12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Mittelpunkt: Altar der vierzehn Nothelfer
Nothelfer in Großaufnahme
Am Kloster Banz: Ohne Kommentar!
Wasserschloss Mitwitz
Dem Schloss gegenüber
Veste Coburg: Eindrucksvolle Ausdehnung!
Chinesisches Kanonenrohr
Im Burghof
Pitoreske Details in der Veste

Schlösser, Kloster, Burgen - volles Programm!

Direkt nach dem Frühstück steuerten wir das erste Ausflugsziel auf unserer Liste an: Vierzehnheiligen. Es wird fotografierenden Mitmenschen nicht eben leicht gemacht, Innenaufnahmen der zu Ehren der vierzehn Nothelfer errichteten Basilika zu machen. Kaum hatten wir uns einen schönen Standort für unsere Ausrüstung ausgesucht (neben einer Säule, hinter der unser Tun vermutlich niemandem weiter aufgefallen wäre), stand auch schon ein uniformierter Aufseher neben uns und erläuterte, wonach sich ("bitte nehmen Sie Rücksicht!") zu richten war: kein Blitz, kein Stativ, kein Auflegen des Apparates auf Bänke, Säulen oder Böden. Das störe nämlich die hier Betenden bei der Andacht. Wir versuchten es mit "Hundeblick" (... so ein Stativ stört doch sicherlich niemanden - ist doch sowieso kaum einer da ...) und sachlichem Dialog. Es half nix. Dass der ganze Raum von heftigem Handwerkerlärm widerhallte, der alles andere als Ruhe zum Gebet aufkommen ließ ( ... wir reparieren die Lautsprecheranlage ...), spielte keine Rolle: "Ich bekomme auch nicht immer, was ich haben möchte." Ausnahmegenehmigung? Ja, sicher - gegen Gebühr in Bamberg zu beantragen. Aha!

 

Zähneknirschend versuchten wir uns unter den wachen Augen des "Blockwarts" am freihändigen Ablichten des freistehenden Altars in der Raummitte sowie dem sonstigen reich verzierten Barock-Interieur. Der Erfolg fiel bescheiden aus. Wahrscheinlich hätten wir eine großzügige Gabe in den Opferstock anbieten sollen, überlegten wir, als sich unser Kopfschütteln gelegt hatte. Draußen zeugte die Devotionalien-Meile noch einmal von der Geschäftstüchtigkeit der um ungestörte Andacht bemühten Glaubenshüter. Uns lag der Begriff Scheinheiligkeit auf der Zunge, während wir uns dem nächsten Ziel unserer Tagestour zuwandten, dem Kloster Banz.

 

Zwar war hier laut Aushang vormittags der Kirchenraum frei zugänglich und für Fotos freigegeben, aber dem widersprechend war das Eisengitter vor dem Innenraum zugezogen und abgeschlossen. So hatte das Fotografieren keinen Zweck. Ärgerlich! Kuriosität am Rande: Ein Fanclub hatte ihrem Idol Franz Josef Strauß einen Gedenkstein auf dem Parkplatz errichtet. Hier erweist sich, dass die bayrische Mentalität doch schwer gewöhnungsbedürftig sein kann. Unser nachfolgender Besuch am Wasserschloss Mitwitz versöhnte uns ein wenig mit den Misslichkeiten des bisherigen Tages.

 

Zum Schluss machten wir Station an der Veste Coburg, einer Burganlage mit recht voluminösen Maßen nahe der Thüringer Landesgrenze. Bei unserem Besuch haben wir uns auf die schönen Außenanlagen beschränkt, da unübersehbar vielköpfige Gruppen durch die Gebäude geführt wurden. Etliche eindruckvolle Bepflanzungen, u.a. ein Riesenmammutbaum amerikanischen Ursprungs, zogen unsere Blicke auf sich. Aber auch die unterschiedlich gestalteten Fassaden und Skulpturen gaben reizvolle Motive ab.

 

In den Hofanlagen sind u.a. alte Kanonenrohre aufgebaut, von dem eines chinesische Schriftzeichen trägt. Vergeblich suchten wir nach einer Erläuterung der Inschrift, denn unsere Chinesischkenntnisse sind eher rudimentär. Die Veste erwies sich aufgrund ihrer Konstruktion immer wieder als uneinnehmbar. Sogar der berühmte Feldherr Wallenstein soll sich seinerzeit vergeblich an einer Eroberung versucht haben. Etliche Hinweise auf die Tatsache, dass Luther hier einige Monate gelebt hatte, sind vorhanden. Das betreffende Lutherzimmer kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

 

Zurück in Kulmbach nahmen wir erneut ein eher nicht landestypisches Abendessen in einem Bistro am Markt ein, das wohl als Treffpunkt für alle Anhänger des Sehen-und-Gesehenwerdens gelten kann. Die unterschiedlichsten motorisierten Fahrzeuge fuhren quasi direkt an den Tischen vorbei - oft mehrfach. Unser anschließender Spaziergang zurück ins Hotel sorgte für die nötige Bettschwere. Morgen wollten wir noch einmal versuchen, ein ordentliches Bierlokal mit fränkischer Küche ausfindig zu machen.