12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Von Kilchrenan nach Rusland (Lake District) - ca. 415 km
Mauern, so weit das Auge reicht
Kirche von Rusland
Jeder nur ein Kissen!
Mini-Lok von Ravenglass
Ich habe Feuer gemacht!
Cinder Hill
Gepflegte Gartenanlage
Hier kann man es gut aushalten
It's Tea-Time!
Typische Landschaft im Lake-District
Dicker Baum = Schafsunterstand

Zu Gast in England

Der Eindruck, bei dieser Reise etwas weiter ab vom Schuss zu sein, als erwartet, bestätigte sich auf englischem Grund und Boden bei der nächsten Station im Lake District, genauer in Rusland (mit einem S!).

 

David Archibald, unser Gastgeber, erwies sich schon bald als optimaler Guide für die Gegend. Anders als viele bisherige Gastgeber sprach er sehr deutlich und langsam, sodass wir ihm gut folgen konnten.

 

Seine Tipps hielt er bereits kurz nach dem Frühstück ausgedruckt zur "Lagebesprechung" parat - ergänzt durch Prospekt- und Kartenmaterial. Wow!

 

Der Hausherr von "Cinder Hill" hat uns gebeten, keine Fotos aus dem Haus selbst ins Internet zu stellen, was wir natürlich zugesagt haben. Also müssen Außenaufnahmen reichen.

 

Auf einer ersten Erkundung der näheren Umgebung erklommen wir den Kirchenhügel, um einen Blick in die örtliche Kirche zu werfen. Das hatte sich gelohnt: die Besucher hatten wohl jeder ein eigenes Kissen, das ihnen das Knien beim Beten erleichterte - niedlich!

 

Der Lake-District unterscheidet sich landschaftlich fundamental von den Highlands. Alles ist grüner und flacher, dafür von deutlich mehr felsigen Mauern durchzogen. Das, was hier unter Bergen verstanden wird, gilt bei den Schotten eher als Hügel und heißt im Lake District "fells".

 

Trotzdem hatte Anke hier ihre liebe Not mit den Serpentinen des Hardnot Passes hinauf zur Ruine eines Römer-Forts. Es hat geschüttet, die Steigung lag bei 30 % und es gab wieder einmal kaum Ausweichflächen für den Gegenverkehr.

 

Kurz nach einer kritischen Kurvenbegegnung mit einem Geländewagen stand darum fest, dass wir auf keinen Fall weiter ins "Gebirge" fahren. Bei wenig besserem Wetter verlegten wir uns lieber auf die Besichtigung der Mini-Eisenbahn von Ravenglass. Da schlagen nicht nur Eisenbahn-Fans die Herzen höher.

 

Leider wegen einer Privatveranstaltung geschlossen war das Muncaster Castle, dessen Besichtung uns David sehr ans Herz gelegt hatte. Im Regen durch den Schlossgarten zu stapfen, gehört für uns nicht zu den Dingen, die einen begeistern, also haben wir darauf verzichtet.

 

Dafür legten wir einen Halt an der angeblich besten Fish & Chips Bude der ganzen Gegend ein (in Greenodd). Damit entfiel ein neuer Versuch, ein schmackhaftes Abendessen im The White Hart Inn in Bouth zu bekommen, den uns David vorgeschlagen hatte. Der erste Versuch war leider nicht überzeugend ausgefallen (was David sichtlich unangenehm war).

 

Apropos Essvergnügen: Anke erfüllte sich das deutliche Verlangen nach herzhaften Frühstückszutaten - und zwar anderen als gebratenen Würstchen, Rühreiern oder Pilzen! - direkt neben der Fish & Chips Bude: im Weinhandel The Porterage Co. beschaffte sie sich zwei Stücke Käse. Mhhhh, lecker!


David konnte bei unserer Rückkehr kaum glauben, dass wir die Passfahrt trotz des schlechten Wetters tatsächlich unternommen hatten - und dass Anke gefahren war.

 

Er verwöhnte uns nicht nur mit einem guten Five-o'clock Tea zum Ausgleich - eingenommen bei deutlich besserer Witterung im Garten -, sondern hatte abends auch einen passablen Weißwein im Angebot (für uns kostenlos!).

 

Zum Frühstück durfte seiner Meinung nach eine weitere Besonderheit auf keinen Fall fehlen: Marmite - eine an Maggi erinnernde Hefepaste, die auf Toast gegessen wird - dünn aufzustreichen! Anke, die normalerweise Maggi statt Salz zum Ei isst, fand sie zum Frühstücksei auf Toast passend, was den Hausherrn förmlich begeisterte.

 

Der Abschied fiel für einen eher zurückhaltenden Engländer älteren Semesters ausgesprochen herzlich aus: Anke bekam sogar einen Wangenkuss. Ich glaube, wir dürfen den Gentleman noch einmal besuchen.