18.09.2019 :: ###SPRACHE### :: ###DRUCKVERSION###
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Wo alles begann - zurück nach Glasgow

Abreisetag

Salz- und Pfefferstreuer: filigran!
Kamin im Wohn- und Speisezimmer
Heizkörper: kunstvoll verziehrt!
Echt schnuckelig!
Edinburghs Straßenverkehr
Glasgow Airport
Warten auf den Flug
Will ich nach Hause?
GPS-Signale zeigten den Weg
Alles nur geträumt? Karussel im Princess Street Garden

Auch an diesem - für uns letzten - Tag in Edinburgh überraschte uns Erlend mit einer Eigenkomposition zum Frühstück, die es wahrscheinlich nirgendwo sonst zu genießen gibt:

Als Vorspeise gab es diesmal dünne Scheiben von Sharonfrucht mit einem Topping aus saurer Sahne und etwas Passionsfrucht. Danach bekamen wir ein Muffin mit pochiertem Ei und Schinken zu geschmorter Tomate mit Basilikum. Ein Gedicht!

 

Wie schade, dass wir in Deutschland niemanden haben würden, der uns einen solchen Start in den Tag bereiten würde. Wir würden das vermissen.

 

Nach einer letzten Tasse Kaffee verstauten wir unsere Habe in unsere Koffer und verabschiedeten uns wortreich von Gastgeberin Helene, der wir versprachen, auch einmal die Anreise über den Seeweg ab Zeebrügge in Erwägung zu ziehen, wenn wir nochmals nach Schottland reisen würden.

 

Die Schiffsfahrt sei zwar nicht die billigste Art, von und nach Edinburgh zu gelangen, gehöre allerdings für Erlend und sie zu der Lieblingsvariante für die Reisen in ihr Heimatland Frankreich. Wenn man mit dem eigenen Wagen anreist, ist das sicher eine Überlegung wert. Ansonsten ist die 16-stündige Fahrt (Abreise um 6 Uhr abends von Zeebrügge, Ankunft gegen 10 Uhr morgens in Rosyth) sicher nicht konkurrenzfähig zum Flug. Seefestigkeit ist zu gewissen Jahreszeiten sicher ebenfalls empfehlenswert.


Mit Erlend hinter dem Steuer gestaltete sich die kurze Fahrt durch die hektische schottische Hauptstadt weit weniger nervenaufreibend als die Anreise. Bei unserem Wagen angekommen bedankten wir uns noch einmal ausdrücklich für die sehr angenehmen Tage in seinem Haus sowie die Hilfsbereitschaft beim Gepäcktransport und brachen kurz nach 10 Uhr in Richtung Glasgow Flughafen auf.



Auch diesmal meinte unser GPS seinen eigenen Willen bezüglich des Reiseziels entwickeln zu müssen, aber diesmal ließen wir ihm keine Chance. Kurz vor Erreichen des Flughafens befüllten wir noch schnell an einer Tankstelle am Weg das Auto und lieferten es vertragsgemäß an der AVIS-Station des Flughafens ab. Von dort brachte uns ein Pendelservice des Vermieters zu den Terminals.

 

Leider ergab sich nicht noch die Möglichkeit, die Glasgower Innenstadt zu erobern, denn den Flughafen liegt ein wenig außerhalb der Stadt. Also mussten wir die Zeit bis zum Einchecken am Flughafen herumbringen.


Zunächst gaben wir unser Gepäck zur Aufbewahrung auf, was uns für 4 Stunden Wartezeit den satten Preis von 4 Pfund und 50 Pence kostete. Pro Koffer versteht sich. Wir hätten auch in Euro bezahlen können, Kurs 1 zu 2, also 9 Euro pro Gepäckstück. Wenn das kein Bargain ist...!

 

Mit dem festen Ziel, unser Münzgeld loszuwerden, setzten wir uns in eines der Flughafenlokale und überbrückten die Wartezeit mit Speisen und Getränken. Auch im Flughafengebäude war Rauchen nicht gestattet, sodass Horst immer mal wieder vor das Gebäude gehen musste, um seiner Sucht zu fröhnen.



Immerhin konnten so einige Seiten unseres Reisetagebuchs fertiggestellt werden. Kurz nach 16 Uhr holten wir unser Gepäck aus der Aufbewahrung und stellten uns in die Schlange zum Einchecken. Wie auf den Hinflug ergab sich auch diesmal wieder eine Verspätung von fast einer Stunde, bis wir schließlich in der Luft waren.

 

Unsere Mitreisenden erkundigten sich ängstlich beim Air Berlin-Personal, ob sie denn ihre Anschlussflüge noch erreichen würden. Die Fluglinie hatte Passagiere für Hannover, Münster und Düsseldorf in die Maschine von Glasgow nach London Stansted gebucht wie wir während der gemeinsamen Wartezeit erfuhren. Natürlich würden alle Maschinen in London die Ankunft dieses Fluges abwarten. Das beruhigte die Gemüter.

 

Nach der knapp einstündigen Flugzeit staunten wir über die kurzen Wege, die wir diesmal innerhalb des Flughafens zurücklegen mussten. Ganz anders als beim Hinflug wechselten wir lediglich das Stockwerk - mussten dann allerdings feststellen, dass unser Flug nach Düsseldorf statt um 20:30 Uhr erst um kurz nach 21:30 Uhr starten sollte.

 

Letztlich war dann auch hier über eine Stunde Verspätung aufgelaufen, die uns von Kapitän später damit erklärt wurde, dass auf dem Vorflug eine Person zu viel eingecheckt worden war und man erst herausfinden musste, wer genau - wahrscheinlich verbunden mit Ein- und Auspacken von Gepäck (und mindestens einem laut fluchenden Passagier).



Jedenfalls führte die erneute Verspätung dazu, dass wir erst gegen 0:30 Uhr (Achtung: Uhren sind wieder um eine Stunde vorzustellen!) am Bahnhof Flughafen-Düsseldorf standen und uns durch die Fahrpläne des ÖPNV wühlen mussten. Über Duisburg gelang uns dann die Fahrt zum Oberhausener Hauptbahnhof, wo wir das Glück hatten, sofort einen passenden Bus nach Hause vorzufinden.

 

Ziemlich erschlagen von der sommerlichen Hitze in deutschen Landen, von der wir erst aus der Zeitung im Flugzeug erfahren hatten, erreichten wir unsere Wohnung letztlich gegen 2 Uhr morgens. In der aufgeheizten Bude war an Schlafen kaum zu denken, trotzdem endete dieser Tag letztlich gegen 3 Uhr mit der Feststellung, dass wir eigentlich viel lieber in Schottland geblieben wären.

 

Wo waren nur die knapp 3 Wochen Urlaub geblieben? Alles nur geträumt? Nein, das Gepäck stand ja noch an Ort und Stelle. Das würden wir erst am nächsten Tag auspacken.

 

Ein Waschtag stand bevor. Auch das noch!