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Warten auf Licht am Zabrisky Point
Robert in Aktion
Boah!
Total irre Kontraste!
Wüste Gegend: Bad Water
Armagosa Opera House
...
Blick auf 'Cesars Palace' aus unserem Hotelfenster im Flamingo
Hotelflur

Wüstes Treiben: vom Death Valley nach Las Vegas

Für 6 Uhr morgens waren wir zu Aufnahmen am Zabriskie Point verabredet. Das hieß wiederum früh aufstehen und das Frühstück auf später vertagen. Das überaus straffe Programm hatte bis heute keine Zeit für Nebenarbeiten wie das Verfassen von Reisetagebuch-Seiten gelassen, also klinkte sich Anke aus und überließ das Fotografieren dieser sehenswerten Landschaft den anderen. Beim gemeinsamen Frühstück gaben sich die Fotografen ziemlich beindruckt und zufrieden mit der Entscheidung, quasi zu nachtschlafener Zeit aufgebrochen zu sein, um den Sonnenaufgang mitzuerleben. Um halb zehn ging es dann wieder los zur nächsten Station unserer Reise: Las Vegas.

 

Einen ersten Zwischenstopp legten wir an der tiefsten Stelle des Tals ein, mitten in der Salzwüste am sogenannten "Bad Water". Die Stelle befindet sich über 85 Meter unterhalb des Meeresspiegels und gilt als Hitzepol. Hier wurden bereits Temperaturen von über 130 Grad Fahrenheit gemessen (über 50 Grad Celsius). Erbarmungslos reflektierte die weiße Fläche das grelle Sonnenlicht, sodass wir nur wenige hundert Meter weit hinaus gingen, dann hatten wir genug. Ein weiterer Halt ergab sich am "Devil's Golf Course". Hier hatte sich das Salz zu einer rauen Kristalllandschaft gestaltet, die ein Begehen außerordentlich schwierig - und im Sturzfalle blutig! - machte. Fotografisch waren allerdings reizvolle Ergebnisse zu erwarten. Auch hier hielten wir uns aufgrund der Hitze nur kurz auf und setzten die Fahrt zügig fort.

 

Auf dem weiteren Weg lag ein exotisches Etablissement mitten im Niemandsland, das Amargosa Opera House in Death Valley Junction. Hier hatte sich in den 60er-Jahren die ehemalige New Yorker Tänzerin Marta Becket niedergelassen und das Opernhaus wieder aufgebaut. Mit seiner Errichtung wurde seinerzeit für die einzige Gelegenheit gesorgt, ein wenig Abwechslung in den tristen Alltag der Minenarbeiter zu bringen. Ein lokaler Guide erläuterte, dass es noch heute eine Direktverbindung mit der Eisenbahn zwischen New York und diesem verschlafenen Nest gäbe, die früher den Nachschub an Arbeitskräften sicherstellte. Dazu haben wir allerdings trotz Recherche keine Belege finden können. Allerdings ist heute ein kleines Hotel eingebunden, in dem man auch Karten für die Führung durch das Opernhaus erwerben kann.

 

In den weiteren Gebäuden befanden sich in der Blütezeit des Ortes zum Beispiel die Quartiere der alleinstehenden Minenarbeiter - Männer wie Frauen, so der Guide. Frauen als Minenarbeiter? Die Nachfrage nach derartigen "Mannsweibern" brachte auch den Guide zum Lachen. Wahrscheinlich waren die Frauen aber lediglich mit Bürokram befasst. Die inzwischen über 80-jährige Besitzerin des Opernhauses nimmt seit einiger Zeit von eigenen Auftritten Abstand, aber das Haus ist auch weiterhin eine sehenswerte Attraktion, in der regelmäßig Veranstaltungen stattfinden. Innenaufnahmen sind aufgrund der spärlichen Beleuchtung nur mit Profiwerkzeug machbar, musste Anke enttäuscht feststellen.

 

Gegen 16 Uhr trafen wir letztlich im Flamingo ein, dem ältesten noch bestehenden Hotel-Kasino am Ort. Wir nutzten die verbliebene Zeit bis zum gemeinsamen Abendessen für einen kleinen Rundgang und genossen die Show mit Musik und Wasserfontainen am Bellagio. Die sehr trockene Luft machte sich nun vor allem anhand von knisternden Haaren und durch raue Lippen bemerkbar. Der Sonnenbrand (Anke) respektive die Sonnenallergie (Horst) würde uns künftig dazu zwingen, auch bei größter Hitze ein langärmliges Oberteil zu tragen, was sich für den Aufenthalt in den völlig überklimatisierten Kasinos sowieso empfiehlt. Es war tagsüber bei 106 °F geblieben und kühlte auch zum Abend hin kaum ab.

 

Unser Abendessen nahmen wir beim Italiener im "Paris" ein. Draußen lockte der Eifelturm und eine Mongolfiere ins Innere, das mit nachgebildetem Wolkenhimmel über den malerischen Pariser Gässschen lockte. Atmosphärisch sehr ansprechend. Alle Restaurants schienen sehr gut besucht, also war Wartezeit angesagt. Wer auf italienischen Live-Gesang steht und keine großen Ansprüche an das Essen stellt, kommt in dem von uns frequentierten Lokal voll auf seine Kosten. Für uns war das allerdings überhaupt nichts. Da wir auf unserer Reise noch ein zweites Mal vor Ort übernachten würden, sparten wir uns den anschließenden Fototripp durch das nächtliche Vegas und traten direkt nach dem Essen den Heimweg an. Um 6 Uhr hieß es ja schon wieder aufstehen und weiterfahren.

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