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Der zweite Tag auf Skye

Rundreise im Norden von Skye

Kilt Rock
Kilt Rock
Alles klar?
Aussichtspunkt im Quiraing-Massiv
Ohne Worte
Wie gemalt!
Museumsdorf bei Kilmuir
Black Houses
Fairy Glen
Pub

Beim Frühstück erhielten wir von unserer Gastgeberin einige Ratschläge für unsere Route über Portree und dann gegen den Uhrzeigersinn an der Ostküste der Insel entlang.

 

Ohne uns groß in der hektischen Hauptstadt der Insel aufzuhalten, passierten wir bei strömendem Regen den markanten "Old man of Storr", eine 50 Meter hoch aufragende Felsformation, und gelangten zu den sehenswerten Klippen mit dem bezeichnenden Namen "Kilt Rock" (weil die Felsen wie ein Schottenrock aussehen), vor denen ein Wasserfall malerisch in die Tiefe stürzt.

 

Wir haben leider gar keine Ahnung, wie der Ort heißen mag, an dem wir eine bereits verfallende Diatomeen-Trocknungsanlage fotografierten. Dass es eine solche war, erfuhren wir etwas später in einem Museum, das sich mit dem harten Leben der hiesigen Tagelöhner befasst. Ein malerischer Weg führt vorbei an einem Wasserfall bis zu einer Klippe, an deren Fuß wir die verfallenen Gebäude entdeckten.

 

Der Aufenthalt an diesem Aussichtspunkt lohnt auf jeden Fall, und zwar auch bei schlechterem Wetter. Nur wenige Minuten Wartezeit bescherten uns ideales Licht für unsere Aufnahmen. Daher der Rat: wartet unbedingt eine Weile, bevor ihr mit den Widrigkeiten des Wetters hadert! Hier wechselt das Wetter wirklich innerhalb von wenigen Minuten von völlig düster auf strahlenden Sonnenschein.

Weiter ging es dann bis zu besagtem Kilt Rock und von dort aus entlang einer nicht besonders gekennzeichneten Seitenstraße zu einem absolut einmaligen Aussichtspunkt bei Quiraing. Hier hat man einen unvergleichlichen Panoramablick und erhält durch das Wechselspiel von Licht und Wolken eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen von Bergen, Tälern und eingestreuten Behausungen.

 

Vorsicht bei der An- und Abfahrt! Hier geht es in Serpentinen hinauf und hinunter, die jedem Hochgebirge in der Schweiz Konkurrenz machen könnten. Einige gut ausgeschilderte Wanderwege locken in die sehr windige Gebirgsformation, weshalb der naheliegende Parkplatz stets gut besucht zu sein scheint.

Nach dem imposanten Blick auf den Nordosten der Insel und das angrenzende Gebirge des Festlandes machten wir uns auf zur nächsten Station, einem Museum in Kilmuir mit "Black Houses", in denen die Tagelöhner (augenscheinlich Torfstecher, wie sie uns auch von unseren historischen Exkursionen in Norddeutschland bekannt waren) mit ihren Familien und ihrem Vieh ein ziemlich karges Leben führten.

 

Erstaunlicherweise gab es noch bis 1973 ein solches bewohntes Haus auf einer der Hebriden-Inseln, obwohl bereits 200 Jahre zuvor die erbärmlichen Umstände beklagt wurden, unter denen die Menschen dort lebten.

 

Im Museums-Shop erwarben wir eine sehr lesenswerte Fibel mit dem Titel "Discovering SKYE - A Handbook of the Island's History and Legend", die wir leider erst viel später zu lesen begannen. So haben wir einige schöne Episoden der Inselgeschichte nicht mehr an Ort und Stelle nacherleben können. Wer die Insel besucht, sollte sich das Heftchen (76 sehr dicht beschriebene Seiten im A6-Format - leider keine ISBN-Nummer) dringend beschaffen, bevor er auf Entdeckungstour geht.

Weil wir von unserer Gastgeberin bereits eine Abfrage angedroht bekommen hatten, versuchten wir auf dem Weg zurück zur Unterkunft nun noch den "Fairy Glen" zu finden. Kurz hinter Uig, der Stadt mit dem Fährhafen zu den äußeren Hebriden-Inseln, geht links (hinter einem Hotel) ein Abzweig in eine tatsächlich verwunschen aussehende Gegend ab.

 

Merkwürdige Felsformationen in der Nähe eines kleinen Binnensees, gefolgt von einem Steinring (der bei unserer Ankunft von einigen zeltenden Ausflüglern bevölkert wurde) ließen wir rechts liegen und erreichten am Ende des Weges einige entfernt in der Landschaft liegende Wasserfälle. Nur wenige Besucher finden nach Angaben unserer Gastgeberin den Weg hierher. Er lohnt sich auf alle Fälle. Nicht zu verwechseln ist dieser Ort übrigens mit der Fairy Bridge, die sich hinter Dunvegan Castle befindet (auch einer der Tipps auch vorerwähntem Büchlein).


Inzwischen war es Nachmittag geworden und uns dürstete es nach einem guten Kaffee. Kurz hinter Edinbane lockte uns ein Schild in Richtung eines Hotels mit Restauration. Der Weg zum Greshornish House Hotel ist verschlungen und führt an einem kleinen See vorbei. Das Haus liegt wunderschön mitten in einem kleinen Waldstück und hat erst kürzlich umgebaute Gasträume.

 

Beinahe wären wir in der Annahme vor der Tür geblieben, das Café sei nur den Hausgästen zugänglich. Aber die nette Chefin des Hauses hatte uns noch rechtzeitig zögern sehen und winkte uns freundlich hinein.

 

Wir nahmen unseren wirklich sehr guten Cappuccino im neuen Wintergarten ein, der sehr hübsch gestaltet ist. Nach einem neugierigen Blick in die Speisekarte waren wir uns sicher, hier ein empfehlenswertes Lokal der gehobenen Gastronomie gefunden zu haben, das aufgrund seiner versteckten Lage wahrscheinlich ein Geheimtipp ist. Die Hotelzimmer liegen mit 65 - 75 Pfund etwas höher als die B&B-Kategorie, die wir gebucht hatten.



Wie schon am Abend zuvor kehrten wir auch diesmal wieder in den Pub unseres Hotels ein, um bei einheimischem Bier und einem verteufelt scharfen Geflügel-Curry den Abend zu beschließen. Einziger Wermutstropfen: wir vertrauten unserem Gastgeber hinsichtlich des Termins für das Spiel der Fußballnationalmannschaft um den 3. Platz und verpassten es demzufolge fast vollständig. So ein Ärgernis!

 

Am nächsten Tag, dem Tag unserer Abreise, ging er uns - so kam es uns jedenfalls vor - bewusst aus dem Weg. Ob er inzwischen auch wusste, dass er uns eine völlig falsche Auskunft gegeben hatte?