12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Rheinfall im Überblick
Ein Fahrgastschiff nähert sich ...
... dem Aussichtspunkt mittendrin
Der Zug quert die Szenerie
Linker Teil des Rheinfalls
Rechter Teil des Rheinfalls
Oben Burggebäude ...
... unten Aussichtsplattform ...
... mit wasserunempfindlichen Besuchern!
Historisches Gebäude am Anleger
Frau Schwan hat bald Nachwuchs!

Schweizer Attraktion: Rheinfall von Schaffhausen

An unserem letzten Aufenthaltstag waren bis zu 29 Grad und Sonnenschein angekündigt, darum war klar, dass optimales Fotowetter herrschen würde. Nach dem Frühstück fuhren wir die gut 80 Kilometer Richtung Schweiz bis zum Rheinfall von Schaffhausen, den wir im vergangenen Jahr wegen schlechten Wetters nicht besucht hatten. Der Grenzübertritt verlief ohne jede Kontrolle (man ist den Anblick von Grenzern in Europa gar nicht mehr gewöhnt!). Den einzig auffälligen Unterschied zu deutschen Straßen bildet fortan die grafische oder farbliche Gestaltung der Verkehrsschilder.

 

Unseren Wagen parkten wir bei den Koordinaten, die wir in einem Cache vorgeschlagen bekommen hatten, und zwar an einem Freibad, einige Meter von der Burgruine Neuburg entfernt. Zwar konnten wir anschließend den Cache nicht finden, aber so hatten wir lediglich einen kleinen Fußmarsch zum Ziel unserer Reise und mussten nicht erst nach teuer zu bezahlenden Parkplätzen in der Innenstadt suchen. Bereits von weitem hörten wir das Wasser rauschen.

 

Der Rhein führte aktuell viel Wasser, sodass der Wasserfall ziemlich eindrucksvoll vor uns lag. Die Gischt hüllte die gegenüber liegenden Besucherplattformen genau so in Nebel wie die Ausflugsboote, mit denen die Besucher zum anderen Ufer, an den mitten im Wasserfall befindlichen Aussichtsfelsen und auf einem Rundkurs transportiert wurden. Der Andrang war groß, vom Ufer her beobachteten wir das Geschehen. Aus Angst um unsere Fotoausrüstung verzichteten wir selbst auf den Versuch, den Rheinfall vom Wasser aus abzulichten. Außerdem wäre es in jedem Fall besser gewesen, erst gegen Abend zu fotografieren, denn die Sonne tauchte den Wasserfall in ziemlich gleißendes Licht. Bis zum Abend wollten wir allerdings nicht vor Ort bleiben.

 

Als vorteilhaft haben wir empfunden, dass sowohl in schweizer Franken als auch in Euro bezahlt werden kann (die Waren sind doppelt ausgezeichnet). Das Preisniveau ist allerdings heftig! So haben wir 3,50 Euro für eine (kleine) Tasse Capuccino hinlegen müssen. Am frühen Nachmittag befanden wir unser Soll als erfüllt und liefen durch die nahe Klettergarten-Anlage zurück zum Auto. Trotz der recht kurzen Distanz zwischen Todtnauberg und Schaffhausen waren wir anschließend über 1,5 Stunden unterwegs, bis wir wieder in unserer Unterkunft eintrafen.

 

Man darf nicht vergessen, dass die Bergstraßen nicht nur ziemlich steil, sondern auch ordentlich kurvig sind, sodass man häufig von der angegebenen Höchstgeschwindigkeit (meist 80 km/h) fast bis auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen muss, um nicht aus der Kurve zu fliegen. Höllisch aufpassen muss man auch auf mutige Motorradfahrer sowie sportliche Radfahrer, ganz zu schweigen von den LKWs, die den einen oder anderen Autofahrer zu riskanten Überholmanövern veranlassen. Wir haben nicht zuletzt mit Rücksicht auf unsere Bremsen nichts riskiert und sind immer heil von A nach B gekommen. Die blumengeschmückten Kreuze entlang der Strecke zeugen davon, dass dies nicht alle Reisenden gelungen ist.

 

Heute würden wir zum letzten Mal mit einem wunderbaren "Nachtmahl" verwöhnt werden, das machte uns ein wenig wehmütig. Zwischen zwei Gängen lüfteten wir das Geheimnis des Wandspruchs, das Anke inzwischen ergründet hatte. Offenbar ging der Spruch "Ferien vom ich" auf ein Buch zurück, das mehrfach verfilmt worden war - zuletzt in den 60er Jahren (z. B. mit Grethe Weiser und Paul Hörbiger). Darin wird ein Großstadt-Manager von seinem Hausarzt zu einer Auszeit auf dem Lande verdonnert, damit er mal auf andere Gedanken kommt - der Gesundheit zuliebe.

 

Wir lernen: Manager scheinen auch schon zu Zeiten an der nach dem Berufsbild genannten Krankheit gelitten zu haben, als sie noch Unternehmer oder Geschäftsführer hießen; Ärzte würden heute allerdings eher empfehlen, wieder zu sich selbst zu finden, statt sich von sich selbst zu "erholen". Der Rest der Geschichte ist wenig spektakulär. Jedenfalls scheint der Hausherr, der übrigens einen Nachfolger für seinen Hotelbetrieb sucht - einem entsprechenden Jahrgang anzugehören, sodass der Slogan ihm für sein Haus angemessen erschien. Wahrscheinlich würden ähnliche Vorhaben heute millionenschwere Urheberrechtsprozesse auslösen.