12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Kirche von Undeloh
Mühlstein in Soderstorf
Wassermühle Wohlenbüttel I
Mühle Wohlenbüttel II
Heidelandschaft I
Heidelandschaft II
Heidelandschaft III
Heidelandschaft IV
Lauenburg
Schau mir in die Augen ...!
Typischer Heidebewohner

Zum Vergessen gemacht!

Welch ein Glück, dass unsere Unterkunft so gemütlich ist! Anders sind Regentage wie diese nicht wirklich auszuhalten, auch wenn man Out-Door-Klamotten im Gepäck hat. Eine Runde von etwas mehr als 5 km durch den Forst des Nachbarortes nebst Finden einer entsprechend geringen Anzahl von Caches muss reichen, um unseren heutigen Frischluft- und Hobby-Ausübe-Bedarf abzudecken. Immerhin haben wir auf dem Zimmer die Möglichkeit, uns Tee oder Kaffee aufzubrühen, Schuhe und Jacken zum Trocknen auszulegen und mittels heißer Dusche wieder auf Normaltemperatur zu kommen.

Der Herbst hat mit einem gewaltigen Temperatursturz Einzug gehalten. Waren es zum Feiertag hin noch schlappe 28 Grad, so zeigt das Termometer neuerdings gerade einmal 8 Grad. Rollkragenpullis und Strickjacken statt T-Shirt. Die ersten Seiten des mitgeschleppten Buches "Der arabische Frühling" von TV-Reporter Jörg Armbruster sind bereits gelesen. Sollte der Regen anhalten, stehen die Chancen gut, es tatsächlich ausgelesen zu bekommen.

Zwischen Frühstück und Abendessen geschieht folglich nichts Weltbewegendes. Da sich die Touristenströme prompt nach dem Feiertag verlaufen hatten, haben wir vor Ort die Qual der Auswahl, was nämliches Abendessen angeht. Wenn wir nicht ständig vergessen würden, bereits beim Frühstück darum zu bitten, würden uns auch die Eigentümer unserer Ferienbehausung abends bekochen. Andere Gäste sind da schlauer als wir. Vielleicht probieren wir einfach einmal, abends daran zu denken, denn morgen wäre die letzte Gelegenheit. Am Mittwoch ziehen wir weiter gen Lübeck.

 

Zurück zu den hiesigen Lokalitäten: Fußläufig erreichbar sind insgesamt fünf Hotel-Restaurants und die uns wärmstens empfohlene "Teestube", ein atmosphärisch sehr ansprechendes Lokal mit einer kleinen aber feinen Speisenauswahl. Von den beiden Hotel-Restaurants, die wir ausprobiert haben, sind wir weniger überzeugt. Das eine strahlt schon vom Namen her den Charme der 60er Jahre aus: Waldschenke. Besondere Kennzeichen: dicke Gardinen, sehr betagtes Mobiliar, beides wahrscheinlich mindestens 50 Jahre alt, Speisenauswahl wie in typischen Touristenlokalen zu erwarten, selten mehr als zwei weitere Besucher am Abend.

 

Das andere scheint das lokale "In-Hotel" zu sein ("Heiderose" - auch nicht sehr "innovativ" benamst): sehr gepflegte Einrichtung, traditionelle Speisekarte mit immerhin drei Speisen zur Auswahl für Vegetarier, stets über zwei Dutzend Fahrräder vor der Tür, die Theke voll besetzt, der eigene Kutschenpark für Touren durch die Heide direkt nebenan. Fehlt eigentlich nur noch die passende Heide-Musik als Untermalung (was immer typische Heide-Musik wäre) für die "After-Heide-Tour-Party". Wer zum Essen eine nicht ganz so lebhafte Atmosphäre schätzt, sollte sich anders orientieren.


Im Nachbarort sind wir per Zufall auf "Kaaps Restaurant" gestoßen, das leider ein wenig zu "antik" ist, um wirklich gemütlich zu sein. Aus diesem Kleinod könnte man etwas gemacht haben, sind wir überzeugt. Leider hilft auch die überzeugende Kochkunst und der tolle Humor des Besitzers nicht wirklich weiter, wenn man in der Toilette kaum atmen kann, überall Spinnweben in den Ecken sind, die Stuhlkissen "müffeln" und man sein Bier mit "soeben ertrunkener Mücke" hingestellt bekommt und auch nach dem Herausfischen von zwei weiteren "Leichen" keinen Ersatz erhält. Immerhin stimmt das Preis-Leistungsverhältnis! So preiswert wie bei "Kaaps" haben wir nirgendwo sonst gegessen. Exotisch: Miesmuscheln mit Curry gekocht - das hatten wir noch nie! Unsere Finger waren noch Tage danach gelb gefärbt. Wer zufällig ein Fan von Sam Cooke sein sollte, kommt voll auf seine Kosten: Es wurde an beiden Tagen, an denen wir dort gegessen haben, dasselbe Album des Alt-Rock'n-Rollers gespielt.

Ankes Favorit, die Teestube, enttäuscht uns an diesem Abend mit unverkennbar aufgewärmten Kartoffeln als Beilage zu einem ansonsten schmackhaften Hauptgericht (Zander mit Linsen). Als Erklärung erhalten wir von der Bedienung die Auskunft, dass die Kartoffeln tatsächlich aus Zeitgründen nicht immer frisch gekocht würden (wir hatten den Eindruck, sie waren in der Mikrowelle auf Temperatur gebracht und vom Mittag übrig gewesen). Ersatz oder Kompensation werden nicht angeboten. Das war's: durchgefallen. Morgen müssen wir unbedingt einmal unseren Gastgeber testen!