12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Vom Lake District nach Llanasa (Nord-Wales) - ca. 210 km
Newby Bridge
Eagle & Child Inn in Gwaenysgor
Kuckucksuhr? Denkste!
Burg Conwy
Der König ist in der Halle
In der Burg
Die drei Brücken der Burg Conwy
Blick von der Burg auf den Ort
Parkgebühr entrichten auf Walisisch
Zimmer in Plas Mawr
Strandszene
Bäderarchitektur in Llandudno
Es werde Licht!
Kein Spaß: Duke of Lancaster

Walisisch für Einsteiger

Eine der Auflagen an die Agentur Umfulana, die uns die GB-Reise geplant hat, war es, Wales genauer kennenzulernen. Wir haben darum gleich zwei Adressen in Wales gehabt. Die erste von beiden war ein historisch relavantes Anwesen im Norden von Wales: Golden Grove (siehe auch: http://www.golden-grove-estate.co.uk/).

 

Trotz der zu jeder konkreten Adresse angegebenen Koordinaten (mit britischen Adressen kommt ein deutsches Navigationssystem üblicherweise nicht zurecht), hatten wir einige Probleme, die Zufahrt zum Haus zu finden, das auf einem Hügel oberhalb des Ortes tronte.

 

Aufgrund der vorangegangenen Negativ-Erfahrungen mit Single Track Roads im Stile eines Feldwegs protestierte Anke - ebenso hartnäckig wie erfolglos - gegen die von Horsts GPS vorgeschlagene Strecke. Sie gewann eine schnell abgeschlossene Wette, dass es auch einen weniger abenteuerlichen Weg dortin geben musste. Den fanden wir nämlich einige Zeit später auf dem Rückweg von der örtlichen Tankstelle.


Die beiden weiblichen Bewohner namens Anne (beide! - es handelte sich um Schwägerinnen) empfingen uns besonders herzlich und gaben uns den besten Tipp zum Abendessen: den nahegelegenen Pub "Eagle & Child" (siehe: http://www.eagleandchild.com/). Erstmals konnten wir zum Essen laufen und darum beide ein frisch gezapftes Ale dazu trinken. Halleluja!

 

Die merkwürdige Kuckucksuhr seitlich an der Theke fand sofort unsere Aufmerksamkeit, sodass Anke nicht nur ein Foto sondern auch jeweils eine vertonte Filmaufnahme für beide vorhandenen Varianten angefertigt hat (umwerfend: Variante 1 wie Variante 2 - nicht im IE, aber im Firefox-Browser zu öffnen!).



Zu unserem Bedauern erstreckte sich unser Aufenthalt an dieser Adresse auch nur über zwei Nächte, sodass es lediglich zu einem vollen Ausflugtag gereicht hat. Den verbrachten wir überwiegend in der alten Burg Conwy (http://de.wikipedia.org/wiki/Conwy_Castle), wo das Haupt des Königs über der Haupthalle der Ruine schwebt.

 

Auf einer Informationstafel lesen wir über das mulmige Gefühl der hier zum Abendessen geladenen Gäste, und so entstehen vor dem geistigen Auge sofort Szenen von Tafenrunden und unerwarteten Einkerkerungen. Dramatisch!

 

Der englische König Edward I. ließ im 13. Jahrhundert in Conwy die erste von insgesamt neun Burgen auf walisischem Grund erbauen. Den weiteren Informationstafeln kann man unschwer entnehmen, was Waliser von diesem Teil ihrer Landesgeschichte halten:

 

Die königlichen Gemächer der Burg ("royal apartments") - in heutiger Währung umgerechnet für mehr als eine Million Pfund auf Kosten der heimischen Bevölkerung gebaut - standen während ihrer über 700 jährigen Geschichte überwiegend leer.

 

Die mit der Burganlage aus dem Boden gestampfte Stadt wurde flugs durch Engländer besiedelt ("legal immigrants"), sodass das Leben der walischen Bevölkerung sich zusehens verschlechterte. Zudem musste das Kloster, einst Ruhesitz der walischen Prinzessin, samt der heimischen Mönche dem Siedlungsbau weichen. So machte man sich keine Freunde!

 

Die Stadt Conwy selbst lohnt ebenfalls einen Besuch. Angeblich befindet sich hier auch das kleinste Haus Großbritanniens (auf 3,05 x 1,8 m Grundfläche).

 

Beim Besuch des historischen Hauses "Plas Mawr" von 1580 bekommt man einen sehr guten Einblick in das Alltagsleben einer Kaufmannsfamilie. Ein Akustik-Guide und schriftliche Informationen (in etlichen Sprachen angeboten) erleichtern das Zurechtfinden.

 

Quasi nebenbei, nämlich beim Parken seines Wagens, lernen wir auch die ersten Brocken Walisisch. Alles klar?

 

An der zweiten Walisischen Adresse erfuhren wir, dass Walisisch auch für Engländer eine Sprache mit sieben Siegeln bleibt, denn sogar ganze Worte verändern je nach Stellung im Satz ihre Aussprache und Bedeutung. Ein W wird wie "u" ausgesprochen, dafür aber das U wie "i". Mal wird ein doppeltes L wie "kl" ausgesprochen, mal nicht. Da kenn sich einer aus!

 

Mit einem Abstecher nach Llandudno (sprich: Landidno), dem größten walischen Küstenbadeort, beendeten wir unsere erste Erkundungstour in diesem Teil des Landes. Wir hatten sie in strömendem Regen begonnen, aber nun sah das Wetter deutlich besser aus. Unseren Pub würden wir heute Abend wohl aufsuchen können, ohne nass zu werden - zumindest äußerlich.



Vermutlich hat jede Gegend mindestens ein fehlgeschlagenes Leuchtturmprojekt - so auch der Norden von Wales! Hier ist es das sogenannte "Fun Ship", die ehemalige Passagierfähre "Duke of Lancaster", das unweit unserer Unterkunft an Land geschleppt wurde und seither vor sich hinrottet (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Duke_of_Lancaster_%28Schiff%29).

 

An unserem Abfahrtstag genehmigten wir uns einen kleinen Schlenker auf unserer Route und statteten diesem Unikum einen kurzen Besuch ab. Von innen kann man das Schiff leider nicht besichtigen, und auch von außen ist es nur von einer Seite abzulichten.

 

Mehr gibt es an diesem Ort wirklich nicht zu sehen oder zu erleben. Kein Wunder, dass das ambitionierte Projekt im Sande verlaufen ist.

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