17.11.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Damwildherde
Präriehunde im Habitat
Präriehund
Greifvogel beim Trainingsflug
Geierportrait
Raufußkauz im Anflug
Raufußkauz-Portrait
Neuzugang Schneeleoparden-Weibchen
Mühlengebäude von Soderstorf
Mühlrad, noch außer Betrieb

Allerlei Getier

Heute wollen wir einmal das frisch erworbene 400 mm Teleobjektiv zum Einsatz bringen und steuern den Wildpark Lüneburger Heide an, der über 1000 Tiere und mehr als 120 Arten beherbergt. Der Tierpark liegt nordöstlich des Naturparks Lüneburger Heide in der Nähe von Hanstedt. Bei unserem Eintreffen zeichnet sich schon ab, dass wir ein Lichtproblem bekommen würden, denn es ziehen Wolken auf. Trotzdem entrichten wir die fälligen 9 Euro Eintritt pro Person und erkundigen uns erst einmal nach den Zeiten für die Greifvogelflugschau, um die Vorführung nicht zu verpassen.

 

Am faszinierendsten finden wir das Habitat der Präriehunde, die gerade eine Ladung Erdnüsse und andere Knabbereien vertilgen. Welche Meisterleistungen professionelle Tierfotografen erbringen, können wir hier bereits erahnen, denn die ständig in Bewegung befindlichen Tierchen aus dem richtigen Winkel in voller Schärfe abzulichten, ist eine Kunst für sich. Um wieviel schwerer noch das Ablichten einen Vogels in vollen Flug sich gestaltet, erfahren wir wenig später. Von den über hundert Aufnahmen der Falken, Adler, Geier und Eulen bleiben nach Sichtung am heimischen PC gerade mal zwei oder drei recht passabel gelungene übrig. Entweder man kann das Tier lediglich von hinten sehen, weil es einfach viel zu schnell vorbei geflogen ist, oder es ist nur 90 % des Vogels auf dem Bild (es fehlt also ein Stück Flügel oder Schwanz), wenn es nicht insgesamt an Schärfe fehlt. Da müssen wir wohl noch  üben.

 

Selbst das Abbilden der Dammwildherde, zu deren Gehege man freien Zutritt hat, gestaltet sich unerwartet schwierig. Kaum ist das Stativ aufgebaut und das Objektiv in Stellung gebracht, positioniert sich das Wild demonstrativ im Schatten oder trabt einfach weg von dem Fleck, auf dem es nur Sekunden zuvor sehr gelassen und fotogen gegrast hat. Verflucht! Kaum taucht allerdings ein Besucher mit Wildfutter im Anschlag auf, sammelt sich wie auf Kommando die ganze Truppe zum Gefüttertwerden, als sei sie absolut handzahm. Unserer Illusionen beraubt, packen wir unsere Ausrüstung wieder zusammen und setzen unseren Weg fort.

 

Den Höhepunkt der Entwürdigung erleben wir prompt anhand eines Bärens, der sich dirket vor dem Futterloch platziert hat, aus dem das von den Besuchern eingeworfene Wildfutter rieselt. Arme Kreatur! Nur schnell weg von dem Ort! Stattdessen weren wir noch Zeuge der Eingewöhnungsphase des Neuzugangs im Leopardengehege. Die neue Schneeleoparden-Dame hat das gesamte Gehege für sich, und wird von den eingesperrten Alt-Bewohnern aus sicherer Entfernung kritisch beäugt. Wenige Tage später wolle man die Zusammenführung der Tiere versuchen, erfahren wir auf Nachfrage beim just eintreffenden Personal.

 

Bei einsetzendem Regen brechen wir unseren Aufenthalt kurz nach der Mittagszeit ab und erkunden lieber noch im naheliegenden Soderstorf sowie in Wohlenbüttel die beiden historischen Mühlengebäude, von denen in unseren Reiseunterlagen die Rede war. Insbesondere die Sodersdorfer Mühle wird nach Abschluss der Restaurationsarbeiten eine Bereicherung für die große Fangemeinde historischer Wassermühlen sein. Wir haben dem engagierten Eigentümer spontan eine kleine Spende als Dankeschön für eine exklusive Führung durch das Mühlengebäude und das angrenzende Backhaus übergeben. Hoffentlich kann er wie geplant im kommenden Jahr ein restauriertes Objekt vorweisen.