16.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Neumarkt mit Frauenkirche
Kunstakademie
Aktuelles Zitat von Goethe - beherzigen!
Fürstenzug aus Meißener Porzellan
Übergang am Residenzschloss
Semperoper
Wasserspiel im Zwinger
Fontainen im Zwinger
Zwinger von außen
Details am Cholerabrunnen
Uhrenmuseum in Glashütte
Uhrenmanufaktur Union Glashütte
Taschenuhr
Taschenuhr
Sortiment Federn
Taschenuhr

Welterbestadt Dresden und Uhrenmanufakturen in Glashütte

Von unserem Urlaubsort Lübben ist man innerhalb von knapp 1,5 Stunden in Dresden. Anke war da noch nie, also nichts wie hin!

 

Wir parken unseren Wagen im Parkhaus direkt unter dem Markt (pro Stunde 2,50 Euro bis maximal 17 Euro Tagesgebühr), auf dem etliche Fressbuden stehen, wie in unserer Gegend nur anlässlich von Weihnachtsmärkten. Mit wenigen Schritten sind wir schon an der Frauenkirche und schließlich auch drin. Das war aber einfach!

 

Heerscharen von Touristen schieben sich seit 2005 entlang und durch die berühmte Kirche. Wir fragen uns, wie die Bewohner Dresdens bis zum Beginn des Wiederaufbaus (Vorarbeiten ab 1994) mit dieser offenen Wunde gelebt haben mögen - und ob wirklich jeder wiederverwendete Stein wieder an seinen ursprünglichen Platz gekommen sein wird.

 

Jedenfalls ist anhand der Farbunterschiede recht gut zu erkennen, was altes und was neues Material ist. Ganz schön gescheckt, das Gemäuer. 180 Millionen Euro soll der Wiederaufbau gekostet haben, das meiste davon aufgebracht von privaten Spendern aus aller Herren Länder. Eine beeindruckende Aktion!

 

Wer sich wundert, dass wir keine Fotos vom Inneren veröffentlichen: Das ist nicht erlaubt und wird mit Geldbußen belegt, sollte man sich doch darüber hinwegsetzen. Da gehen wir lieber kein Risiko ein.

 

Wir entscheiden uns spontan gegen eine Stadtrundfahrt, schlendern an der Hochschule für Bildende Künste vorbei zum Elbufer und entdecken das eine oder andere Detail an Residenzschloss und Kathedrale. Schließlich wenden uns weiteren berühmten Elementen der Baukunst zu: Semperoper und Zwinger. Auch hier sind wir keinesfalls allein unterwegs.

 

In die Semperoper kommt der gemeine Tourist nur im Rahmen von Führungen. Offenbar haben wir den richtigen Zeitpunkt verpasst. Wir müssen also draußen bleiben. Den möglichen Besuch der technischen Ausstellung im Zwinger nicht wahrgenommen zu haben, erweist sich einige Stunden später (beim Besuch in Glashütte) noch als Fehler.

 

Vom Herumlaufen und Staunen bekommen wir Appetit. Also machen wir uns auf die Suche nach einem passenden Lokal. Dabei passieren wir den eindrucksvollen Cholerabrunnen. Wegen des unbeständigen Wetters ist zumindest die Außengastronomie am Neumarkt so gut wie menschenleer. Hier wurden übrigens mittelalterliche Keller freigelegt, die es zu bestaunen gilt. Archäologisch mag der Fund bedeutsam sein. Die Absprerrung der Ausgrabungsstelle durch Bauzäune trübt allerdings das Gesamtbild. 

 

So richtig einladend wirken die Lokale rund um den Neumarkt nicht auf uns. Beim Stichwort Burger-Manufaktur werden wir schließlich neugierig und sitzen Sekunden später in der wertigen Alternative zu den Fastfood-Palästen der Welt. Unbedingt ausprobieren! Dermaßen gestärkt wiederholen wir den bisher fehlgeschlagenen Versuch, den Inbegriff der Uhrmacherkunst zu finden: Glashütte, gut 30 Kilometer südlich von Dresden.

 

Beim ersten Anlauf waren wir auf einen Namens-Doppelgänger hereingefallen, dem Museumsdorf Glashütte nördlich von Lübben. Dorthin navigierten wir auf dem Rückweg von Münchehofe, wo wir die "Gläserne Molkerei" hatten besichtigen wollen (bei unserer Ankunft leider geschlossen).

