12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Im Hotel
In der Engelgasse
Typische Fachwerkhäuser
In der Nähe des Hotels
Marktplatz mit Maibaum
Innenstadt von Gengenbach - gut besucht!
Kapelle vor Gewitterfront
Schwarzwälder Humor!
Brunnen der Geldbeutelwäschergilde in Wolfach
Unser Hotel zur blauen Stunde
Abendlicht-Aufnahmen zum ersten ...
... und zum zweiten

Der Mai ist gekommen!

Schon kurz nach sieben Uhr standen wir ein wenig zweiflend im absolut leeren Gastraum des Hotels und fragten uns, ob wir uns bei der "Einweisung" am Vortag wohl verhört hatten. Nein, nein, versicherte uns die einzig sichtbare Angestellte, die uns tassenweise mit Kaffee zum eher übersichtlich bestückten Frühstücksbuffet versorgte. Sehr wahrscheinlich hatten alle anderen noch lange gefeiert und darum noch nicht ausgeschlafen, erklärten wir uns später die Lage. Die auch nach dem Frühstück noch recht menschenleeren Gassen und Plätze der Innenstadt kamen uns wie gerufen für einige Fotoaufnahmen im Morgenlicht. Nicht alle Häuser und Winkel bekamen allerdings die Morgensonne ab, und so war auch klar, an welche Stellen wir später am Tag oder aber am Abend unser Glück versuchen mussten. Die Engelgasse gehörte beispielsweise zu letzterer Kategorie.

 

Da wir nur diesen einen Tag für etwaige Ausflüge in die Umgebung nutzen konnten, mussten wir uns nun entscheiden, ob wir tatsächlich auf die große Halde der Grube Clara klettern oder doch andere Ziele ansteuern wollten. Wir entschieden uns spontan für einen Besuch in Triberg, wo es den höchsten Wasserfall Deutschlands zu bestaunen geben würde. Leider hatte sich bei unserem Eintreffen die Sonne hinter den Wolken versteckt, sodass uns für richtig gute Fotos einfach das Licht fehlte. Trotzdem versuchten wir unser bestes, den Wasserfall und einen seiner Bewohner, eine fleißig Futter suchende Wasseramsel, aus verschiedenen Perspektiven aufs Bild zu bannen. Das muntere Tier hatte in einer Höhle rechts des Wasserfalls offenbar seinen Nachwuchs zu versorgen. Es war interessant, das Ein- und Ausfliegen mit leerem und vollem Schnabel zu beobachten, auch wenn später auf dem Foto leider nicht viel zu erkennen sein würde - zu wenig Licht, zu wenig Brennweite. Das Übliche eben.

 

Recht bald erklärten wir den Besuch am Wasserfall für erledigt und fanden es angesichts des anhaltend schlechten Lichts wenig erquicklich, weiter nach Motiven Ausschau zu halten, bei denen uns letztlich drittklassige fotografische Ergebnisse erwarten würden. Also doch ein Abstecher nach Kirnbach, einem Stadtteil von Oberwolfach, zur Grube Clara, um nach Mineralien zu suchen? Warum nicht!? Auf unserem Weg stoppten wir in Hornberg, auf dessen Marktplatz gerade eine Maikundgebung in den letzten Zügen lag. Angelockt hatte uns allerdings ein interessantes Viadukt sowie die Burg Hornberg, zu der wir letztlich wegen des einsetzenden Regens nicht hinauf gestiegen sind. Bekannt ist der Ort sicher eher wegen der Redewendung vom "Hornberger Schießen".

 

Weiter ging es in Richtung Oberwolfach. Bei unserer Ankunft an der Grube Clara erwartete uns ein prall gefüllter Parkplatz mit Fahrzeugen aus aller Herren Länder. Sogar aus Italien waren Mineralienfreunde angereist, denn die große Halde wird nur an zwei Terminen im Jahr für Besucher geöffnet und bietet Sammlern eine reiche Auswahl an unterschiedlichen Mineralien, die andernorts kaum zu finden sind. Wir entschieden angesichts des Besucheraufkommens und der saftigen Eintrittspreise (12 Euro pro Person - 8 kg Gesteinsausbeute inklusive), dass heute nicht der optimale Tag für ein Herumkraxeln auf der Halde wäre. Stattdessen fuhren wir weiter nach Wolfach, dessen Innenstadt einige interessante Objekte aufwies, so zum Beispiel eine "Friedenslinde", gepflanzt zum Friedensfest 1871, mit heute beträchtlichen Abmessungen.

 

Schön gestaltet ist auch der Stadtbrunnen. Hier findet an jedem Aschermittwoch traditionell das Ritual des Geldbeutelwaschens statt. Die Gilde der Geldbeutelwäscher beklagt dabei den Verlust ihres Geldes am Ende der Narrenzeit. Wasser rinnt aus vier Rohren, die in Eulengesichtern stecken. Obenauf thront der Heilige Nepomuk, Schutzpatron der Flößer. Die Figur wurde einst von den örtlichen Schiffern gestiftet. Im nahen Flößermuseum kann man sich einen Eindruck von der Historie und den Arbeitsbedingungen der Flößer verschaffen (bei unserem Aufenthalt leider nicht geöffnet).

 

Die Außengastronomie war gut besucht, sodass wir uns einige Minuten lang nach einem günstigen Sitzplatz für eine Kaffee-Pause umsehen mussten. Vor unserer Weiterfahrt passierte uns eine Kolonne von historischen BMW-Fahrzeugen - offenbar ein Club, der seinen Ausflug hierher veranstaltete.  Bei unserer Rückkehr nach Gengenbach war es noch früher Nachmittag, also nahmen wir uns noch einmal die nähere Umgebung des Ortes vor.

 

Zur kleinen Bergkapelle führte ein Wanderweg hinauf, den wir trotz des wieder einsetzenden Regens in Angriff nahmen. Später lasen wir, dass es sich um die St. Jacobs-Kapelle auf dem Jacobus-Weg handelt. Oben angekommen genossen wir den Blick über die Hänge mit Weinstöcken hinweg, die bis an den Horizont zu reichen schienen. Andere Besucher gesellten sich für einige Minuten hinzu und brachen wieder auf. Es waren für alle genug Bänke vorhanden. Geredet wurde spärlich und in dezentem Ton - sehr erholsam. Letztlich traten auch wir den Rückweg an und begaben uns für ein Bier in das Nachbarlokal unseres Hotels.

 

Kurz überlegten wir, ob wir noch einmal die hochwertige (und entsprechend kostspielige) Küche unseres Hotels in Anspruch nehmen oder doch die einfachere Küche dieses Lokals vorziehen sollten. Letztlich blieben wir bei der ursprünglichen Wahl, was sich als völlig richtig erwies. Mithilfe unseres Kellners kamen wir an ein überaus schmackhaftes Menü aus drei Gängen, zu dem wir den selben Wein wie am Vortag auswählten. Perfekt!

 

Genau richtig zur "blauen Stunde" hatten wir das Essen beendet und unsere Kameras geholt, um nun das abendliche Gengenbach abzulichten. Mit der Ausbeute konnten wir absolut zufrieden sein. Dieser Tag und damit unserer letzter Urlaubstag im Süden Deutschlands hatte einen wirklich guten Abschluss gefunden.