12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Von Invergarry nach Skye - ca. 130 km
Eilean Donan Castle
Hafen von Portree
Trainingsstunde?
Dunvegan Castle
An den Fairy Pools
Fairy Pools
Fariy Pools
Schwimmstunde
Schafsfriseur
Am Coral Beach
Coral Beach
Coral Beach
Coral Beach
Coral Beach
Quiraing
Quiraing
Quiraing
Der Baum
Fähre bei Glenelg
Brücke von Sligachan
Elgol
Elgol
Elgol
Wahre Liebe
Kleines Mitbringsel gesucht?

Aus den Highlands auf die Insel

Die Fahrt von und nach Skye (auf der Road to the Isles) verschlägt einem den Atem, so schön ist die Landschaft! Manchen Passanten reicht das allerdings nicht; sie basteln noch kleine Steinstapel ins Grün.

 

Wir setzten auf der Hinfahrt über die Landbrücke nach Skye über, hätten aber auch die Fähre von/nach Mallaig nehmen können (was wir auf der Rücktour taten). Auch diesmal spielte der Dudelsackspieler wieder schottische Weisen am Eilean Donan Castle, als wir dort ankamen. Leider kann man Musik nicht in Fotos einbinden, und an die Aufnahmefunktion der Kamera haben wir uns erst später erinnert.

 

Untergekommen sind wir im gerade einmal zwei Jahre aktiven B&B Canowindra. Hier haben wir wirklich hervorragend gefrühstückt und fühlten uns sehr gut umsorgt vom - für unsere Verhältnisse - jungen Gastgeber-Ehepaar. Schnell waren wir regelrecht begeistert darüber, hier statt in der ursprünglich angebotenen Unterkunft eingebucht worden zu sein.



Auf Skye durften wir erleben, dass einige Schotten tatsächlich so sparsam sind, wie das Sprichwort sagt: manche leisten sich nicht einmal einen Transporter für die Gartenabfälle, sondern stopfen das Gestrüpp einfach in die Familienkutsche. Unsere erstaunten Blicke beantwortete der Eigentümer mit einem Hinweis darauf, dass die Arbeit in Haus und Garten wohl nie ende. Darauf wären wir von selbst nie gekommen!

 

In Portree, der einzigen Stadt (um die 2000 Einwohner) auf Skye, ist immer etwas los. Hier gibt es für jeden Gaumen und fast jeden Geldbeutel das passende Speiselokal. Man muss allerdings Geduld mitbringen (oft auch reservieren), wenn man eines der Lokale bevorzugt. Der Andrang ist fast überall sehr groß.

 

Die schmucke Häuserzeile im Hafen gehört zu den am meisten fotografierten Objekten. Sehr gelacht haben wir über das mehrsprachige Hinweisschild am Zaun der Hafenmeisterei, an dem sich offenbar jemand mithilfe eines Übersetzungsprogramms versucht hat. Falls jemand des Französischen mächtig ist, würde uns eine Übersetzung ins Deutsche interessieren. Wer weiß, was dabei herauskommt.

 

Ein weiteres wichtiges Touristenziel auf Skye ist das Dunvegan Castle. Hier residiert der Clan der MacLeods - wir erinnern uns: es kann nur einen geben! Drinnen waren wir diesmal nicht. Würde man reingehen, bekäme man als einen der Schätze des Clans die sogenannte Fairy Flag zu sehen. Diese darf man leider - wie alles Interieur - nicht fotografieren, aber man findet sie trotzdem im Internet. Die Geschichte dieser "magischen Feen-Flagge" findet sich in der englischen Wikipedia oder auf der Seite von Dunvegan Castle.



Speaking of Fairies: ziemlich arg zugesetzt haben uns diesmal die Midges, und zwar insbesondere an den Fairy Pools (einer Reihe von Wasserbecken im Fluss Brittle). Die Pools haben ihren Namen absolut verdient - trotz der Midges. Wir konnten uns gar nicht sattsehen.

 

Dass es Burschen gibt, die hier baden, kann man erst glauben, wenn man es gesehen hat. Wir haben es sicherheitshalber fotografiert. Es ist saukalt, wie uns der furchtlose Schwimmer später auf Ansprache bestätigt hat. Merke: die entsprechende Geste, mit der man andeutet, wie kalt das Wasser ist (jene mit Zeigefinger und Daumen) ist international verständlich.

 

Der Rat, im Kampf gegen die Midges möglichst nicht rumzustehen und helle Kleidung zu tragen sowie permanent zu rauchen(!), erreichte uns erst einige Zeit später. Das Resultat war verheerend. Im örtlichen Drugstore erwarben wir letztlich Antihistamine in Tablettenform und als Salbe, was die Schwellungen und Beschwerden rasch linderte.

 

Zuvor hatten wir den weit verbreiteten Tipp befolgt und uns "Avon Skin so soft" beschafft, eine Art Öl (wohlriechend), mit dem man die Haut einreibt. Offenbar hatten die Mistviecher keinerlei Skrupel, uns trotzdem zu beißen. Autan war auch völlig wirkungslos geblieben. Unsere Bilder von den Fairy Pools sind also hart erkämpft und teuer bezahlt. Das Mitgefühl unserer Vermieter war uns jedenfalls sicher.

 

Der Weg vom Parkplatz zu den Pools führt übrigens zunächst hinab, dann aber stetig hinauf und ist insbesondere mit Fotogepäck sehr anstrengend! Auch wegen des anhaltend regnerischen Wetters haben wir noch vor Erreichen des Gipfels den Rückweg eingeschlagen. Wer weiß, wie wir sonst ausgesehen hätten.

