12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Bei Zarrentin am Schaalsee
Ratzeburg
Holstentor ...
... ganz schön schief!
Lübecker Grazien
Alte Schmiede
Restaurant Schiffergesellschaft

Auf nach Lübeck!

Noch einmal begeben wir uns zum Frühstück an "unseren" Tisch direkt am großen Fenster, aus dem man mit etwas Glück Nebelschwaden auf der Pferdekoppel gegenüber erleben kann. Heute ist es leider wieder nur regennasses Gras und wolkenverhangener Himmel. Ob wir wohl in Lübeck auf vorteilhaftere Wetterverhältnisse treffen würden? Mit der Zusicherung, unseren Aufenthalt trotzdem sehr genossen zu haben, werden wir verabschiedet.

 

Der Weg nach Lübeck ist innerhalb von nicht einmal zwei Stunden zu schaffen, also können wir uns einige Zwischenstopps gönnen. Lohnenswert ist beispielsweise das Örtchen Lauenburg, der Schaalsee mit seinem Naturschutzgebiet oder auch Ratzeburg. Wir entschließen uns zu einem Abstecher nach Zarrentin am Schaalsee.

 

Für unseren Aufenthalt in Lübeck hatten wir uns das Baltic-Hotel nahe dem ZOB ausgesucht (eine Empfehlung aus dem Freundeskreis). Der Hotelier ist gebürtiger Holländer. Unter seinen Gästen gibt es wohl eine Reihe von Durchreisenden und Monteure, weshalb man keine besonderen Ansprüche an das Ambiente stellen sollte. Die Räume sind allerdings mit allem ausgestattet, was man braucht (inklusive kostenlosem E-Mail-Zugang und frisch modernisierten Bädern!), wenn man sich hauptsächlich unterwegs und nicht im Hotel aufhält. Dass man außer einem eher durchschnittlichen Frühstücksbuffet jederzeit mit dem freundlichen Service rechnen darf, hat uns total überrascht. Als wir an einem anderen Tag von einer ausgedehnten Tour durch Lübeck völlig durchgefroren zurückkehrten und vorsichtig anfragten, ob wir wohl einen heißen Tee bekommen könnten, wurden wir tatsächlich mit einer große Kanne frisch aufgebrühten (Blatt!)Tee auf unserem Zimmer versorgt, die auch auf spätere Nachfrage hin nicht auf unserer Endabrechnung auftauchte. Donnerwetter!

 

Für den heutigen Einstand in Lübeck beschränken wir uns auf einen Spaziergang entlang der Trave, zu der wir als erstes einmal das berühmte Holstentor durchschreiten müssen. Es ist einigermaßen schwierig, das Bauwerk ohne Menschentrauben drum herum oder direkt davor abzubilden. Bei näherer Betrachtung schätzen wir, dass das Holstentor auf der Liste der schiefen Gebäude womöglich nicht weit hinter Pisa landen könnte. So schief hatten wir es von den Abbildungen her gar nicht in Erinnerung. Der Weg am Wasser entlang  bis zum Museumshafen bringt eine erste Enttäuschung: der Blick auf die Häuserzeile der Altstadt - eigentlich ein absoluter Hingucker - ist durch viele Bauwagen und Gerüste versperrt. Damit hat sich das angestrebte Panoramabild bereits erledigt. So ein Elend!

 

Zum Abendessen begeben wir uns in eine eher unscheinbare Pinte mit nicht weiter erwähnenswertem Speisenangebot, deren Interieur sich allerdings als durchaus bemerkenswert erweist. Es muss allem Anschein nach einmal eine Schmiede gewesen sein. Viele Gaststätten (und nicht nur die) in Lübeck haben "geschichtlichen Hintergrund", und das macht Lust auf eine Entdeckungstour, für die uns bereits die "Schiffergesellschaft" als absolutes Muss nahegelegt worden war. Selbstverständlich würden wir uns auch die berühmten Kirchen der Stadt von innen ansehen. Bei der Rückkehr ins Hotel werden die zwischendurch eingesammelten Caches noch schnell geloggt, dann ruft auch schon das Bett sehr vernehmlich nach uns. Morgen würden wir auf alle Fälle so viel wie möglich von Lübeck erkunden.