12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Stadtführung mit historischer Dame
Wandmalerei in der Innenstadt
Auf dem Weg zum "Spezialkeller"
Künsterisch gestaltetes Gartentor
Bamberger Konzerthalle
Bamberger Rathaus
Alte Fischer-Häuser ...
... von "Klein Venedig"

Lehrstunden

Auch an diesem, unserem letzten Tag vor Ort, sollte der Wetterbericht recht behalten: es regnete. Nun mag Regenwetter keine Idealbedingung für Fotografen darstellen, hält allerdings keinen Geocacher davon ab, sein Hobby zu betreiben. Wir beendeten also zunächst einmal den schon begonnenen Multi-Cache "Domreiter 1", der wirklich jedem Bamberg-Besucher ans Herz zu legen ist. Den Namen verdankt dieser Cache einer bekannten Touristenattraktion, die auch für die Fachwelt noch einige Rätsel aufgibt: der Bamberger Reiter.

 

Nachdem wir schon die Systematik von Chronogrammen erlernt hatten, folgte nun die eine oder andere Geschichtsstunde. So erfuhren wir beispielsweise, dass nicht etwa Götz von Berlichingen erstmalig das berühmte Zitat vom "Arschlecken" im Munde führte, sondern eine derbe Bambergerin, und zwar vor Gericht und weit vor jenem Edelmann. Außerdem wissen wir nun, dass das historische Gasthaus Schlenkerla gar nicht immer so hieß, sondern erst seit dem 19. Jahrhundert seinen heutigen Namen erhielt. Der damalige Wirt "schlenkerte" beim Laufen sehr augenfällig mit seinen Armen, um damit die Bewegungen seiner krummen Beine auszugleichen, die er von einem Unfall mit einem Fuhrwerk zurück behalten hatte. Aha! Dass es neben dem Prager auch einen Bamberger Fenstersturz gab, war uns ebenfalls völlig neu, ist aber eindeutig dokumentiert. Das nur als Beispiele.

 

Zum Abschluss holten wir den obligatorischen Dom-Besuch nach (für den wir wiederum einige Minuten dezent zu warten hatten, um die Messeteilnehmer nicht zu stören - für uns eine Selbstverständlichkeit). Übrigens feiert Bamberg 2012 den tausendsten Jahrestag der Dom-Weihe, weshalb einige Veranstaltungen bereits für zusätzlichen Besucherstrom an diesem Wochenende gesorgt haben. Straßen und Gaststätten waren in der Folge deutlich voller als noch an den Vortagen. Trotzdem ergattern wir im Café am Dom (nicht direkt am Dom, sondern in der Ringleinsgasse, ganz in der Nähe vom "Schlenkerla"!) ein Plätzchen für ein Frühstück, das man nur als sehr zu empfehlen bezeichnen kann. Das Preis-Leistungsverhältnis ist wirklich gut. Schade, dass wir erst jetzt hierher gefunden haben!

 

Wegen des nun einsetzenden Starkregens brechen wir den Ausflug wenig später ab und trinken lieber noch einen Kaffee in unserer Urlaubsbleibe. Am Nachmittag ziehen wir dann doch noch einmal los, um uns am Multi-Cache "Domreiter-2" zu versuchen. Unser Urteil: Die beiden Caches ersetzen wirklich jede Stadtführung! Apropos Stadtführung: uns begegneten an diesem Tage fast an jeder Ecke Trauben mit Regenschirmen bewaffneter Touristen, die zu umgehen ganz schön anstrengend werden kann. Für uns ergibt sich das erwartete Bild: das ist nichts für uns!

 

Etwa zwei Stunden und gut 8 km später sitzen wir etwas ratlos wieder in unserer Wohnung und fragen uns, wo wir uns beim Lösen des Caches verrechnet oder die Aufgabenstellung falsch verstanden haben. Die E-Mail an den Cache-Owner wird zwar unerwartet schnell beantwortet, wir bewahren uns aber das Loggen angesichts der Wetterverhältnisse und der Entfernung zum Cache für die nächste Gelegenheit auf. Enttäuschend verlief übrigens unser Besuch in der Biergaststätte "Scheiners am Dom" zum Abendessen. Die erhofften frischen Spargel erwiesen sich als allenfalls frisch gewärmt; der Bratwurstteller als "sehr übersichtlich". Am Nebentisch hatte sich außerdem eine Truppe junger Saufkumpane platziert, die für entsprechende Geräuschkullisse sorgten. Dass man zur Hauptreisezeit wahrscheinlich keine große Wahl haben wird, was Sitzplätze in Biergärten und Speiselokalen angeht, lässt sich denken. Fazit: Es bleibt noch genug zu entdecken, sodass wir sicher noch einmal wieder kommen werden! Sicherlich nicht allerdings zum Essen bei "Scheiners".