 

Das am häufigsten vorkommende Tier in Schottland - nach den Midges! - ist das Schaf. Bei unserem Aufenthalt warnten Verkehrsschilder vor den unberechenbaren kleinen Schäfchen, die unvermittelt die Straßenseite wechseln, um zu ihren Muttertieren zu gelangen.

 

In der Tat sind Schafe überraschend scheue, stets fluchtbereite und absolut harmlose Tiere - manche scheinen sogar zu lächeln, wenn man sie fotografiert. Anders als die Midges werden sie darum nicht erschlagen, sondern liebevoll gepflegt, zum Beispiel vom heimischen Schafs-Frisör.



Deutlich weniger Viecher gab es am Coral Beach zu sehen. Dieser schier unbeschreiblich weiße Strand liegt in der Nähe von Dunvegan. Bis man ihn erreicht, durchquert man die Weidegründe einiger hier ansässiger Kühe (die allesamt völlig harmlos und auch recht scheu sind!) auf kaum befestigten und schon gar nicht ausgezeichneten Wegen.

 

Hat man ihn schließlich erreicht, glaubt man sich spätestens beim Blick ins türkis-blaue Wasser fast in der Südsee. Der Blick von oben über das Wasser zu den angrenzenden Inseln ist besonders lohnend. Wer hier nicht zur Ruhe kommt, dem ist nicht mehr zu helfen!

 

Erst beim genauen Hinsehen wird klar, dass der vermeintliche Sandstrand in der Tat aus Resten von Korallen und kleinen Muscheln besteht. Aufgepasst: Details zu diesem besonderen Ort, die sich so im Internet nicht wiederfinden, liest man auf einer Tafel am Parkplatz. Für uns rächt sich, davon kein Foto gemacht zu haben, denn wir müssen an dieser Stelle weiterführende Infos schuldig bleiben.

 

 

 

Tatsache ist, dass in früheren Zeiten die Korallen als Kalklieferant für die umliegenden Ackerflächen verwendet worden sind.  Wir haben dutzende Makroaufnahmen von diesen vermeintlichen Sandkörnern hergestellt und auch etwas Belegmaterial eingesammelt (was uns prompt einen Tadel unserer Tochter eingebracht hat - OK, wir tun es nicht wieder!).

 

 


Apropos Ausblick: DER Ausblick schlechthin auf Skye bleibt für uns der Blick vom Quiraing Massiv (nahe Uig)! Davon haben wir vergleichbar viele Fotos wie vom Coral Beach; eines davon trägt ganz nebenbei den wahrscheinlich am häufigsten fotografierten Baum der Insel. Wuchs und Hintergrund sind aber auch besonders, oder?

 

 

Insbesondere nach einer Schlechtwetterphase sind die Wege zu den Aussichtspunkten nicht ganz ungefährlich, was besonders für die fotografisch interessanten Lichtverhältnisse am frühen Morgen oder Abend gilt. Aus genau diesem Grunde endete unsere Wanderung vorsichtshalber vor Überqueren einer besonders schwierig aussehenden Stelle. Wie wir erleben durften hatten andere, die sich für das Weitergehen entschieden hatten, schließlich ihre liebe Not mit dem Rückweg.

 

Wer hierher fährt (auf einer einspurigen Gebirgsstraße), darf damit rechnen, etwas länger auf einen freien Parkplatz warten zu müssen und vor Ort immer in Gesellschaft zu sein. Wie das zu Zeiten der Hochsaison aussehen mag, können wir uns lebhaft vorstellen.

 

Einige Zeit vor unserem Aufbruch nach Schottland gabe es im TV eine Sendung über eine besondere Fähre mit drehbarem Aufsatz, die maximal sechs Autos über ein Gewässer auf Skye bringt. Es handelt sich um die Fähre von Glenelg nach Kylerhea. Da wollten wir natürlich unbedingt hin.

 

Die (sehr lange und natürlich einspurige) Straße mit teils atemberaubendem Gefälle, die dorthin führt, ist ein besonderes Erlebnis, auch wenn einem nicht zufällig Raser entgegenkommen, denen man hier kaum ausweichen kann. Mit einem fantastischen Ausblick in die Bucht neigt sie sich dem Ende zu.

 

Neben lebensmüde scheinenden Autofahrern, gibt es hier tatsächlich auch wahnsinnige Radfahrer, die sich den Berg raufquälen! Für uns wäre das nichts.

 

Wer nicht mit der Fähre übersetzen möchte, muss die (dann hoffentlich nicht besetzte und für maximal zwei Fahrzeuge ausgelegte) Parkbucht zum Wenden nutzen. Wir hatten diesmal Glück und konnten problemlos umdrehen.

 

Noch einen Tipp gab es im TV: die alte Brücke von Sligachan. Wer ein entsprechendes Objektiv besitzt, legt seinen ganzen Ehrgeiz hinein, die Gipfel der "Black Cullins" in den Brückenbogen zu ziehen - gar nicht so einfach, wenn man keine nassen Füße kriegen will!


Neben dem Coral Beach muss man sich natürlich auch Elgol ansehen. In dem kleinen Fischerort gibt es keinen weißen, sondern eher grob-steinigen Strand und einen Küstenfelsen, der an Bienenwaben erinnert. Auch die "Cullins" im Hintergrund machen sich gut auf Fotos!

 


Wir waren selbstverständlich auch zu Besuch in der Whisky-Distillerie TALISKER - einer der bekannteren der langen Liste schottischer Brennereien, um für unsere daheim Gebliebenen ein kleines Mitbringsel zu erwerben. Übrigens scheint es auch auf Skye Fans des BVB zu geben. Wir waren förmlich von den Socken!

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