17.07.2019 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Unterhaltungsprogramm per Touch Screen
Mahlzeit!
Grönlandeis
Grönland
Grönland
Grönland
Grönland
Oldtimer für Sightseeing Touren in SFO
Blick die Hyde Street hinab auf Alcatraz
Mietfahrräder an der Market Street
Benebelter Brückkopf
Alte Häuser am Alamo Square

Let's go to San Francisco!

Pünktlich um 9:30 Uhr war er da, unser vorbestellter Chauffeur des örtlichen Taxi-Unternehmens Pröse (sehr zuverlässig!). Damit wäre der erste kritische Punkt schon so gut wie abgehakt: die rechtzeitige Ankunft am Düsseldorfer Flughafen. Um 12:30 Uhr soll von dort der Flieger nach Muenchen gehen, von wo wir einen Direktflug nach San Francisco gebucht haben. Wir hätten auch über Frankfurt oder direkt ab Düsseldorf fliegen können, wollten aber dieselbe Maschine nehmen wie unser Kursleiter, und der flog standortbedingt eben ab München.

 

Wir checken am Automaten ein. Auch das will erstmal gelernt sein. Die Pässe müssen aufgelegt werden, damit sie vom Automaten abgescannt werden können. Die restlichen Angaben sind per Tastatur einzugegeben. Das gelingt im dritten Anlauf. Puh! Ein Glück, dass wir uns viel Zeit bis zum Abflug gelassen haben. Jetzt aber weiter zum Sicherheitscheck. Nach dem üblichen Gang durch das Sicherheitssystem werden wir gebeten, mit zwei Sicherheitsbeamten mitzukommen. Das hatten wir schon erwartet. Horsts Objektive werden mit einem Papierstreifen auf Sprengstoffrückstände untersucht (natürlich ohne Befund), sonst geschieht nichts Großartiges. Ab jetzt ist Warten angesagt.

 

Inlandstransfers seien wie Busfahren, erinnern wir uns als Ankes Nervosität ihre Neugierde besiegt, und genau wie bei Bus und Bahn sollte man mit Verspätungen rechnen. Dank des verspäteten Abflugs aus Düsseldorf reduziert sich die Wartezeit in München am Ende auf unter zwei Stunden. Gut, dass wir nicht den späteren "Bus" genommen haben! Ein vielfliegender Sitznachbar bestätigt Ankes Befürchtung, dass der Landeanflug sich "recht ungewöhnlich" anfühlt. Herzlichen Dank auch! Noch eine Kurve, dann scheint der Pilot gewillt, den Flieger am Boden abzustellen. Wir sind froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Mal sehen, wie der kommende Langstreckenflug abläuft.


Am Gate in München treffen wir auf Rainer, der uns beibringen soll, wie man welche Motive am besten aufs Bild bekommt, sowie Robert, einen von drei weiteren Kursteilnehmern. Er wird auf dem 12-stündigen Intercontinentalflug in der Reihe neben uns sitzen, während Rainer im hinteren Bereich des Fliegers gebucht ist. Voraussichtliche Ankunftszeit in SFO: 19 Uhr Ortszeit. In Deutschland wird es frühmorgens sein, wenn wir landen - neun Stunden Zeitdifferenz.


Wie vertreibt man sich so eine lange Reisezeit, wenn an schlafen kaum zu denken ist? Man sieht fern - die Monitore sind in die Kopfstuetzen der Vorderleute eingelassen -, hört CDs (z.B. über San Francisco), amüsiert sich über Passagiere, denen die Bedienung von Touch-Screens offensichtlich völlig fremd ist, knippst ahnungslose Mitreisende und verdrückt das recht gute Bordmenue. Außerdem nimmt man staunend zur Kenntnis, dass die Außentemperatur auf unter minus 50 Grad C sinkt, man sich auf knapp 11000 Metern Flughoehe befindet und mit über 900 Stundenkilometern fortbewegt.

 

Die Motoren dröhnen eintönig vor sich hin. Noch 6 Stunden bis zur Ankunft. Wir sehen die Küste Grönlands unter uns. Grönland? Es ist schon erstaunlich, in welchem Bogen die Maschine die USA anfliegt. Das habe etwas mit der Erdkrümmung und optimalem Treibstoffmanagement zu tun, erklärt Horst. Aha. Noch gut zwei Stunden bis zur Ankunft. Bleierne Müdigkeit macht sich breit. Einge Mitreisende haben es tatsächlich geschafft, ein wenig wegzunicken. Uns gelingt das nicht. Das Kleinkind ein paar Reihen weiter vorn lässt uns lauthals wissen, dass so eine lange Reisezeit verdammt schlaucht. Es hilft nichts, da müssen wir jetzt durch.


Ein Flugbegleiter versorgt die Reisenden mit einem Formular für die Zollabfertigung. Brille und Kugelschreiber müssen her, sonst wird das nix. Bis dahin hatte sich niemand für jenes "Einreiseformular" interessiert, das man online auszufüllen hat, wenn man in die USA fliegt, seufzen wir gemeinsam, aber es muss unbedingt noch ein Zollformular ausgefüllt werden. Boah! Immerhin wird dieses später tatsächlich vom freundlichen Beamten am Einreiseschalter eingesammelt.

 

Die Landung hatte reibungslos geklappt, der Transfer mit der Flughafenbahn zu den Mietwagenschaltern ebenfalls. Dafür gerät das Abholen der Mietwagen zu einer unerwartet langwierigen Aktion. Offenbar sind die beiden vorgebuchten geländegängigen Fahrzeuge für unsere Reisegruppe nicht verfügbar. Rainer ist "not amused". Man verhandelt über Alternativen und landet schließlich bei zwei blauen Limousinen der Marke Mercury. Mit insgesamt sechs Personen nebst Gepäck werden wir darin reichnlich Platz haben. Der bestellten Kategorie entspricht das aber nicht. Es lässt sich nicht ändern.


Inzwischen ist es schon nach 8 Uhr abends (nach deutscher Zeit 5 Uhr morgens), und wir haben noch einige Minuten bis zum Hotel zurückzulegen. Horst und Robert fahren den einen Wagen, Rainer reicht Anke eine Straßenkarte damit sie auf die richtigen Abzweigungen achten kann, während er den Wagen durch das Straßengewirr deichselt. Ohne Lesebrille und in völliger Unkenntnis der Verhältnisse ist das gar nicht so einfach. Prompt verfahren wir uns. Robert und Horst sind bereits vor Ort als auch wir am Hotel eintreffen. Jetzt erstmal einchecken.


Dem Dialog zufolge gibt es wiederum Probleme, diesmal mit der Zimmerbuchung. Rainer verhandelt mit der Rezeptionistin, während Anke versucht, etwas Trinkbares zu organisieren. Kaffee würde man bekommen, lautet die Auskunft an der Kaffeetheke, aber Wasser gäbe es lediglich weiter hinten an der Bar. So so. Dann bleiben die Neuankömmlinge eben erstmal durstig. Die Dame an der Rezeption muss letztlich ihren Vorgesetzten zuhilfe holen. Der übernimmt die Abwicklung, und so gelangen alle vier endlich an ihre Schlüsselkarten. Fehlen noch Melita und Jochen, die erst später eintreffen werden. Erschöpft wird das Gepäck ins Nachbargebäude geschafft und sich auf ein Bier an der Hotelbar verabredet. Gerade einmal zwei Biere werden daraus, bevor die Weitgereisten total erledigt in ihre Betten fallen. San Francisco kann warten. Morgen ist auch noch ein Tag.