11.12.2018 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Zufahrt zum Gut Giwer-Greif in Wasserliesch
Im Weinberg zum Gut Giwer-Greif
Trauben der Weinsorte Elbling
Elbling
Weißburgunder
Weißburgunder
Weißburgunder
Weißburgunder
Riesen-Hamburger im Bistro Blockhaus
Magnolien-Frucht am Gut Giwer-Greif

Weinprobe und Restaurantempfehlung

Wer an die Mosel reist, kommt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit dem Thema Wein in Kontakt - vielfach bei einer Weinprobe. Wir haben uns einige Kisten Wein aus dem Weingut mitgebracht, auf dem wir geurlaubt haben. Die Weinprobe, die uns zu diesem Kauf angeregt hatte, fand mit acht Personen im Aufenthaltsraum des Gästehauses statt und war so erhellend wie lecker. Uns sagte beispielsweise die Geschmacksangabe "feinherb" im Gegensatz zu "trocken" überhaupt nichts. Die Winzerin erklärte uns daraufhin, dass diese recht junge Kategorie sowohl Weine umfasst, die bislang als "halbtrocken" bezeichnet wurden, als auch "liebliche" Qualitäten. Lediglich ein Teilnehmer wollte dann auch einen Vertreter dieser Kategorie verkosten, alle übrigen mochten lieber bei trockenen Weinen bleiben.

 

Wir verglichen nun in vier Runden nacheinander insgesamt sechs trockene und zwei feinherbe Weiß- sowie zwei trockene Rotweine. Wir erfuhren, dass die für die Obermosel typische Rebsorte der Elbling ist und der Weinanbau in dieser Gegend bereits von den Römern betrieben wurde. Manche behaupten auch, schon die Kelten hätten hier Weinanbau betrieben. Egal, den Elbling kannten wir noch nicht. Es wurde uns sehr dazu geraten, diesen Weißwein nicht sehr lange zu bevorraten, da er - anders als andere Weißweinsorten - mit der Zeit seine perlig-spritzige Eigenschaft einbüße und somit eher an Qualität verlöre als gewänne. Das leuchtete uns ein.

 

Daneben haben wir auch eine neue Sorte Rotwein kennengelernt: St. Laurent. Diese Rebsorte scheint eine Renaissance zu erleben, nachdem sie Mitte des vorigen Jahrhunderts aus der Mode gekommen war (wie manche andere Sorte auch). Im direkten Vergleich zum Dornfelder, wirkt er feiner und fruchtiger. Darum avanciert er inzwischen zu Ankes Lieblingswein. Und weil er Horst nicht ganz so überzeugt hat, haben wir unseren gemeinsamen Nenner auch noch eingepackt: einen Weißburgunder. Im direkten Vergleich zum Grauburgunder schien er uns haushoch überlegen.

 

Zu erfahren, dass die roten Burgundertrauben auf nicht erklärbare Weise zu Grauburgunder-Trauben und letztlich zu Weißburgundertrauben mutiert sind, fanden wir sehr interessant. Sehr erhellend für uns Laien waren auch die Erkenntnisse der Winzerin zur Empfindlichkeit der unterschiedlichen Traubensorten gegenüber Witterungen und Schädlingen, die sich unmittelbar auf den Preis auswirkt. Von der Salonfähigkeit von Drehverschlüssen statt Korken mussten die Winzer sich über die Jahre hinweg auch selbst erst noch überzeugen. Bei der Kundschaft bestand ebenfalls Erklärungsbedarf. Heute wird auf dem Weingut Giwer-Greif lediglich der St. Laurent noch mit (echten) Korken verschlossen.

 

Obwohl wir für unsere Urlaube meist Ferienwohnungen buchen, nutzen wir selten die Möglichkeit, uns selbst zu bekochen. Stattdessen besuchen wir sehr gern örtliche Speiselokale, und zwar möglichst ohne lange Anfahrt. So war das auch für Wasserliesch geplant. Wir haben nach dem ersten Besuch eine Alternative zum "Wasserliescher Hof" (gleich um die Ecke unserer Bleibe) gesucht, dessen Angebot uns nicht überzeugt hat. Die Tipps unserer Gastgeberin erwiesen sich als Volltreffer. Sehr empfehlen können wir Reza's Bistro in Oberbillig. Man sitzt direkt am Wasser, wenn man draußen bleibt, oder sehr nett im Lokal bei sehr schmackhaften Gerichten und aufmerksamen Personal. Das Bistro Blockhaus am Ortsrand von Wasserliesch tischt unter anderem riesige Burger und tolle Steaks auf. Eine weitere Empfehlung haben wir ebenfalls getestet: Scheid's Restaurant. Hier haben wir uns atmosphärisch nicht gut aufgehoben gefühlt, aber das Essen schmeckte gut bei vergleichsweise hohem Preis.

 

Dummerweise haben in Wasserliesch und Umgebung sämtliche Lokale montags geschlossen, worüber auch unsere Gastgeber nicht sonderlich begeistert schienen. Gemeinsam wünschten wir uns ein ausgewogeneres gastronomisches Angebot. Zu unserem Reisezeitpunkt hätten wir uns übrigens von einem Weinfest zum nächsten durchtrinken und durchessen können. In Wasserliesch gab es zum Weinfest eine Kirmes mit sage und schreibe einem Kinderkarussel und einem Autoscooter als Fahrgeschäfte sowie einem Grillstand, einer China-Bude und einem Süßigkeitenstand als kulinarische Ergänzung zu einem Bierstand und zwei Weinständen. Die örtlichen Honoratioren und die Dorfjugend hatten noch bis in die frühen Morgenstunden hörbaren Spaß. Es sei Ihnen gegönnt!

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