16.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Dreifachmühle in Straupitz
Dreifachmühle in Straupitz
Kloster Neuzelle
Orgel der Klosterkirche Neuzelle
Deckenornamente Klosterkirche Neuzelle
Gebetsstuhl Klosterkirche Neuzelle
Verzierte Kirchenbänke Kloster Neuzelle
Blick zum Altar Klosterkirche Neuzelle
Beichtstühle Klosterkirche Neuzelle
Mühlengebäude Bremsdorfer Mühle
Räucherei der Bremsdorfer Mühle
Frisch geräucherte Forelle

Besuch im Kloster Neuzelle und Mühlensuchspiel

Unser Reiseführer widmet den Mühlen im Naturpark Schlaubetal einen gesonderten Hinweis (adressiert an Wanderfreunde oder Radfahrer). Den finden wir hochinteressant. Die bis zu 10 kg Gewicht unserer Fotorucksäcke schränken unsere Mobilität auf Schusters Rappen zwar ein. Das Auto vergrößert dafür den Radius. Der Reiseführer empfiehlt Wanderern im Schlaubetal, die Mühlentour auf fünf Tagesetappen zu verteilen. Wir werden sie locker in einem Tag bewältigen.

 

Unser angedachter Rundkurs soll uns über Straupitz nach Neuzelle - südlich von Eisenhüttenstadt - und zuletzt nach Müllrose führen. Von der Mühle in Straupitz abgesehen gilt es, im Schlaubetal insgesamt sechs Mühlen zu entdecken: die Schwerzkoer Mühle, die Schlaubemühle, die Kieselwitzer Mühle, die Bremsdorfer Mühle, die Ragower Mühle und die Müllroser Mühle. Alles in allem sprechen wir von rund 190 Streckenkilometern. Ein Klacks für Autofahrer.

 

Die in Europa einzigartige Dreifachmühle in Straupitz ist ein echter Hingucker. Bei unserer Ankunft haben sich schon einige Touristen eingefunden und strömen einerseits zur Besichtigung und andererseits in den kleinen Mühlenladen. Hier kann man sich mit Leinöl, Mehl oder frischem Brot eindecken. Gut zu hören ist außerdem auch der Sägebetrieb (dritte Funktion der Mühle).

 

Wir setzen unseren Weg ohne Einkäufe und Mühlenbesuch fort und stehen nach gut 30 Minuten Fahrtzeit vor der beeindruckenden Klosterkirche St. Marien in Neuzelle. Anders als bei unserem Besuch in Vierzehnheiligen (in Bad Staffelstein), darf hier völlig ohne Einschränkung fotografiert werden. Und das lohnt sich! Die Schnitzereien an den Kirchenbänken, die zierlich geschmiedeten Tore zu den Beichtstühlen, die Intarsien der seitlichen Kirchenbänke - man kommt aus dem Staunen gar nicht heraus!

 

Eine freundliche Führerin bemerkt unsere Diskussionen um Details und erläutert von sich aus einige der architektonischen Besonderheiten und auffälligen Figuren. Wir versuchen, die bunten Deckengemälde, den Altar und die Orgel abzulichten, ohne all zu viele Besucher mit auf das Bild zu bekommen. Die Zeit fliegt, schon ist Mittag. Die Klostergastronomie ist gut besucht, der Lärmpegel insgesamt sehr hoch. Wir entscheiden uns, lieber noch eine weitere Station anzusteuern und dort einen Kaffee zu trinken. Da wird uns bewusst, dass wir weder Koordinaten noch konkrete Straßenanschriften zu den Mühlen haben. Au Backe!

 

In der Folge fahren wir immer auf der Suche nach Hinweisschildern in die vermeintlich richtige Richtung und stehen schließlich vor verschlossener Tür zur BUND-Einrichtung an der Schlaubemühle. Geöffnet von Montag bis Freitag. Da haben wir dann wohl Pech gehabt. Ähnlich ergeht es uns auch mit der Kieselwitzer Mühle, von deren Existenz lediglich eine große Hinweistafel am Rande eines heutigen Fischteichs kundet. Das Gebäude selbst ist längst dem Erdboden gleichgemacht. Wie schade!

