12.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Bäderbahn von/nach Vitt
Leuchtturm von Kap Arkona
Weg in den Ort Vitt
Fischerboote in Vitt
Lerche
Lerche
Diese Bahn kommt - immer!
Bäderbahn von Vitt
Strandszene
Blick auf Kap Arkona
Am Strand von Vitt

Dieser Weg wird kein leichter sein

Zu den ganz im Norden von Rügen liegenden Sehenswürdigkeiten, dem Leuchtturm am Kap Arkona und der Kreideküste sowie dem Fischerdorf Vitt, gelangen Autofahrer nur ohne Fahrzeug. Das findet für satte 4 Euro einen unbeschatteten Stellplatz auf dem vorgelagerten Gelände.

Etwa 2 km sind es dann von hier aus in die eine wie in die andere Richtung – übrigens auch ohne Beschattung, was im Sommer richtig anstrengend werden kann.

Zum Glück für alle, die solche Anstrengungen tunlichst vermeiden sollen oder möchten, verkehrt auf der Straße eine kleine Bahn. Diese bringt die Fußgänger für kleines Geld ans Ziel.

Wir wählten den Fußweg, wodurch wir einen unerschrockenen kleinen Vogel (vermutlich eine Lerche) vor die Linse bekamen, der sich einen Baum direkt am Weg als Beobachtungsposten ausgesucht hatte.

Erst einige Dutzend Aufnahmen später war er unsere Aufdringlichkeit leid und verzog sich stark meckernd ins Gras.

In Vitt lockte uns der „Goldene Anker“ mit dem seltenen Angebot eines frisch gefangenen Steinbutts. Also wichen wir von unserer üblichen Routine ab und genehmigten uns ausnahmsweise ein warmes Mittagessen.

Steinbutt ist eine besondere Köstlichkeit, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Die fälligen 20 Euro (pro Person) waren es unserer Meinung nach wert.

Gut gestärkt und bester Laune wanderten wir vom Lokal die letzten paar Meter hinunter zum bescheidenen Kleinststrand mit seinen Fischerbooten und dem ungestörten Blick auf die Steilküste am Kap Arkona.

Beim Versuch, die eine oder andere Szene fotografisch abzubilden, taperten uns immer wieder andere Besucher ins Bild, sodass wir schließlich aufgaben und ein wenig die wärmenden Sonnenstrahlen und die Schönheit des Ortes genossen.

Mit Grauen stellten wir uns dabei die Situation zur Hauptsaison vor. Gut drei Stunden hatten wir vor Ort zugebracht, als wir schließlich den Zeitpunkt zum Aufbruch heimwärts als gekommen ansahen.

Man macht sich daheim keine rechte Vorstellung davon, wie lang man von einem Ende der Insel bis zum anderen unterwegs ist. Für die rund 50 km Rückfahrt nach Göhren schlugen jedenfalls über eine Stunde Fahrzeit zu Buche.

Apropos schlugen: die teilweise achsbrecherischen Schlaglöcher auf der Hauptzufahrtsstraße erwartet man trotz der Hinweisschilder „Straßenschäder“ nicht unmittelbar.

Die ersten drei Kilometer gerieten darum zu einer Schleichfahrt in Schlangenlinien, die wir nur deshalb vollführen konnten, weil sich der Gegenverkehr in Grenzen hielt.

Wer hier mit 50 km/h – oder gar den auf den Hauptverkehrswegen Rügens erlaubten 80 km/h – durchstocht, riskiert definitiv Schäden am eigenen Fahrzeug.

Als wir in Göhren ankamen, war es bereits fast 19 Uhr, also waren seit unserer Abfahrt am Morgen gut zehn Stunden vergangen.

Angesichts des reichlichen Mittagessens, von dem wir noch recht satt waren, genehmigten wir uns zum Abendessen einfach nur einen Eisbecher beim örtlichen Italiener.

Danach fühlten wir uns reif für einen ruhigen Abend, an dem wir unsere Foto-Ausbeute auswerten und eine Flasche Rotwein leeren konnten.