiffe fort, um letztlich mit der Fähre zum anderen Ufer überzusetzen. Für 1,20 Euro gelangen hier Besucher des Ortsteils „Hohe Düne“ an ihr Ziel, sofern sie nicht ihr Auto mitbringen (das kostet dann etwas mehr).

 

Auf dem Weg zum Leuchtfeuer der Ost-Mole passierten wir einen relativ neuen Hotelkomplex mit eigenem Yachthafen. Die Farbgebung der Gebäude passt unseres Erachtens eher in südliche Regionen, erinnert sie doch stark an Wüstensand, darum empfanden wir sie trotz der ansprechenden Gestaltung hier ein wenig deplatziert.

 

In der entgegen gesetzten Richtung („am neuen Strom“) hat übrigens ein weiterer Neubaukomplex seinen Standort, der auf uns einen noch weit weniger ansprechenden Eindruck macht. Nach eigenen Recherchen war hier einmal das Olympiadorf für die Segelwettkämpfer vorgesehen. Nachdem die Wettkämpfe 2012 allerdings in London stattfinden werden, hat man hier umgeplant. Mit einem Touch von Ghetto sind hier Eigentumswohnungen kreiert worden, die zum Großteil noch Abnehmer suchen. Wir können uns nicht vorstellen, dass man sich so zusammengepfercht tatsächlich wohlfühlen kann. Unsere Vorstellung von Urlaub am Meer sieht deutlich anders aus, aber die Geschmäcker sind ja Gott sei Dank verschieden.


Da wir über unsere Erkundungen und die obligatorische Cache-Suche wieder einmal völlig die Zeit vergessen hatten, erinnerte erst ein deutlich wahrnehmbares Hungergefühl an die fortgeschrittene Stunde. In der netten Altstadt jenseits der Uferpromenade am alten Strom fanden wir in einer ruhigen Seitenstraße ein kleines Lokal, wo wir Hunger und Durst stillen und ein wenig ausruhen konnten, bevor wir uns schließlich auf den Rückweg nach Kühlungsborn machten.

 

Eine Tafel an der Station des Deutschen Wetterdienstes zeigte die Temperaturen des Tages: fast 23 Grad Lufttemperatur (wahrscheinlich im Schatten gemessen!) und gut 19 Grad Wassertemperatur. Für diesen merkwürdigen Sommer mit seinen ausgedehnten Regenperioden waren das recht ermutigende Daten. Zum Erkunden der Landschaft jedenfalls hätte es für unseren Geschmack gar nicht wärmer sein müssen. Hauptsache trocken!

 

Unsere Buchung für die nächsten drei Tage erstreckte sich nicht mehr auf ein Abendessen im Hotel, sondern nur noch auf Übernachtung mit Frühstück. Bereits während unserer diversen Spaziergänge hatte ein Restaurant mit zypriotischer Küche unser Interesse geweckt, in das wir diesen Abend einkehrten.

 

Das „Famagusta“ war in der Zeit unseres Aufenthaltes an jedem Abend proppevoll, weshalb man kaum eine Chance auf einen Tisch auf der großen Veranda vor dem Haus hatte, sondern bestensfalls im Innenbereich. Außerdem gab es einige Gäste, denen die Wartezeiten zu lang erschienen, sei es für die Speisen oder auch für die Getränke. Wir hatten auf beides schon länger warten müssen und empfanden den Service daher absolut OK. Ein wenig unkoordiniert bis chaotisch kam uns einer der wuseligen Kellner vor, der vielleicht noch nicht so lange für das Haus tätig war. Das Preis-Leistungsverhältnis ist angemessen und das Essen schmeckte uns sehr gut, sodass wir das Restaurant auf jeden Fall empfehlen können. Wir haben uns sicherheitshalber einmal eine Broschüre über das im gleichen Hause befindliche Hotel mitgenommen – man kann ja nie wissen.

 

Nach dem Essen begaben wir uns noch einmal an den Strand, auf dem jeden Abend in Höhe des Baltic-Platzes (Kühlungsborn West) Strandparties mit Live-Musik stattfanden. Diesmal hörten wir typische deutsche Ballermann-Musik. Die Menge schien ihren Spaß zu haben. Wir drehten in die entgegen gesetzte Richtung ab und genossen den einsetzenden Sonnenuntergang – Romantik pur!

 

Unser Hotel lag übrigens direkt gegenüber des Konzertgartens mit großer Bühne, auf der beispielsweise während unseres Aufenthaltes Andrea Berg einen Live-Auftritt absolvierte. Unser Hotelzimmer erwies sich trotz der befürchteten Beeinträchtigung durch diese musikalischen Darbietungen als absolut ruhig. Nicht einmal auf unserem Balkon konnten wir mehr als erahnen, dass gerade jemand seine Sangeskünste darbrachte. Ein weiterer Pluspunkt für dieses Hotel in unseren Augen.