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Fehmarnsundbrücke
Rathaus von Burg auf Fehmarn

Auf nach Fehmarn!

Unseren neuen Vermietern hatten wir bereits am Vorabend unsere wahrscheinliche Ankunftszeit gemailt - darum hatte man gebeten. Der Weg von Rügen über Rostock und Lübeck nach Fehmarn würde 4 – 5 Stunden Fahrzeit in Anspruch nehmen, schätzten wir. Der Aufbruch war für 10 Uhr vorgesehen, also gaben wir als Ziel 15 Uhr an. Pünktlich machten wir uns bei wiederum sehr sonnigem Himmel auf den Weg. Gegen Mittag hatten wir bereits gefühlte 60 Grad im Auto. Nassgeschwitzt erreichten wir Lübeck und landeten unerwartet in einer Schlage vor einer geschlossenen Schranke. Wir können jedem Autofahrer nur raten, die (unseres Erachtens viel zu dezenten) Hinweise auf mögliche Staus und herabzusetzende Geschwindigkeiten gerade vor Kurven sehr ernst zu nehmen. Oftmals ist man mit dem konfrontiert, was man als Warnhinweis im Radio hört: das Stauende liegt prompt hinter der Kurve. So war es auch in unserem Fall.

 

Aus den Autos vor uns stiegen nach und nach immer mehr Menschen aus, um sich einen Eindruck über die mögliche Wartezeit zu verschaffen. Ratlosigkeit brach aus. Während wir uns noch wunderten, begannen die ersten ein Wendemanöver, für das wir zu diesem Zeitpunkt noch keine Notwendigkeit erkennen mochten. Schließlich aber wurden auch wir unruhig, denn immerhin sahen wir nun, da sich die Schlange vor uns deutlich reduziert hatte, ein mit einer gelben Warnweste bekleidetes Männlein, das auf der anderen Bahndamm-Seite die Autos standhaft weiter winkte. Endlich erreichte uns das Gerücht, die Schrankenanlage habe einen Defekt und man wisse nicht, wann die informierte Bahn diesen wohl beheben würde. Jedenfalls ließen sich die Schranken nicht mehr öffnen. Da entschlossen auch wir uns, die Fahrt „über die Dörfer“ zur Umgehung des Hindernisses zu wagen. Es gelang erstaunlich gut.

 

Ursprünglich wollten wir unterwegs noch einen Cache „einsammeln“, der in Klaustorf an einem ehemaligen Fernmelde- und Aufklärungsturm aus alten DDR-Zeiten lag. Angesichts der Tatsache, dass wir durch den unerwarteten Halt bereits eine knappe halbe Stunde verloren hatten und sich zudem nach wie vor die Sonne erbarmungslos am Aufheizen unseres Wagens versuchte, vertagten wir einfach jeden weiteren Halt und steuerten auf direktem Wege Fehmarn an. Zur allgemeinen Verwunderung zeigte unsere Uhr beim Eintreffen ganz genau 15 Uhr! Das nennt man dann wohl Punktlandung. Der Hausherr empfing uns denn auch prompt mit der Frage, ob wir Maurer von Beruf seien.

 

Schnell deponierten wir unsere Habe in unserem Zimmer, gönnten uns eine Dusche, neue Klamotten sowie eine kurze Verschnaufpause und machten uns dann auf in den Ort, um den abgesackten Zuckerspiegel wieder hochzutreiben. In einer Passage zwischen Parkplatz und Ortsmitte enterten wir ein schönes Café (sinnigerweise auf den Namen "Café im Hof" getauft) und verspeisten ganz herrlichen Kuchen zu einer riesigen „Tasse“ Capuccino. Danach ging es uns besser, sodass wir auf dem Rückweg mühelos noch eine handvoll Caches loggon konnten, von denen es unseren Aufzeichnungen nach inzwischen mehrere hundert auf Fehmarn geben musste.

 

Damit hatte dieser Tag nun endgültig ein Ende erreicht. Der Verzicht auf das übliche warme Abendessen fiel leicht. Gegen 8 Uhr würde morgen Früh ein Frühstück auf uns warten. Danach wollten wir einer ausgedehnten Caching-Tour nachgehen, bei der wir sicher wieder Teile der Insel kennenlernen würden, die wir sonst nicht entdeckt hätten. Ein schöner Gedanke!