12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Kamineiche, am Fuß stark abgenutzt durch Menschen, die gern zum Loch hineinkriechen
Schnee-Eule kurz vor dem Start
Rotmilan im Flug
Zepterbuche
Türknauf "Apfelweibla", Eisgrube 14
Blick auf die alte Krankenanstalt an der Pegnitz
Impressionen von Klein Venedig I
Klein Venedig II
Klein Venedig III
Klein Venedig IV

Nachbetrachtungen

Aus nachvollziehbaren Gründen zog es uns an diesem Morgen früh nach Hause, würden wir doch nach dem Wochenende wieder an unsere Schreibtische zurückkehren und davor den Wäscheberg abarbeiten müssen. Pünktlich um 10 Uhr passten wir darum die Mitarbeiter der Gaststätte ab, an die wir unseren Wohnungsschlüssel übergeben sollten. Wenn es nach uns gegangen wäre, hätte es auch eine Stunde früher losgehen können. Nur noch ein Zwischenstopp im nächsten Getränkeladen und den Wasservorrat aufgestockt, dann auf Richtung Heimat. Zeit für ein Resumé:

 

In diesem Urlaub hatten wir nahezu jede denkbare Wetterkonstellation: von Hochsommer bei 29 Grad über Hagelstürme bis Frost, der uns zum Freikratzen unserer Autoscheiben zwang. Außerdem haben wir für jedes denkbare Körperteil etwas getan: angefangen bei den Füßen und Beinen über den Bauch und das Herz bis zum Kopf - und nicht zu vergessen die Seele. Passt!

 

Es gibt gute Fotokurse und richtig gute Fotokurse. Manfred Delpho hat uns nicht nur durch seine eigenen Arbeiten überzeugt, er zeichnet sich auch darin aus, auf die ihm typische unprätentiöse Art, sein Können und Wissen weiterzugeben. Sehr sympathisch! Wir haben beachtlich viel hinzugelernt, insbesondere was unseren Blick für Szenen angeht, auch wenn wir in zwei Tagen sicher nicht aufholen können, was er uns an Erfahrung voraus hat. Wir werden künftig öfter mal im Wald stehen, allerdings nicht weil wir nicht weiter wüssten, sondern um umzusetzen, was dieser Könner seines Fachs uns nahegebracht hat. Gern auch wieder einmal in Sababurg, das sich als Brüder-Grimm-Stadt zu etablieren versucht und so wohl vor allem Familien anspricht. Kritisch erscheint uns gerade unter diesem Aspekt das fehlende gastronomische Angebot, das eher dazu verleitet, sich anderswo eine Unterkunft zu suchen und von dort aus in Urwald und Tierpark aufzubrechen. Fahren muss man ja sowieso. Warum sich die Gastgeber so schwer tun, Frühaufstehern (wie Wanderern und Fotografen) ein frühes Frühstück zu gewähren, blieb allen Fotokursteilnehmern schleierhaft. So wirbt man nicht für sich!

 

Für Bamberg kann und sollte man sich ein paar Tage mehr Zeit mitbringen, wenn man nicht nur im Pulk durch die gut besuchte Altstadt, den Dom und die Bierlokale geschleust werden will. Dazu kann man die offiziellen Führungen an der Tourist-Information buchen, muss aber nicht, denn es gibt ja Geocaching. Neben der Landesgartenschau und den Festivitäten rund um 1000 Jahre Dom locken eine Reihe von Veranstaltungen in die Stadt, aber auch in die Randgebiete. Das freut das Hotel- und Gaststättengewerbe, scheint sich aber zu einer ziemlichen Belastung für die Einwohner der Welterbe- und Universitätstadt auszuwachsen, wie man hört. Wir sind gerade rechtzeitig vor dem großen Ansturm abgefahren und haben lediglich ein paar Ausläufer des Ansturms miterlebt. Das reicht. Jedenfalls kann man auf den Spuren von E.T.A. Hoffmann wandeln, sich für das Sams interessieren oder die Bierkultur für sich entdecken - es ist für jeden etwas dabei. Dass wir zwar zum ersten, aber nicht zum letzten Mal dort waren, steht für uns fest. Reisezeitpunkt: im jeden Fall außerhalb der Hauptreisezeit!

 

Ob man nun Ferien von sich selbst oder doch eher von seinem Alltag braucht: wir empfehlen, sich in die Hände von Herrn Heim und Frau Keller zu begeben und nicht nur ein Zimmer mit Frühstück, sondern gleich das volle Verwöhnprogramm mit 4-Gang-Abendmenü mitzubuchen. Es lohnt sich! Damit man die vielen Kalorien gut verkraftet, gehören Outdoor-Klamotten und Entdeckerambitionen mit ins Gepäck. Todtnauberg bietet sommers wie winters viel Gelegenheit, sich in der Natur zu bewegen - ob in Loipen und auf Pisten oder auf Schusters Rappen. Das sollte man nutzen. Und das tollste ist, dass man mit der Gästekarte auch noch kostenfrei mit Bus und Bahn in Städte wie Freiberg oder Basel reisen könnte, so man denn wollte. Zum Rheinfall in Schaffhausen haben wir das Auto genommen - ein Ausflug, der sich genau so gelohnt hat wie der Bergwerksbesuch, auch wenn wir nachher aussahen, wie durch Schlamm gezogen.

 

Gut trainiert sollte jedenfalls sein, wer hier Radfahren möchte. Die steilen Straßen bringen mitunter selbst Autofahrer an ihre Grenzen und stellen insofern ein besonderes Erlebnis dar. Ein Erlebnis ist auch der Blick vom Schauinsland, dem Belchen oder dem Feldberg - sofern die Wolkendecke einem keinen Strich durch die Rechnung macht. Nach unserer Abfahrt (11. Mai 2012) brach übrigens vor Ort noch einmal der Winter aus - wenn auch nur für ein Wochenende. Hatten wir erwähnt, dass das Hotel Arnica natürlich auch ein Schwimmbad und einen Saunabereich hat? Nicht? Na, jetzt aber!