12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Nebel über Feld und Flur
Ich - will - Kühe!
Romantisch-schöne Landschaft im Naturpark Lüneburger Heide
Blick auf den Dom zu Lübeck
Erstmal was essen!
Dächer mit bemerkenswerter Linienführung
Nacht in Lübeck

Homeward bound

Kalt und neblig begrüßt uns der Morgen an unserem Rückreisetag. Trotzdem werden wir uns Zeit für einige Abstecher nehmen, statt einfach nur auf direktem Wege nach Hause zu fahren. Schon mit unserer ersten Entscheidung haben wir Pech: Die Stadtautobahn Richtung Norden ist völlig verstopft, nur langsam kommen wir von der Stelle. Erst gegen Mittag erreichen wir die Rendsburger Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal.

 

Mit diesem Wahrzeichen und der Stadt selbst verbindet sich ein Teil Familiengeschichte. Ankes Mutter verlebte in Rendsburg einen Großteil ihrer Schul- und Jugendzeit. Die Fahrt mit der Schwebefähre gehörte tagtäglich dazu und war kostenlos. Mitunter postierten sich die Puppenmütter diesseits und jenseits des Ufers und spielten "Besuch". Größere Pausen entstanden immer dann, wenn große Schiffe den Kanal passierten, denn diese hatten und haben immer noch Vorrang. Bei unserem Besuch ist die Fähre außer Betrieb, weil gerade Renovierungsarbeiten stattfinden. Etliche Radfahrer drehen enttäuscht wieder ab.

 

Wir entscheiden uns, im Restaurant "Brückenterassen" Platz zu nehmen, wo alle passierenden Schiffe mit Nationalhymne (Herkunftsland) begrüßt und den Gästen einige Fakten über Schiff und Route mitgeteilt werden. Das kann sehr unterhaltsam werden, in jedem Fall kann man sich dem hier nicht entziehen, man muss es also nicht nur Speisen und Getränke mögen. In unserem Fall ist weder das eine (Speisen) noch das andere (Schiffsverkehr) sonderlich bemerkenswert, und so setzen wir einigermaßen ernüchtert die Heimreise fort. Zeit für einen Rückblick.

 

In der Lüneburger Heide haben wir herzliche Gastlichkeit mit sehr individueller Note an einem ansonsten stark auf Touristenmassen ausgerichteten Ort erlebt. Wir können nur dazu ermutigen, sich persönlich davon zu überzeugen, dass dieser Urlaubsregion ihr Rentner-Image völlig zu Unrecht anhaftet. Die richtige Reisezeit liegt unserer Erfahrung nach eindeutig außerhalb der Heideblütenzeit, es sei denn, man steht auf Massenabfertigung und Gluthitze wie am Ballermann zur Hauptsaison. Ein Abstecher in die alte Hanse- und Universitätsstadt Lüneburg ist dringend zu empfehlen.

 

Zu Lübeck könnte man ganze Bücher schreiben, so viel gibt es zu sehen und zu erleben. Man kann und sollte die Stadt aus verschiedenen Ebenen betrachten: aus der Fußgängerperspektive, um die zahlreichen Brücken, Häuser und Gänge abzugehen, aus der Vogelperspektive vom Kirchturm aus und vom Wasser her an Bord eines Ausflugsschiffes nach Travemünde oder eines der vielen Boote, die auf der Trave um die Stadt herum fahren. Travemünde ist übrigens nicht nur deshalb ein sehr naheliegendes Ausflugsziel, weil die Passat hier ankert. Man fährt mit Neugier hin und kommt mit Sehnsucht nach Me(h)er zurück. Wir sind mit Sicherheit nicht zum letzten Mal hierher gekommen.