17.11.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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... und vor allem: WO?!
Historischer Schnuckenstall
Heidelandschaft
Bienenhaus - unbevölkert

Ich will Schnucken!

Obwohl wir uns ordentlich bemüht haben, ist es uns bisher nicht gelungen, eine lebende Heidschnucke oder gar eine ganze Herde davon vor unsere Linse zu bekommen. Das soll heute ein Ende haben. Womit wir nicht gerechnet haben, erläutert uns im Undeloher "Heide Erlebniszentrum" die geduldige Frau hinter der Theke: Die Schäfer wandern mit ihren Herden mal hierhin, mal dorthin. Mitunter ist es selbst für Einheimische schwierig, den aktuellen Standort herauszufinden, und es kann durchaus passieren, dass man gar nicht in die Nähe kommt - jedenfalls nicht so nah, dass man Schnucken-Portraits schießen könnte.

 

Die Heide ist nämlich durchaus nicht durchgängig bewanderbar, sondern an gewissen Stellen gar nicht zugänglich oder autorisierten Besuchern vorbehalten. So zum Beispiel jenen Pferdekutschen, in denen Einheimische gleich dutzende zahlungswillige Touristen pferchen. Oder auch Guides wie dem "Heide-Ranger", die noch zahlungswilligere Mitmenschen auf gebuchte Touren mitnehmen. Während dieser Variante noch ein gewisser Charme innewohnt - man denke an jene legendäre Bootsfahrt im Taubergießen, die der einheimische Fachmann zu einem wunderbaren Naturerlebnis gestaltet hatte -, verzichten wir sehr bewusst auf die Pferdefuhrwerk-Lösung. Man stelle sich allein das zum Scheitern prädestinierte Bemühen vor, das Auf und Ab der Landschaft im Sucher auszugleichen. Ganz zu schweigen von den höchstwahrscheinlich just im falschen Moment gestikulierenden Mitfahrern, deren Köpfe oder Extremitäten demzufolge jedes Bild verunzieren würden. Da wird die "Heide-Safari" womöglich eher zum "Tatort" mit mindestens einer virtuellen Leiche.

 

Wir versuchen uns demzufolge an der Ablichtung etwas weniger mobiler Objekte im Ort und in der näheren Umgebung, wie beispielsweise der Mühle in Kampen. Außerdem stehen noch etliche Geocaches auf dem Programm. Der nicht enden wollende Regen lässt uns schließlich unsere Entdeckungstour abbrechen und ins Hotel zurückkehren. Regen in der Heide ist auch nicht wesentlich schöner als zu Hause, seufzen wir. Hoffentlich ist das jetzt nicht das Urlaubswetter für die restliche Woche!