11.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Im Weinberg Giwer-Greif in Wasserliesch
Die Apfelernte wird üppig!
Aussicht vom Löschemer Berg in Wasserliesch
Römische Tempelanlage von Tawern
Granadenkmal: "Bleibt Deutsche, einträchtig! So bleibt ihr mächtig."
Im Weinberg bei Nittel
Typische Geländeformation bei Nittel
Weinberge von Nittel
Römischer Grabtempel in Igel

Der Weinberg ruft

Die erste Nacht hatten wir ziemlich gut in unserem Quartier "Winzerhäuschen" auf dem Weingut Giwer-Greif verbracht. An unserem ersten Morgen vor Ort stand uns der Sinn doch sehr danach, den Liescher (auch: Löschemer) Berg zu erklimmen - wie gewöhnlich mit voller Fotoausrüstung auf dem Buckel, dafür allerdings bei strahlendem Sonnenschein. Unsere Gastgeberin empfahl uns unter diesen Voraussetzungen den längeren Weg mit einem deutlich geringeren Anstieg als der steile Stationenweg, auf dem wir insgesamt 14 Kreuzwegstationen auf etwa 1,5 km Länge hätten passieren und 200 Höhenmeter überwinden müssen. In die Wanderkarte auf der Rückseite einer kleinen Broschüre zeichnete sie uns die Strecke ein. Die Orientierung war gar nicht so einfach. Schließlich wollten wir nicht nur hinauf zur "Löschemer Kapelle", sondern auch das "Orchideenparadies Perfeist" finden.

 

Wir schlenderten quer durch den Ort, am alten Friedhof vorbei und fanden schließlich den vorgegebenen Weg. Die zum Weingut gehörenden Weinstöcke und alten Obstbäume luden förmlich dazu ein, auf Fotos gebannt zu werden. Zufrieden mit der Ausbeute, aber doch etwas abgekämpft, genossen wir gefühlte "Stunden" später ganz oben den Blick über das Moseltal.  Auf dem Rückweg entdeckten wir das vermeintlich bedeutendste Orchideevorkommen Deutschlands, das sorgsam-mahnend beschildert und mit gut erkennbaren Wegen erschlossen ist. Wie erwartet waren sämtliche Schönheiten dieser Spezies komplett verblüht. Im Sommer muss das großartig aussehen (siehe Bilder auf der Webseite von Wasserliesch).   

 

Als wir am frühen Nachmittag wieder unten im Ort ankamen, war uns sehr nach einer ausgiebigen Dusche und einer guten Flasche Wein. Nur mit Mühe rafften wir uns abends noch zum Essen auf. Trotz des überwiegend regnerischen Wetters haben wir in den folgenden Tagen vor Ort weder einen Lagerkoller bekommen - wozu haben wir ein Auto und wozu gibt es Regenzeug?! - noch einen Leberschaden zurückbehalten (obwohl die Versuchung auf einem Weingut naturgemäß sehr groß ist).

 

Aus unserer Sicht nicht so lohnenswert wie gedacht waren die beiden Nahziele Grana-Denkmal (zum Gedenken an die Schlacht bei Konz) sowie die römische Tempelanlage in Tawern. Letztere ist zwar jeden Tag frei zugänglich, wird aber ausschließlich sonntags gastronomisch bedient. Das muss man wissen, wenn man sich hoffnungsfroh per Rad oder zu Fuß auf den Weg macht und nicht auf mitgebrachte Verpflegung zählt. Gimmik: Durch Münzeinwurf am Brunnen wird ein Wasseraustritt aktiviert. Immerhin. Wir waren die einzigen Besucher vor Ort, der schon deshalb wenig einladend wirkte. Mit Sonnenschein hätten wir das vielleicht nicht als so krass empfunden.

 

Zum Denkmal an die "Schlacht bei Konz" auf der Granahöhe muss man nicht viel mehr sagen, als dass uns alles "Völkische" per se suspekt ist. Das Denkmal selbst wirkt nicht sonderlich gepflegt, die Texte auf den vier Seiten der Säule mit dem Adler sind teilweise stark verwittert. Der Weg dorthin scheint uns zudem unzureichend ausgeschildert. Nun ja, die Schlacht hat immerhin im späteren 17. Jahrhundert stattgefunden, das ist schon eine Weile her.

 

Sehr zu empfehlen ist dagegen der Blick über die Weinberge des Nachbarortes Nittel hinunter zur Mosel! Das ist definitiv ein Postkartenmotiv. Beim nächsten Besuch werden wir uns wahrscheinllich auch einmal das Wasserliesch gegenüberliegende Ufer genauer ansehen. Dort gibt es im Ort Igel das Grutenhäuschen, ein kleiner römischer Grabtempel. Wir haben ihn nur vom diesseitigen Ufer aus abgelichtet, ihn aber nicht besucht.

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