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Zurück in die Großstadt

Auf nach Edinburgh

Dunnottar Castle
Blick in die Bucht
Kliff und Burg
Firth of Forth Autobahnbrücke
Unsere Schlafstätte
Uriges Ambiente
Gemälde im "Last Drop"
"Last Drop" von außen
Henkersmahlzeit?

Für unseren Weg in die schottische Hauptstadt gab es zwei Anreisevarianten, von denen die eine mitten durch die Highlands führt und die andere sich weiter entlang der Ostküste schlängelt. Letztlich würden beide Routen in Perth zusammenlaufen, von wo aus eine Autobahn über die Firth of Forth (jene mit der bekannten Firth of Forth Railway Bridge) in den Westen der Stadt führt.



Wir blieben unserem Vorhaben treu, weitestgehend entlang der Küste Schottlands zu fahren, da wir ja in 2004 das Landesinnere ausgiebig bereist hatten, und setzten uns als erstes Zwischenziel das Dunnottar Castle in der Nähe von Stonehaven südlich von Aberdeen. Die Überreste des Castles liegen auf einem Kliff und können (mit Eintritt) über einen recht steilen Zuweg besichtigt werden.

 

Wir haben in Anbetracht der vor uns liegenen Kilometer und unter Berücksichtigung des schwülen Wetters lediglich Distanzaufnahmen gemacht und unsere Reise bald fortgesetzt.



Ohne ein weiteres reizvolles Zwischenziel ausmachen zu können, passierten wir Montroese und Arbroath, zwei der größeren Städte an der Ostküste, bevor wir Dundee erreichten.

 

Eigentlich wollten wir dort die Firth of Tay Brücke in Richtung Kirkaldy überqueren, aber unser Navigationssystem verweigerte uns hartnäckig die Richtungsangabe und behauptete, wir seien schon dort angekommen.

 

Während Horst sich durch die diversen Kreisverkehre der Stadt quählte, nicht genau wissend, wo wir waren oder wohin wir fuhren, versuchte Anke das GPS davon zu überzeugen, dass wir keineswegs schon am Ziel seien, aber alle Versuche blieben erfolglos. Also ließen wir von dem Vorhaben ab und schlugen uns missgestimmt nach Perth durch.

 

Diese Route fand unser GPS offenbar sympathischer. Aufgrund des gehabten Vorgeschmacks auf den Großstadtverkehr, begann Horst, sich auf unser Eintreffen in der Millionenstadt Edinburgh zu freuen, denn unsere Unterkunft würde mitten im alten Zentrum, am Fuße des Edinburgh Castle liegen.



Gegen 14 Uhr hatten wir denn auch unseren neuen Gastgeber erreicht, der es überhaupt nicht störend fand, dass wir schon so früh bei ihm auftauchten. Kaum angekommen wurden wir allerdings dringend gebeten, unseren Wagen so schnell es ginge auf den nahen kostenpflichtigen Car Park zu fahren, denn die hiesigen Politessen - meist Männer - schrieben eifrig ziemlich teure Tickets. Das Parken vor dem Haus war nur mit entsprechenden Anwohner-Parkausweisen gestattet, die unser Gastgeber, Erlend, nicht besaß.


Nachdem Horst die nach Wucher riechenden Parkgebühren zur Kenntnis genommen hatte, beschlossen die Herren, einen etwa 10 Autominuten außerhalb liegenden öffentlichen Parkplatz anzufahren, sobald der Berufsverkehr beendet sein würde.

 

Für die knapp 4 Stunden Parkdauer bis zum Umparken haben wir sage und schreibe 4 Pfund und 90 Cent entrichtet (das sind umgerechnet 7,50 Euro). Es hätte allerdings auch noch schlimmer kommen können, denn ein Tagesticket kostet den sagenhaften Preis von 13 Pfund (fast 20 Euro).



In Anbetracht dieser schockierenden Aussichten waren wir wirklich froh, eine preisgünstigere Alternative und mit Erlend einen Guide zu haben, der sich als Rücktransportmöglichkeit vom Parkplatz anbot. Da wir den Wagen innerhalb Edinburghs nicht zu benutzen trachteten, war das die beste Möglichkeit, der Abzocke zu entgehen.

 

Alle, die täglich auf das Auto angewiesen sind, müssen ordentlich in die Tasche greifen, wie man sieht. Ganz abgesehen von den wirklich katastrophalen Verkehrsverhältnissen in der Stadt, in der es nicht nur Sonderspuren, sondern auch ganze Straßen ausschließlich für die Nutzung durch eine enorme Anzahl Busse und die vielen, vielen Taxis gibt. Wer es vermeiden kann, sollte sich nicht selbst in dieses selbst für Anwohner nicht unkomplizierte Gewühl wagen.



Den verbliebenen Nachmittag verbrachten wir auf einer ersten Erkundungstour durch die Innenstadt. Natürlich zu Fuß. Nach dem Umparken unseres Autos suchten wir dann eine der bekannten Lokale am Grassmarket auf, um ein überaus scharfes, dafür aber völlig ungesalzenes Chilli zu uns zu nehmen.

 

Das Lokal hieß The last Drop und ist ziemlich genau gegenüber der historischen Hinrichtungsstädte im Stadtzentrum gelegen. Offenbar bekamen die armen Seelen hier ihren Schirlingsbecher gereicht, bevor sie gehängt wurden. Für den nächsten Tag nahmen wir uns vor, die Stadt noch einmal auf den City Tour Bussen zu erkunden, die uns noch von unserem Besuch in 2004 sehr positiv in Erinnerung geblieben waren.



Beim Durchstöbern unseres Prospekt- und Flyervorrates nach unserer Heimkehr sollten wir entdecken, dass uns ein weiterer touristischer Höhepunkt unserer Reise auf dem Weg nach Edinburgh (oder alternativ auf dem Weg zurück nach Glasgow-Airport) entgangen war: das Falkirk Wheel.

 

Gut 20 Meilen außerhalb von Edinburgh in Richtung Glasgow liegt dieses einzige sich drehende Schiffshebewerk der Welt, das nicht nur zu besichtigen sondern auch per Boot zu befahren ist. So bleibt ein weiterer offener Punkt auf unserer Liste - und damit ein weiterer guter Grund, sich noch einmal nach Schottland zu begeben ("think positive"!).