12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Blick auf "Klein Venedig" I
Mini-Haus in "Klein Venedig"
'Klein Venedig' II...
... und III
Die Lösung aller Parkplatzprobleme ist ganz nah!
Das 'alte Rathaus' - Obere Brücke
Hier gibt's das berühmte Rauchbier

Auf nach Bamberg!

In den Wochen vor unserer Reise hatten wir uns überlegt, ob wir schon die Hinfahrt dazu nutzen sollten, den einen oder anderen Abstecher zu Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke zu machen. Schließlich würden wir für die rund 450 Kilometer kaum mehr als 4,5 Stunden brauchen, und in der Regel stehen Zimmer nicht vor 14 Uhr zur Verfügung.

 

Irgendwo hatten wir gelesen oder gehört, dass es in Heidelberg eine Kollonie von Halsbandsittichen gäbe. Das und die Tatsache, dass Heidelberg sowieso immer eine Reise wert sein sollte, hatte natürlich seinen Reiz. Kurzerhand planten wir einen entsprechenden Schlenker von gut 100 Kilometern ein, der die Fahrtzeit um gut eine Stunde erhöhen würde. Was war das schon gegen die Chance, diese exothischen Vögel vor die Linse zu bekommen? Um Heidelberg selbst kennenzulernen, würde eine Durchfahrt allein überhaupt nicht reichen, das war schon klar.

 

Es kam allerdings völlig anders als geplant. Einerseits zog auf halber Strecke eine Schlechtwetterfront auf, sodass uns wahrscheinlich für gute Fotos das Licht fehlen würde. Andererseits gab es immer wieder zäh fließenden Verkehr, was unseren Zeitplan völlig aus dem Ruder zu bringen drohte. Kurzentschlossen verzichteten wir auf den Besuch in Heidelberg und trafen gegen 16 Uhr bei strahlendem Sonnenschein und 28 Grad in Bamberg ein. Mit der Chance auf ein kühlendes Getränk vor Augen, stellten wir unser Gepäck in unserer Ferienbleibe ab und brachen umgehend zu einem ersten Spaziergang in Richtung Altstadt auf.

 

Die Wahl des Quartiers erwies sich als Volltreffer, denn unser Weg entlang der Regnitz führte uns an einem der touristischen Höhepunkte vorbei: Klein Venedig, so nannte man das alte Fischerviertel am gegenüber liegenden Ufer, das in vielen Reiseführern abgebildet ist. Einer inneren Stimme folgend, hatte Anke diesmal ihre Pocket-Kamera mitgenommen, um immer dann zuschlagen zu können, wenn die große Ausrüstung der Bequemlichkeit halber in der Bleibe zurückgelassen würde. So entstanden die ersten Fotos bei guten Lichtverhältnissen, von denen wir im Verlauf unseres Aufenthaltes nicht immer sprechen konnten.

 

Dank eines Stadtplans, den wir in der Touristen-Information mitnahmen, konnten wir uns in den verwinkelten Gassen Bambergs einigermaßen orientieren und fanden bald ein freies Plätzchen in einem italienischen Eiscafé direkt am historischen Rathaus, eine von vielen weiteren Attraktionen mit besonderer Geschichte. Den Gedanken, uns einer Stadtführung anzuschließen, hatten wir schon im Vorfeld verworfen. Dank Geocaching würden wir trotzdem eine Reihe sehenswerter Örtlichkeiten und wissenswerter Geschichten von Bamberg kennenlernen.

 

Zum Abendessen kehrten wir im "Schlenkerla" ein, wo wir für wirklich wenig Geld typisch fränkische Küche (Schäufela und Kraut) sowie das umstrittene Rauchbier serviert bekamen. Es ist genau so, wie man uns erzählte: Die ersten Schlucke überraschen mit einem Geschmack wie Schwarzwälder Schinken. Kaum hat man überlegt, ob man das wirklich trinken soll, beginnt sich der Gaumen auch schon daran zu gewöhnen. Also: es ist gar nicht soooo schlimm! Für die folgenden Tage wollten wir uns allerdings Lokale mit "richtigem Bier" aussuchen.