 

Entmutigt sind wir nahe daran, die Tour abzubrechen, da entdecken wir den Hinweis auf die Bremsdorfer Mühle. Und siehe da: Hier gibt es nicht nur ein intaktes Mühlrad am Fachwerkhaus, hier gibt es sogar ein Ausflugslokal. Nichts wie hinein! Bereits am Eingang zum Biergarten locken frisch gebackene Kuchen in einer Kühltheke. Wer kann da widerstehen? Wir nicht!

 

Das Lokal ist gut besucht. Wir dürfen uns zu zwei jungen Männern auf die einzig noch verbliebenen Plätze setzen. Flugs bestellen wir Hefekuchen mit Rharbarber, Kaffee und rote Fassbrause. Wir werden noch gewarnt vor den Riesen-Stücken, die hier serviert werden. Egal, wir haben Platz im Magen! Es ist immerhin schon nach drei Uhr, das Frühstück liegt mehr als fünf Stunden zurück.

 

Zu den unglaublichen Tortenstück-Größen gesellt sich am Ende noch das Staunen über die Abrechnung. Wir zahlen 12 Euro inklusive Trinkgeld. Wenn das kein Argument ist, hier eine ausdrückliche Empfehlung zum Besuch zu geben. Außerhalb des Geländes bestärkt uns ein weiterer Gast in dieser Ansicht. Auch die warmen Gerichte seien reichlich und qualitativ sehr gut. Diesmal würden wir das nicht mehr überprüfen können. Nächstes Mal dann eben.

 

Gern gesehen hätten wir auch noch die Ragower Mühle in der merkwürdig benannten Ortschaft Siehdichum. Wir investieren in unsere Suche nach der richtigen Abzweigung allerdings keine große Energie und brechen stattdessen zur vorgesehen Endstation auf: Müllrose. Rückblickend hätten wir uns auch das sparen können.

 

Die ehemalige Kaisermühle ist zu einem Hotel umgewidmet. Vom Mühlenbetrieb selbst ist nichts mehr zu sehen. Die auch heute noch arbeitende Müllroser Mühle - angeblich die älteste noch aktive Mühle Deutschlands - ist ein wuchtiger Backsteinbau, der eher an einen Industriebetrieb erinnert als an ein historisches Mühlengebäude (erstmals erwähnt 1275).

 

Wir kehren am Abend mit sehr unterschiedlichen Eindrücken und ziemlich erschöpft von unserer Tour durch das Schlaubetal zurück. Frisch geduscht fläzen wir uns auf die Couch, vertilgen unsere Lebensmittelvorräte und genießen das ein oder andere Glas kühles Bier. Fast wie zu Hause. 

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Weitere Bilder unserer Mühlentour

Detailaufnahme Kirchentür
Detailaufnahme Kirchenfenster
Nebenraum der Kirche
Blick zum Altar
Blick zur Orgel
Blick zum Altar
Blick zur Orgel
Beichtstühle
Detail Schnitzarbeiten der Kirchenbänke
Intarsien der seitlichen Kirchenbänke
Eingangsür
Schnitzerei Kirchenbank
Empore mit Aposteln
Altarblick
Bankreihe
Schnitzerei
Bankreihen
Beichtstühle
Außenansicht Kirche St. Marien Neuzelle
Im Klostergarten
Klostergarten
Klostergarten mit Orangerie
Außenansicht vom Kirchhof
Außenansicht vom vorgelagerten Dorfteich
Allee zur Kirche St. Marien Neuzelle
Dorfteich mit Kirche im Hintergrund
Altes Modehaus in Neuzelle
Kuchenauswahl Bremsdorfer Mühle
Mühlengebäude Bremsdorf
Frisch aus dem Rauch: Forellen
Bremsdorfer Mühle mit Biergarten
 

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