12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Altes Schlachthaus mit Chronogramm
Pause vor dem Hellerhaus am Kunigunde-Denkmal - Untere Brücke
Haus für schräge Typen
Anfahrt zur Landesgartenschau
Mediterraner Garten
Das "Bärbala" lockt zum Verweilen ...
... am oberen Ende der Gartenschau
Blick auf Bamberg vom Restaurant "Spezialkeller"
Abendstimmung ...
... in den Gassen von Bamberg

Sommer in der Stadt

In Ferienwohnungen ist man für sein leibliches Wohl selbst verantwortlich. Wir beschränkten uns daher auf frisch gekochten Kaffee und wollten unser eigentliches Frühstück im Verlauf des Vormittags irgendwo in einem Café zu uns nehmen. Wir hatten eine grobe Vorstellung davon, was wir unternehmen wollten, uns aber keinen festen Zeitplan zurechtgelegt. Angesichts der Wetterprognose (bis zu 29 Grad!) packten wir unsere Fotoausrüstung in den Trolley und lenkten unsere Schritte zunächst in Richtung Altstadt. Je nach Lust und Laune konnten wir dort den Tag mit Geocachen verbringen oder dem Rat unseres Gastgebers folgen und das Schiff zur Landesgartenschau nehmen.

 

Während der Gartenschauzeit legt das Fahrgastschiff alle halbe Stunde an/ab - eine Frequenz, die laut Besatzung vor der Hauptsaison alles andere als sinnvoll erscheint. Der Schiffsanleger befindet sich gegenüber dem alten Schlachthaus an der unteren Brücke. "Untere Brücke" heißt auch die Straße, die hinter dem alten Rathaus über die Regnitz führt. Die Straße "Obere Brücke" führt dagegen direkt durch den Torbogen des alten Rathauses.

 

Für einen der Multi-Caches, den wir uns als Alternative für eine Stadtführung ausgesucht hatten, mussten wir Details am Schlachthaus-Gebäude interpretieren. Damit lernten wir Sinn und Systematik von Chronogrammen kennen, die uns zuvor unbekannt waren. Es werden nämlich innerhalb der lateinischen Beschriftung römische Zahlen als Buchstaben verwendet, aus denen sich das Baujahr errechnen lässt. Um diese und die Erkenntnis reicher, dass Frühstückscafés in Bamberg gar nicht so zahlreich sind, wie vermutet, saßen wir schließlich ziemlich hungrig auf den Stufen des Bamberger Doms, der wegen einer Messe für Besucher gesperrt war. Eine Besichtigung mussten wir uns also für einen späteren Zeitpunkt aufheben.

 

Am Marktplatz mit Neptunbrunnen stärkten wir uns zu fortgeschrittener Stunde mit belegten Brötchen, bevor wir kurzentschlossen das nächste Pendelschiff zur Gartenschau bestiegen. Hier hatten wir nun Gelegenheit, „Klein Venedig“ mit unserem „großen“ Equipment aus neuer Perspektive abzulichten. Die kurze Fahrt endete wie erwartet direkt am Gartenschaugelände. Wir entrichteten den geforderten Eintrittspreis (12 Euro pro Erwachsenem) und bekamen unmittelbar bei Betreten den Eindruck, dass die Garten- und Landschaftsbauer hier wirklich ganze Arbeit geleistet hatten, obwohl von einem eindrucksvollen Blütenmeer noch keine Rede sein konnte.

 

Unser Hauptinteresse galt dem Fischpass, einer wieder geschaffenen Verbindung zwischen zwei bisher wegen des Wasserkraftwerkes getrennten Teilen der Regnitz. Hier soll zum einen Fischen die Möglichkeit gegeben werden, wieder hinauf und hinab zu wandern (wie es vor dem Kraftwerksbau der Fall war). Zum anderen siedelt - so in der Presse zu lesen - in einer extra angelegten Nistwand der Eisvogel, ein faszinierender und leider recht seltener Gast, seit man natürliche Wasserläufe in künstliche Betten zwingt. Wir konnten nach etwas Suchen die Nistwand entdecken. Sie schien uns jedoch aktuell nicht bewohnt. Verwundert hat uns die Unwissenheit des Personals, das an ausgewiesenen Stellen für die Bewirtung der Besucher zuständig ist. Keiner konnte uns bei der Suche unterstützen. Wir wurden stattdessen auf völlig falsche Färten gesetzt. Das sollte noch besser werden (die Eröffnung hat ja gerade erst stattgefunden).

 

Die Zeit verflog dermaßen schnell, dass wir erst unter der heimischen Dusche des Resultats unserer Unvorsichtigkeit gewahr wurden: Alle unbedeckten Hautpartien wiesen deutlichen Sonnenbrand auf. Au backe! Da mussten wir aber in den nächsten Tagen unbedingt achtsamer sein. Zum Abendessen folgten wir einem „Insider-Tipp“ unseres Reiseführers und genossen den angeblich schönsten Blick über die Altstadt Bambergs von einem der sieben Hügel (woher Bamberg den Beinamen "Fränkisches Rom" bekam). Allen, die es uns gleich tun möchten, diene dies zur Information:

 

Der Aufstieg zum „Spezial-Keller“ hat es durchaus in sich; mit grölenden Betrunkenen wird laut Informationstafel rigoros verfahren (was leider in der Altstadt nicht der Fall ist, wie wir erleben durften); Hoffnungen auf „normales Bier“ kann man allerdings getrost begraben, denn es gibt wiederum ausschließlich Rauchbier vom Fass. Trotzdem oder gerade deshalb kann man das Gartenlokal wirklich nur empfehlen. Man sollte sich sicherheitshalber eine Jacke mit hinauf nehmen, denn gegen Sonnenuntergang kann es dort oben schon einmal kühl werden. Satt und zufrieden begaben wir uns weit vor Mitternacht in unsere Federn. Hier konnte man sich wohlfühlen!