12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Blick auf die Klosterkirche von Blaubeuren
Historisches Hammerwerk am Blautopf
Karstquelle 'Blautopf'
Abtauchen nur den Profis gestattet!
Klostergebäude
Totalansicht Kloster
Altes Badhaus des Klosters
Altes Haus in Kulmbach (Nein, das war nicht unser Hotel!)

Der kleine Prinz

Heute endete unser Aufenthalt im Schwarzwald. Jedenfalls fürs erste. Unsere nächste Station lag in Franken: Kulmbach, ein Ort mit der höchsten Brauereidichte in Deutschland, wie unser Reiseführer verhieß. Im Hotel Kronprinz direkt in der Innenstadt hatten wir gebucht, um auf Autofahrten vor dem Abendessen mit fest eingeplantem Bier verzichten zu können. Wieder lagen mehr als fünf Stunden Fahrt vor uns, die wir ganz entspannt hinter uns zu bringen trachteten.

 

Auf halbem Weg planten wir einen Zwischenstopp am Blautopf von Blaubeuren ein. Die berühmte sogenannte Karstquelle sieht aus wie ein kleiner See, aus dem ständig Wasser austritt. Wieviel Wasser das ist (Fachausdruck dafür: Schüttung), ist vom Niederschlag abhängig und kann von einer digitalen Anzeige vor Ort abgelesen werden. Durchschnittlich sollen es über 2000 Liter in der Sekunde sein. Noch beeindruckender als die Außenansicht muss sich das innen liegende Höhlensystem darstellen, das noch nicht vollständig erforscht und für Hobbytaucher komplett gesperrt ist (aus Sicherheitsgründen - tödliche Unfälle hatten dazu geführt). Auch die am Blautopf stehenden und naheliegenden historischen Gebäude sind - besonders bei richtigem Licht! - sehr fotogen. Für deren Besichtigungen hatten wir allerdings jetzt keine Zeit eingeplant, also tranken wir einen recht guten Cappuccino am Hammerwerk und setzten unsere Reise fort.

 

In Kulmbach angekommen warteten zwei Überraschungen auf uns. Die erste bezog sich auf den Parkplatz für Hotelgäste, den wir völlig richtig nah am Hotel vermutet hatten und der während unseres gesamten Aufenthalts durch Wagen mit einheimischem Kennzeichen belegt war. Kurzerhand parkten wir in zweiter Reihe, um unser Gepäck auszuladen. Die örtliche Polizei habe auf soetwas ein Auge, wurde uns versichert. Also musste ein alternativer Stellplatz her. Uns wurde die nahe städtische Tiefgarage empfohlen (zu 7 Euro pro Tag), wir suchten und fanden jedoch einen kostenlosen öffentlichen Parkraum in fußläufiger Nähe. Die zweite Überraschung bezog sich auf den zugesicherten Internetzugang. Dieser wurde über einen Hotspot der Telekom gewährleistet und sollte Nichtkunden des Unternehmens wie uns 4,50 Euro die Stunde kosten ("Darauf haben wir leider keinen Einfluss!" - tolle Aussage!). So hatten wir uns das eigentlich nicht vorgestellt.

 

Wir erinnerten uns, in unserem Laptop eine SIM-Karte eines anderen Anbieters zu haben, konnten aber im örtlichen Telekommunikations-Shop keine Hilfe bei der Freischaltung bekommen. Offenbar kannte sich der anwesende junge Mann lediglich mit Telefonen aus, denn er empfahl uns beim Stichwort Passwort für die SIM-Karte spontan den Kontakt zum Vorbesitzer unseres "Handys". Wir wiederholten, dass es sich um eine Karte im Laptop handelte, das wir erst vor ein paar Wochen neu erworben hatten, es also keinen Vorbesitzer habe. Daraufhin bot man uns den Kauf einer neuen SIM-Karte an. So eine Pleite! Wir verzichteten kurzerhand in den nächsten Tagen auf den Zugriff aufs Internet - und somit auf das Geocachen. Zu Hause erläuterte später unser Laptop-Verkäufer die Lösung unseres Problems, sodass uns soetwas so schnell nicht wieder passieren wird.

 

Während wir für Ankes Brillenproblem auf Anhieb Hilfe im örtlichen Optikergeschäft erhielten, gestaltete sich übrigens die Suche nach einem vertrauenserweckenden Speiselokal, in dem man - wo man doch schon mal in Franken ist - traditionelle fränkische Küche erhält, erstaunlich schwierig. So verfielen wir letztlich auf einen Italiener. Pizza und Salat zum Bier - das hatten wir uns auch irgendwie anders vorgestellt. Was uns hier wohl noch alles blühen würde ...?