 

Ärgerlicher als diesen Fehlgriff findet Anke allerdings das Geblitztwerden in der Ortschaft Halbe, die uns bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Begriff war. Im Rahmen der in diesen Tagen stattfindenden Berichterstattung zum Ende des zweiten Weltkrieges erfahren wir dann, dass im "Kessel von Halbe" im April 1945 60.000 Menschen ums Leben kamen. Entsetzlich. Auf dem Waldfriedhof des 2000-Seelen-Ortes sind allein 28.000 (vorwiegend Deutsche) Kriegsopfer bestattet worden.

 

Wieder gilt es, unser Navigationssystem erfolgreich zu überlisten, das uns erneut mehrere Alternativen für den Ort Glashütte anbietet (hier eine Auswahl). Merke: Geografie-Kenntnisse können auch bei vorhandenem Navi nicht schaden. Dank funktionierendem Smartphone ermitteln wir einen weniger häufig vorhandenen Nachbarort in der richtigen Himmelsrichtung. Mit diesem Trick gelangen wir innerhalb einer Dreiviertelstunde über serpentinenartige Straßen endlich ans korrekte Ziel.

 

Hier staunen wir erst einmal nicht schlecht über die große Zahl von Häusern, in denen jeweils eine andere Uhren-Manufaktur ihren Sitz hat. Mehr zur Geschichte des Handwerks und der Wissenschaft Präzisions-Uhrmacherei vermittelt sehr anschaulich das örtliche Uhrenmuseum. Bis in die 90er Jahre war dieses Haus Ausbildungsstätte für etliche Techniker und Ingenieure des Berufsstandes (inklusive Internat).

 

Unsere Bewunderung für die Akribie und den Erfindungsreichtum der Meister ihres Fachs wächst mit jeder Minute. Jedes noch so kleine Zahnrädchen und jeder klitzekleine Lagerstein wurden - mit der Lupe vor dem Auge - in Handarbeit angefertigt und passgenau in die Uhr eingefügt. Wir stehen beeindruckt vor detailreich verzierten Taschenuhren und volumigen Präzisions-Pendeluhren. Manche Vitrinenplätze sind allerdings leer, u.a. wegen Leihgaben an die technische Ausstellung im Dresdner Zwinger (wir hätten doch hineingehen sollen!).

 

Interaktiv (zweisprachig Deutsch/Englisch) erklärt werden gegen Ende der Ausstellung die einzelnen Bestandteile einer Taschenuhr. Zuvor lesen wir, dass der Schüler für das Anfertigen des obligatorischen Gangmodells zum Abschluss des ersten Lehrjahres etwa drei Monate benötigte. Wie stolz der junge Mensch sein gelungenes Werk anschließend betrachtet haben mag, können wir nur ahnen.

 

Die knapp zwei Stunden unserer Besuchszeit (das Museum schließt gegen 17 Uhr) verstreichen wie erwartet unglaublich schnell. Am Ende ist uns mehr denn je plausibel, was den Preis Glashütter Uhren ausmacht. Es sei erwähnt, dass man für Uhren aus Glashütter Manufakturen zwar locker fünfstellige Beträge ausgeben könnte. Man bekommt aber auch Uhren für unter 1000 Euro. In den 60er Jahren hat es sogar Versandhaus-Exemplare aus Glashütte gegeben. Kaum zu glauben, aber wahr!

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Weitere Bilder aus Dresden und Glashütte

Frauenkirche am Neumarkt
Detail am Gebäude der Kunstakademie
Kunstakademie - Promenadenseite
Fürstenzug am Residenzschloss
Figur am Georgentor
Figur am Georgentor
Georgentor am Residenzschloss
Elbufer mit Anleger
Blick auf Kathedrale und Residenzschloss
Übergang am Residenzschloss
Blick von der Semperoper auf Kathedrale und Residenzschloss
Es droht weiteres Schlechtwetter
Innenhof Zwinger
Treppe im Uhrenmuseum Glashütte
Taschenuhr
Uhrmacher-Werkzeug
Vitrine mit Taschenuhren
Taschenuhr
Taschenuhr
Taschenuhr
Taschenuhr
Taschenuhr
Front des Uhrenmuseums
Alter Buchhandel in Glashütte
Mahnende Worte am Haus in Glashütte
Turmuhr der Kirche von Glashütte

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