16.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Meeresbrandung - herrlich!
Die Antwort auf die lila Kuh...
Na, dass sind ja großartige Aussichten für den diesjährigen Urlaub...!
Koordinaten prüfen und Belegfoto machen: Pflichtübung bei Urlaub mit Geocaching-Ambitionen!

Lisa allein zu Haus'!

Was macht man, wenn ein 16-jähriger Teenager sich standhaft weigert, während der Urlaubsabwesenheit seiner Eltern unter die Fittiche der Großeltern zu schlüpfen? Den Urlaub abblasen? Kommt gar nicht in Frage! Schließlich sind schwer arbeitende Eltern einer pubertierenden Tochter in der Regel ständig urlaubsreif und dementsprechend wenig geneigt, auf die heiß ersehnte Auszeit zu verzichten, nur weil die ursprüngliche Alternative - eine Betreuung durch den leiblichen Vater - ausfällt. Den Teenager zum Einzug bei den Großeltern "zwangsverpflichten" kam ebenso wenig in Frage. Letztlich hatte sich Lisa gerade anlässlich der unerwarteten Krankheit ihres Vaters als absolut charakterfest erwiesen. Also blieb nur noch der Sprung ins kalte Wasser: dem Kind knapp drei Wochen allein in der elterlichen Bleibe zu erlauben - mit entsprechenden Auflagen.

 

Mit einer Mischung aus Vorfreude und Fatalismus bereiteten sich Eltern und Kind also auf den bevorstehenden Abschied vor. „Selbstverständlich“ wolle man sich an alle Anweisungen halten, insbesondere keine wilden Feten feiern und ganz bestimmt regelmäßig bei Oma und Opa ein Lebenszeichen abliefern, damit man beruhigt sei. Die Nachbarn wurden angewiesen, nicht die Polizei zu rufen, weil sich in unserer Wohnung jemand herumtreibt, obwohl wir eigentlich im Urlaub weilen sollten. Mit breitem Grinsen wurde zur Kenntnis genommen, dass die Tochter „sturmfreie Bude“ habe. Das ließ noch einmal Zweifel aufkommen, wirklich die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Standhaft wurde bekräftigt, DIESES Kind sei vertrauenswürdig und zuverlässig und würde auf keinen Fall tun, was wir strikt verboten hatten. Das anhaltende Grinsen in den Gesichtern unserer Nachbarn wurde mit ebenso milde lächelndem Abwinken gekontert. Pah! Ihr werdet schon sehen, dass nichts von dem passiert, was offenbar bei jedem von euch Erinnerungen an eigene Verfehlungen wach ruft. Nein, nein, nein, es würde schon alles glatt laufen...!

 

Für unseren Urlaub hatten wir diesmal drei Stationen an der Ostsee ausgesucht. Von Rügen hatten wir bei unserer ersten Rundreise im Osten Deutschlands leider überhaupt nichts gesehen (siehe Reisebericht MVP 2007). Hier sollte der Hauptanteil des Urlaubs verbracht werden. Drum herum drapiert hatten wir je noch einige Tage in Rerik, einem kleinen Küstenort zwischen Wismar und Kühlungsborn, im Vorfeld und auf Fehmarn zum Abschluss unserer Reise. Wir hofften, dass wir im Norden wie üblich wieder deutlich mehr vom bisher eher ausgefallenen Sommer in Deutschland erleben würden. Sonnencreme gehörte also genau wie Regenzeug ins Gepäck. Auf alles vorbereitet und nur das Beste hoffend, ging es am Sonntag nach dem Frühstück los. Lisa würde uns „total vermissen“, beteuerte sie. Rührend! Wir nahmen an, dass dies zumindest so lange der Fall sein würde, bis ihr derzeitiger Freund sie über diesen Schmerz hinweg getröstet hätte. Soviel Sinn für die Realitäten hatten auch wir.