12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
Sie befinden sich hier: Reiseberichte|Deutschland / Süddeutschland 2011 / Ostersonntag, 24. April / 
Geocaching-Punkt: Verlassenes Gebäude in Todtnau
Blühende Tanne mit Zapfen (weiblich)
Blühende Tanne mit Samenstand (männlich)
Dunstschwaden nach Regenguss
Landschaft im Dunst: Gleiches Motiv ...
... unterschiedliche Belichtungen
Sonnenschein am Berg
Kleine Kapelle von Todtnauberg
Landschaftsbild nahe Todtnauer Wasserfall

Von R(h)ein- und anderen Fällen

Ursprünglich hatten wir diesen Tag für einen Ausflug an den Rheinfall von Schaffhausen vorgesehen - immerhin der größte Wasserfall Europas -, der sich nur gut 1,5 Stunden entfernt von Todtnau befindet. Aber dummerweise sah es heute schwer nach Bewölkung aus, und völlig ohne Lichteinfall lohnte sich der Weg dorthin nicht, fanden wir. Ohnehin wären gute Fotos erst gegen Abend möglich gewesen, da vormittags mit Gegenlicht zu rechnen ist. Stattdessen begaben wir uns auf "Geocaching-Tour", denn wie überall auf der Welt war auch in Todtnau und Umgebung die Cacher-Gilde aktiv gewesen und hatte an attraktiven Orten Caches versteckt (hier gibt's die Beschreibung unseres Hobbies für diejenigen, die davon noch nie gehört oder gelesen haben). Wir notierten die Koordinaten und Aufgabenstellungen und machten uns auf den Weg ins Waldgebiet unweit von Todtnau.

 

Wir passierten einen von hier überall anzutreffenden Kletterfelsen, an dem sich etliche Seilschaften austobten. Offenbar ist die Gegend hier ein Eldorado für Fans des Klettersports. Daneben stößt man einerseits auf sehr leidensfähige Radsportler und andererseits auf jede Menge Motoradfahrer in teils futuristisch anmutenden vollverkleideten Gefährten. Mitunter konnte man beobachten, wie die Nadelbäume ihre Pollen in großen Wolken in die Umgebung entließen. Kein Wunder, dass sämtliche Flächen von gelbem Staub bedeckt waren. Wir mussten beim Wechseln unserer Objektive ziemlich aufpassen, dass uns nichts ins Gehäuse wehte. Angeblich kommt das Phänomen, dass die Bäume derartig viel ("männliche") Pollen abgeben und gleichzeitig ("weibliche") Zapfen produzieren, nur alle fünf Jahre vor. Dass wir dies miterleben konnten, war also schon besonders.

 

Obwohl wir offenbar beim Abschreiben der Aufgabe zum Errechnen der Koordinaten für unsere Chaches geschlampt hatten, konnten wir uns die Fundorte einigermaßen zusammenreimen und wurden schließlich zweimal fündig. Beispielsweise in der Nähe eines "Heldendenkmals", auf dem die Anwohner der hiesigen Gemeinden der Gefallenen des ersten Weltkrieges gedachten. Das riesige aus Stein geformte Schwert ist unübersehbar in den Hang gebaut worden. Beim zweiten Fundort gibt es zwei hölzerne "Bilderrahmen", die wohl dazu anhalten sollen, "gerahmte" Fotos seiner Wandergruppe aufzunehmen. Der Blick hindurch (oder daran vorbei) auf Todtnau ist allerdings wirklich schön. Familien werden vielleicht die Chance nutzen, auf der angeblich längsten Rodelbahn Deutschlands zu Tal zu rodeln.

 

Wenig gelungen war auf dem Rückweg Ankes Einfall, anlässlich eines verlockenden Fotomotivs ihre Brille abzusetzen und ins Gras zu legen, um beide Hände frei zum Hinabklettern zu haben. Horst hatte von der Aktion nämlich nichts mitbekommen und trat prompt drauf, als er ihr später wieder hinauf helfen wollte. Das Glas blieb heil, aber der Rahmen war völlig verbogen. In Kulmbach gab es hoffentlich einen Optiker, der den Schaden wieder beheben würde. Nur gut, dass man zusätzlich zur Gleitsichtbrille auch noch eine Lesebrille sein Eigen nannte. So blieb man für den Rest der Tour nicht völlig blind. 

 

Pünktlich zum einsetzenden Regen parkten wir unseren Wagen in der Nähe des Todtnauer Bahnhofs, von wo wir uns vergeblich auf die Suche nach zwei weiteren Caches machten, bevor uns der Regen ins nächstbeste Lokal trieb. Die Pechsträhne setzte sich fort: die italienische Eisdiele, in die wir uns flüchteten, bot mittelprächtigen Cappuccino in einer Bahnhofshallen-Atmosphäre, zu der maßgeblich der Kellner beitrug. Dieser würdigte einen selbst beim Servieren der Bestellung keines Blickes, sodass man sich mehr geduldet als willkommen fühlte. Mit den letzten Regentropfen machten wir uns also wieder auf den Weg zurück ins Hotel.

 

Vom Hotelbalkon aus beobachteten wir später die aus dem Tal heraufziehenden Dunstschwaden. Von der einen auf die andere Sekunde veränderte sich die Landschaft mit dem Lichteinfall - ein Idealfall für Fotofreunde. Vor dem Abendessen nutzten wir darum eine Regenpause und erkundeten die nähere Umgebung des Hotels, den Fotoapparat ständig im Anschlag. Zum wieder einmal hervorragenden Menü in unserem Hotel hatte sich dann auch wieder dieses wohlige Zufriedenheitsgefühl eingestellt und Vorfreude auf den nächsten Tag, dem letzten an diesem Ort.