16.01.2019 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Gedenkstein am Niobe-Denkmal
Blick vom Flügger Leuchtturm
Flügger Leuchtturm

Fortsetzung der Eroberung Süd-Fehmarns

Bereits am Vorabend hatte heftiger Regen eingesetzt, den die Bauern hier oben dringend brauchen konnten – so jedenfalls unsere Vermieterin. Bei deutlich moderateren Temperaturen schien uns ein Trip nach Burgtiefe und zum Südstrand geraten, der bei Sonnenschein von Sonnenhungrigen belagert ist und dessen Hochhäuser wie Fremdkörper aus dieser Idylle herausragen. Der Binnensee ist eines der bevorzugten Trainingsgebiete der Wassersportler. So konnten wir auch an diesem Tag wieder etliche Surfer und Kite-Surfer beobachten, die den aufkommenden Wind ausnutzten. Außerdem befindet sich hier auch der Yachthafen, dessen Liegeplätze zur Hauptsaison stets ausgebucht sind.

 

Warum man die Überreste der alten Burg Glambek völlig undokumentiert hinter Zäunen verbirgt, statt sie als historischen Beleg und Namensgeber der Stadt Burg zu präsentieren, ist uns unerklärlich. Wir haben sie nur gefunden, weil wir in der Broschüre der St.-Nikolai-Kirche einen entsprechenden Hinweis fanden – und natürlich wieder einen Cache auf unserer Liste hatten! An dieser Stelle sei nochmals betont, dass unser Hobby sich immer und immer wieder als sehr hilfreich erweist, um auch Örtlichkeiten kennenzulernen, die eher selten in den Touristenführern erwähnt werden.

 

Schon weit vor der üblichen Kaffeezeit hatten wir ein gerüttelt Maß an Kilometern in den Beinen und demzufolge das deutliche Gefühl, uns eine Verschnaufspause gönnen zu müssen. Ziel wurde wiederum das „Café im Hof“, allerdings diesmal für ein Alster und einen überaus köstlichen Milchshake (sehr zu empfehlen: Macadamia-Creme!). In der Hoffnung, von unserer Vermieterin eine Kanne Kaffee kaufen zu können, trafen wir gegen 16 Uhr in unserer Pension ein, ohne jedoch die Hausherren anzutreffen. Wie schade! So ließen wie die unterwegs gekauften Quarkbällchen in ihrer Tüte und brachen früher als vorgesehen in Richtung Innenstadt auf, wo noch immer das Fest zur „Insel-Star-Suche“ die Massen in ihren Bann schlug. Jedenfalls diejenigen, die den mittelprächtig begabten Darstellungs- und Sangeskünsten der Bewerber auf der Bühne lauschten. Ein Blick in unsere Favoriten-Lokale genügte und wir waren sicher, hier auch an diesem Abend keinen Platz zu finden. Was blieb uns also übrig? Ein neuer Versuch im Restaurant „Zur Traube“!

 

Wir wählten den gehabten Platz im Biergarten und entschieden uns diesmal für das Wiener Schnitzel mit schwäbischem Kartoffel-Gurken-Salat. Auch an diesem Abend das gleiche Bild: die „Bedienung“ machte auf uns einen mehr oder minder unprofessionellen Eindruck, die Wartezeiten waren beträchtlich – und das Essen kaum der Rede wert. Das Schnitzel hätte ebenso gut auch ein Schweineschnitzel sein können, obwohl es als Kalbsschnitzel angepriesen wurde. Sonderlich zart oder ausreichend gewürzt war es jedenfalls für unseren Geschmack nicht. Dafür kostete uns das tags zuvor noch für 3 Euro abgerechnete große Alster heute 4 Euro. Den handgeschriebenen Zettel mit der Rechnung („Wir haben noch keine elektronische Kasse und keinen Telefonanschluss“) wollte die Frau gleich wieder mitnehmen. Erst auf Nachfrage händigte sie ihn aus.

 

Wir können aktuell niemandem guten Gewissens dazu raten, das Lokal zu testen, geben ihm aber auch keine großen Überlebenschancen. Unsere Recherche im Internet brachte zutage, dass hier einmal ein vornehmes Lokal der gehobenen Gastronomie ansässig war. Vielleicht hat es in der kommenden Saison schon einen neuen Eigentümer. Es würde uns nicht wundern.