16.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Blick vom Anleger auf die alten Salzspeicher
Typischer Kanal-Kahn
Fallhöhe des Rettungsbootes: 15 Meter!
An der Schlüpferstraße
Schöne Fassaden mit Begrünung ...
... und fast ohne Begrünung
Museumshafen mit wenig Sonne ...
... und ganz ohne Sonnenschein
Mondschein an der Trave

Stadtführung mal anders

Unser Aufenthalt in Lübeck neigt sich unaufhaltsam dem Ende zu. Sollten wir am letzten Tag vor Ort noch einmal nach Travemünde fahren? Oder uns ein weiteres Mal auf die Suche nach Cachen oder malerischen Gängen machen? Eine Stadtführung hatten wir noch auf der Liste der unerledigten Unternehmungen, aber die zu erwartenden Herden von Touristen an diesem Sonntag machten uns diese Alternative nicht eben schmackhaft. Unentschlossen schlendern wir erst einmal in Richtung Altstadt und entscheiden uns spontan für eine neue Variante: eine Kahnpartie auf den Kanälen rund um Lübeck!

 

Kaum ist es beschlossene Sache, scheint das Vorhaben schon wieder zu scheitern, denn angesichts der kühlen Witterung tauchen nur wenige Interessenten am Anleger auf. Schlimmer noch: das Kassenhäuschen bleibt auch bis zur angezeigten Abfahrtszeit unbesetzt. Schließlich versichert uns ein Mitarbeiter der Betreiber, man würde auf alle Fälle eingesammelt und dürfe dann unterwegs die Fahrkarte erwerben. Aufatmen!

 

Wenig später sitzen wir im offenen Boot und wundern wir uns über deutlichen Alkoholgeruch, der irgendwo hinter uns verströmt wird. Dass manche Menschen auch schon am frühen Morgen Glühwein zu sich nehmen möchten, der in einem großen Kessel für die Passagiere bevorratet ist, scheint uns zunächst unwahrscheinlich, allerdings dürfen wir es alsbald erleben. Wir ziehen es vor, weiter zu frösteln, und vertagen das Experiment.

 

Das Männerduo, das das Kommando an Bord hat, wirft sich im Laufe der Fahrt gegenseitig so nette Neckereien an den Kopf, dass einem davon auch ohne Alkohol richtig warm ums Herz wird. Wir erfahren im wahrsten Sinne des Wortes neue und alte Ansichten der Hansestadt Lübeck und kommen angesichts der Anekdoten, die der Schiffsführer über die Stadt und ihre Bewohner zu berichten weiß, kaum aus dem Lachen heraus. Am Ende der Tour sind wir überzeugt, dass sich dieser Ausflug wirklich gelohnt hat, auch wenn wir nun wieder einmal durchgefroren sind - und dass wir unbedingt noch einmal zu Fuß auf Erkundungstour gehen müssen.

 

Noch weit vor der Mittagszeit entsteigen wir dem Boot und treten noch einmal einen Rundgang durch die verwinkelten Gassen und versteckten Gänge der Stadt an. Dabei folgen wir den im Stadtplan angegebenen Vorschlägen und besuchen beispielsweise eine Teestube auf oder in der Nähe der Fleischhauerstraße. Wir erinnern uns heute nur noch daran, dass in der Nähe das Hieronymus-Haus steht. Die Teestube selbst hat es wohl auf einen bestimmten Besucherkreis abgesehen, denn während wir uns unseren Tee genießen, begleitet uns ein recht gewöhnungsbedürftiges Album mit klassischer Musik, für das wir uns so gar nicht erwärmen können. Keine Frage: der Tee schmeckt sehr gut, das Interieur hat etwas von antikem Teesalon, in dem - oh, wie gemütlich! - nur eine handvoll Kunden platznehmen können, aber wir kommen uns in steigendem Maße fehl am Platze vor.

 

Gegen Abend versuchen wir uns noch einmal an einigen Dämmerungs- und Nachtaufnahmen im Museumshafen und an der Obertrave, dann erklären wir den heutigen Tag für abgeschlossen und bereiten uns auf eine letzte Nacht vor Ort vor.